Fußball: 3. Liga
Schock für die Preußen - Hoffmann fehlt neun Monate

Münster - Den 2:0-Auswärtserfolg beim SC Wehen Wiesbaden wurde von Preußen Münster teuer erkauft. Offensivkraft Philipp Hoffmann verletzte sich beim Schuss zum 1:0 schwer , mit einem Patellasehnenabriss wird er mindestens neun Monate ausfallen und somit frühsten 2017 wieder zur Verfügung stehen.

Samstag, 30.04.2016, 13:46 Uhr aktualisiert: 30.04.2016, 16:01 Uhr
In dieser Szene war noch alles in Ordnung: Philipp Hoffmann verletzte sich am Freitagabend in Wiesbaden schwer.
In dieser Szene war noch alles in Ordnung: Philipp Hoffmann verletzte sich am Freitagabend in Wiesbaden schwer. Foto: Sebastian Sanders

Was für ein tragisches Tor: Erst schoss Philipp Hoffmann das 1:0 für Preußen Münster beim Gastspiel gegen SV Wehen Wiesbaden am Freitagabend. Im gleichen Moment riss die Patellasehne, die linke Kniescheibe renkte aus. Am Freitag wurde er noch in einem Krankenhaus in Wiesbaden erstversorgt und geröntgt, da gab es noch vage Hoffnung, dass es kein Riss der Sehne sein würde. Am Samstag in den Morgenstunden brachte das MRT im Clemenshospital die endgültige Diagnose: Hoffmann wird neun Monate pausieren müssen, frühstens im neuen Jahr nach der Winterpause wird er wieder ins Mannschaftstraining einsteigen können.

Vertrag bis 2018 verlängert

Hoffmann hatte unlängst seinen Vertrag beim SCP um zwei weitere Jahre bis Sommer 2018 verlängert, er war 2014 vom 1. FC Saarbrücken zum SCP gewechselt. Gerade in der abgelaufenen Saison hatte der 23 Jahre alte offensive Mittelfeldspieler einen großen Sprung gemacht und war zum Stammspieler geworden, mittlerweile kommt er auf 92 Drittligaeinsätze (11 Tore). In Münster gehörte er zu den Aktivposten mit fünf Toren und fünf Torvorlagen in der Offensive in der Saison 2015/16. "Im 4-3-3 von Horst Steffen war er auf der rechten Seite praktisch gesetzt", sagte Sportvorstand Carsten Gockel am Samstag und spielte damit auch auf die Planungen für die nächste Serie an. Und: "Das ist ein Schlag ins Kontor." Er hatte den 23-Jährigen am Freitag erst ins Hospital und dann nach Münster gebracht. Hoffmann sei geknickt gewesen, natürlich, er hatte die Schwere der

SV Wehen Wiesbaden - SC Preußen Münster

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  • Philipp Hoffmann verletzt sich beim 1:0 schwer.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Steven Ruprecht, Philipp Hoffmann

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  • Luca Schnellenbacher, Chris Philipps

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  • David Blacha, Amaury Bischoff

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  • Marc Lorenz, Mehmet Kara

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  • Foto: Sebastian Sanders

Verletzung bereits erahnt.

Sehenswertes Tor, tolle Kombination

"Das war dabei ein sehenswertes Tor, eine tolle Kombination von Elie Laprevotte und Philipp Hoffmann", blickte Gockel zurück. Im Moment des Schusses habe sich der Spieler dann verletzt, es war kein brutales Tackling eines Gegenspielers dabei. Gockel: "Das Tor selbst hat Philipp schon gar nicht mehr mitbekommen." Für Hoffmann wurde Lennart Stoll eingewechselt. Der 19-Jährige kam zu seinem ersten Drittliga-Einsatz - und erhielt ein Lob von Trainer Horst Steffen. Münster gewann die Partie beim Tabellenvorletzten am Ende, weil zwei Minuten vor dem Ende Laprevotte das 2:0 markierte vor nur 2814 Zuschauern, davon rund 800 aus Münster.

Zwei Langzeitverletzte

Hoffmann ist somit der zweite Langzeitverletzte nach Innenverteidiger Simon Scherder (Kreuzband-OP). Zudem bleibt abzuwarten, ob Jesse Weißenfels im Sommer für die Offensive einzuplanen ist, er pausierte die komplette Saison wegen einer Fußverletzung. Mehr oder weniger sind das drei Fragezeichen, Weißenfels wird Anlauf benötigen, wieder in die Form zu kommen, die er als Regionalliga-Torschützenkönig bei SF Lotte hatte. "Das beeinflusst unsere Planungen", erklärte Gockel.

Einzelkritiken nach dem 2:0-Sieg bei Wehen Wiesbaden

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  • Die Preußen überzeugten im Auswärtsspiel bei Wehen Wiesbaden und holten sich drei Punkte. Die Spieler in der Einzelkritik:

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Niklas Lomb: Zwei glänzende Paraden, sicher bei Flanken und wieder mal zu null. Nichts zu mäkeln. Note: 2,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Björn Kopplin: Lange sehr stabil hinten rechts, wenn auch diesmal ohne Vorwärtsdrang. Sein Patzer gegen Marc Lorenz hätte Luca Schnellbacher fast den Ausgleich ermöglicht. Note: 3,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lion Schweers: Zwei Rettungstaten auf der Linie, gegen Torsten Oehrl und David Blacha. Ansonsten aufmerksam, gewillt zu gezieltem Spielaufbau. Nur kleine Wackler. Note: 2

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Marc Heitmeier: Ein paar Minuten brauchte der Routinier, um wieder reinzukommen. Dann war die alte Souveränität wieder da. Seine Ruhe war wichtig. Note: 2,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Felix Müller: Viele Vorstöße, dabei sprangen jedoch selten Chancen heraus. Ein paar Ballverluste waren dabei, stand gegen Kevin Schindler oft unter Druck. Note: 3,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Chris Philipps: Nicht fehlerlos, aber sehr ballsicher. Die Raute kam ihm entgegen. Behauptete sich in Zweikämpfen und an der Kugel. Note: 2,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Elie Laprevotte: In der Anfangsviertelstunde unterliefen ihm noch ein paar Patzer, doch dann steigerte sich der Franzose, gewann wichtige Duelle rund um den Mittelkreis. Und traf per Konter ganz abgebrüht. Note: 2,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Amaury Bischoff: Seine Übersicht war gewinnbringend, auch wenn er nicht mehr der alleinige Herrscher im Mittelfeld war. Zeigte Präsenz nach der Pause. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mehmet Kara: Als Zehner hatte er mehrere Konter auf dem Fuß, ließ diese aber meist liegen. Nach einer halben Stunde wurde er besser, legte die Bälle gut ab. Note: 3,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Hoffmann: Seine erste auffällige Aktion war gleich ein Tor, das er nach gutem Laufweg mit viel Cleverness erzielte. Dabei sprang ihm aber die Kniescheibe raus, die Patellasehne könnte sogar gerissen sein. Sportvorstand Carsten Gockel brachte ihn mit dem Auto aus dem Wiesbadener Krankenhaus ins Clemens-Hospital, wo am Samstagmorgen eine MRT ansteht. Keine Note

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Marcel Reichwein: Machte viele Bälle fest, lief für die Mannschaft, ohne selbst zum Abschluss zu kommen. Dazu gelang es ihm, bei Standards Zeit zu schinden.  Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lennart Stoll: Gab sein Debüt als Eigengewächs. Anfangs nervös und ohne Beteiligung am Spiel. Von Beginn an aber lauffreudig, risikofreudig und auf Zweikämpfe aus. Dass er kurz vor Schluss wieder raus musste, hatte taktische Gründe. Note: 3,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kevin Schöneberg: Kurzauftritt, aber entscheidend  am 2:0 beteiligt. Keine Note

    Foto: Jürgen Peperhowe

Dabei schien die Offensive mit den Zugängen Michele Rizzi und Tobias Rühle (beide SG Sonnenhof Großaspach), dem Wintertransfer Adriano Grimaldi (FC Heidenheim), Lennart Stoll, Mehmet Kara, aber auch mit Tobias Warschewski (U 19 SC Preußen) oder Lokman Erdogan (U 23 SC Preußen), sowie Hoffmann schon ziemlich komplett besetzt, vielleicht eine Position wäre noch offen gewesen. Hoffmann und Weißenfels, der zumindest mittlerweile schmerzfrei ist, sind weiter große Fragezeichen.

Hinter dem Verbleib von Angreifer Cihan Özkara, der sich in der ersten Saison bei den Preußen nicht durchsetzen konnte, steht ebenfalls ein Fragezeichen. Zudem hatte sich der SCP bereit erklärt, die Verträge der Offensivkräfte Abdenour Amachaibou, Rogier Krohne, Marcel Reichwein nicht zu verlängern.
Was die Defensive betrifft, soll der SCP die Fühler nach Jeron Al-Hazaimeh von SF Lotte ausgestreckt haben. Der Linksverteidiger kommt auf zwölf Drittliga-Einsätze für den Chemnitzer FC sowie 110 Regionalliga-Partien mit zwölf Toren. Sein Vertrag beim designierten Regionalliga-Meister aus Lotte endet im Sommer.

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