Fußball: 3. Liga
Die Akte Bischoff: Ex-Kapitän bei den Preußen im Abseits

Münster/Rostock -

Amaury Bischoff steht beim SC Preußen im Abseits. Auf Nachfrage von Trainer Horst Steffen gab er offenbar mehrmals nicht an, bereit zu sein für die Partie in Rostock. Daraufhin strich ihn sein Coach kurzerhand aus dem Aufgebot. Wie es weiter geht – völlig offen.

Freitag, 05.08.2016, 21:14 Uhr aktualisiert: 06.08.2016, 18:33 Uhr
Amaury Bischoff 
Amaury Bischoff  Foto: Jürgen Peperhowe

Die Perspektive von Ex-Kapitän Amaury Bischoff beim SC Preußen ist offen. Allein die Frage, ob er freiwillig auf die Reise nach Rostock verzichtete oder ausgebootet wurde, war lange ein Rätsel. Der Franzose hatte nach dem Verlust von Binde und Stammplatz über den Boulevard angedeutet, mental nicht bei 100 Prozent zu sein, aber spielen zu wollen, sofern er gebraucht werde.

Trainer Horst Steffen suchte, nicht nur deshalb, sondern auch weil er insgesamt den Eindruck hatte, der Spieler sei nicht hundertprozentig bei der Sache, zwei Mal das Gespräch. In diesen verweigerte Bischoff nicht die Fahrt an die Ostsee, der Coach gewann nach den Ausführungen jedoch den Eindruck, dass es sinnvoller sei, nur mit 17 Akteuren das erste Auswärtsspiel anzugehen. „Ich wollte von ihm hören, dass er bereit ist zu spielen. Und er hätte gespielt, die Mannschaft hätte ihn gebaucht“, so der 47-Jährige. Dieses Bekenntnis kam dem Spieler aber wohl nicht über die Lippen. Bischoff soll später schon im Bus gesessen haben, ehe er von der Abfuhr erfuhr. „Was blieb mir anderes übrig“, so der Coach.

Eine Woche zuvor hatte der Regisseur es abgelehnt, Vize-Kapitän und Teil des Mannschaftsrats zu sein. Fest steht, dass es für Verein und Profi schwierig wird, wieder eine gemeinsame Basis zu finden. „Ich muss das erst mal sacken lassen. So was habe ich noch nie erlebt“, so Steffen. Bischoff hat noch einen Vertrag bis 2018.

Die Option, den Verein zu wechseln, ergibt sich im Augenblick wohl nicht. Mehrfach war Erzgebirge Aue, wo sein einstiger Preußen-Mentor Pavel Dotchev im Amt ist, als möglicher Abnehmer ins Gespräch gekommen, doch der Kader des Zweitliga-Neulings ist bereits mit 28 Akteuren voll. 149 Pflichtspiele hat der 29-Jährige seit 2012 für den SCP absolviert (29 Tore, 29 Vorlagen). Ob noch weitere hinzukommen, ist aktuell offener denn je.

Hinzu kommt, dass Bischoff selbst gar keine Absichten vorgetragen hat, den SCP verlassen zu wollen. Aus seinem Umfeld war zu vernehmen, dass er sich einen Einsatz in Rostock durchaus zugetraut hätte. Schon beim Derby gegen Osnabrück war der 29-Jährige kurz vor seiner Einwechselung mit wohlwollendem Applaus begrüßt worden. Er machte in der guten halben Stunde nicht den Eindruck, mental der Partie nicht gewachsen zu sein. Die Akte Bischoff liegt jedenfalls zur Wiedervorlage. Sportvorstand Carsten Gockel verwies am Freitag zunächst auf medizinische Aspekte: „Wir wollen da keine Fehler machen.“

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