Fußball - 3. Liga
Sorgenkind Bischoff rettet Preußen Münster per Elfer Remis gegen Duisburg

Münster -

Das erste Tor, der erste Zähler – die Preußen haben den nächsten trüben Abend abgewendet. Und vielleicht gar die Aufbruchstimmung der Vorbereitung zurückgeholt. Ausgerechnet, ja diesmal trifft diese Vokabel zu, Amaury Bischoff rettete mit einem Elfmeter das 1:1 (0:1) gegen den MSV Duisburg.

Donnerstag, 11.08.2016, 09:04 Uhr aktualisiert: 11.08.2016, 11:48 Uhr
Vergeblich streckte sich Preußens Schnapper Max Schulze Niehues beim 0:1 durch Dustin Bomheuer.
Vergeblich streckte sich Preußens Schnapper Max Schulze Niehues beim 0:1 durch Dustin Bomheuer. Foto: Jürgen Peperhowe

Vieles blieb Stückwerk, doch die Einstellung passte. Und genau das strich Coach Horst Steffen heraus: „Die Mannschaft wurde zuletzt mächtig durchgeschüttelt. Sie musste einstecken, sich neu orientieren und sammeln. Das ist gelungen. Daher waren die letzten Tage unfassbar wichtig.“

Zwei Änderungen gab es in der Startelf. Stéphane Tritz für den gesperrten Denis Mangafic war hinten rechts keine Überraschung. Erstmals in dieser Serie begann zudem der zuletzt nicht berücksichtigte Bischoff. Sinan Tekerci musste auf die Bank, Mehmet Kara rückte auf die linke Offensivseite im 4-3-3. In einer munteren Anfangsphase musste Keeper Max Schulze Niehues einmal Kopf und Kragen gegen den durchgebrochenen Zlatko Janjic riskieren – und tat das bravourös (8.).

Preußen Münster - MSV Duisburg - die Einzelkritik

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  • Max Schulze Niehues - Note: 2:

    Ganz starker Auftritt, vor allem beim Herauslaufen. Rettete in mehreren Situationen und strahlte Ruhe aus. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Stéphane Tritz - Note: 3: Solide Vorstellung, wie man es vom Franzosen gewohnt ist. Schaltete sich auch häufiger nach vorne ein. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lion Schweers - Note: 3:

    Einige Male sah die gesamte Viererkette nicht gut aus beim Herausrücken, doch der Youngster ließ sich nie nervös machen. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sebastian Mai - Note: 3: Im Aufbau noch mit manchen Schwächen, doch seine Rolle als Antreiber und Abwehrchef interpretiert der Neuzugang immer besser. 

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  • Jeron Al-Hazaimeh - Note: 3,5:

    Konzentrierte sich diesmal vornehmlich auf die Defensive und stand da sicher. Allerdings einige unnötige Ballverluste. Hätte fast getroffen (57.). 

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  • Sandrino Braun - Note: 4,5:

    Wie regelmäßig sehr fleißig und laufstark, aber doch wieder mit unpräzisen Abspielen und Ballverlusten. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Michele Rizzi - Note: 3: Der Kapitän brauchte lange, ehe er Chef im Ring wurde. Riss das Spiel nach der Pause mit seiner Präsenz aber an sich. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Amaury Bischoff - Note: 2,5:

    Was für ein Comeback! Anfangs mit ein paar Fehlpässen, aber doch immer wieder am Ball. Spielte einige kluge Pässe, war auffälligster Feldspieler - und traf nach seiner vieldiskutierten Auszeit vom Punkt. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Rühle - Note: 4,5: Rieb sich rechts ohne jedes Glück auf, war in viele Zweikämpfe verwickelt, traf aber oft falsche Entscheidungen beim letzten Pass. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Adriano Grimaldi - Note: 4:Schwerer Stand gegen die beiden langen Innenverteidiger, wenig Zug zum Tor trotz allen Bemühens. Am Ende die große Chance zum Siegtor. 

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  • Mehmet Kara -  Note: 4:

    Fand nie zu seinem klassischen Dribbelspiel, hielt zu lange den Ball, war aber immerhin bemüht, über links für Akzente zu sorgen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sinan Tekerci - Note: 3: Diesmal als Joker am Ball und dabei weitaus gefährlicher als zuvor. Brachte Schwung rein. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jesse Weißenfels - Note: 3:

    Sein Comeback, sein Drittliga-Debüt - und durchaus ein Faktor auf dem Weg zum ersten Punkt. Mehrere vielversprechende Szenen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Edisson Jordanov - keine Note:

    Nach seiner Einwechslung ohne große Offensivmomente, im Rückwärtsgang aber durchaus wertvoll. 

    Foto: Jürgen Peperhowe

Doch der SCP versteckte sich keineswegs, hatte schnell die Fans auf seiner Seite, was nicht selbstverständlich ist nach einem verpatzten Start. Tobias Rühle besaß per Kopf die erste Szene (11.). Doch die guten Ansätze waren nach 20 Minuten schon Makulatur. Da stieg Dustin Bomheuer nach einer Janjic-Ecke hoch und verlängerte den Ball mit dem Hinterkopf ins Netz – der nächste Tiefschlag für die gebeutelten Preußen! Ein echter Wirkungstreffer, denn von dem zarten Aufschwung war mit dem Rückstand erstmal nichts mehr zu sehen.

Re-Live

Simon Brandstetter hatte nach einem Janjic-Freistoß in ganz ähnlicher Manier sogar das zweite Tor auf dem Schädel (28.). Immerhin, die Münsteraner benötigten nur gut zehn Minuten, um sich dem Duisburger Kasten wieder zu nähern. Lion Schweers per Kopf (31.) und Bischoff mit einer sehenswerten Direktabnahme, die Keeper Mark Flekken zur Glanztat zwang (32.), brachten ein wenig Gefahr.

Natürlich hatte ich beim Elfmeter Druck. Aber der Trainer hatte mich als ersten Schützen benannt.

Amaury Bischoff

Auf der Gegenseite klärte Schulze Niehues erneut stark, diesmal gegen Brandstetter (34.). Die Anzahl der Fehlpässe im Aufbau, aber auch im letzten Drittel war schon markant bei den Gastgebern, denen das Bemühen jedoch nicht abzusprechen war.

Preußen Münster - MSV Duisburg

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  • Der „12. Mann“ zeigt Flagge vor Spielbeginn.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Oben auf im Luftduell: SCP-Abwehrmann Lion Schweers.

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  • Fokussiert aufs Spielgerät: SCP-Stürmer Adriano Grimaldi (l.), Gegenspieler Tugrul Erat (M.) und MSV-Keeper Mark Flekken.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Engagiert an der Seitenlinie SCP-Coach Horst Steffen (l.) und MSV-Trainer Ilia Gruev.

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  • Im Zweikampf: SCP-Abwehrspieler Sebastian Mai (r.) gegen Simon Brandstetter.

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  • Die 1:0-Führung für den MSV Duisburg durch Dustin Bomheuer: SCP-Torhüter Maximilian Schulze Niehues streckt sich vergeblich.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Es folgen weitere Impressionen vom Spiel....

    Foto: Jürgen Peperhowe
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  • Foto: Jürgen Peperhowe

Sie hatten nach der Pause Glück, dass Thomas Brökers scharfe Flanke im Zentrum nicht Brandstetter fand (52.). Mit Tekerci und Jesse Weißenfels für Sandrino Braun und Rühle sollte mehr Zug zum Tor her. Tatsächlich verlängerte Sekunden später Sebastian Mai einen Außenrist-Pass von Michele Rizzi, doch am langen Pfosten stocherte Jeron Al-Hazaimeh die Kugel nicht über die Linie (57.).

Trainer Steffen ruft Bischoff zurück

Erst Bank, dann nicht im Kader – und plötzlich wieder in der Startelf. Das war ein kleiner Paukenschlag, den SCP-Trainer Horst Steffen da bei seiner Aufstellung in petto hatte. Amaury Bischoff, den er zuvor nicht mit nach Rostock genommen hatte, weil dieser „mental nicht bei 100 Prozent“ war, durfte gegen den MSV im halblinken Mittelfeld ran. Von den Zuschauern bekam der Franzose für seine gelungenen Aktionen Applaus. Bischoffs Leistung: sehr ordentlich – gekrönt durch das Ausgleichstor. Seine Auszeit riss er nur kurz an: „Das Thema wurde in den letzten Tagen größer gemacht, als es war.“

...

Die Zebras verteidigten zwar in erster Linie, waren aber über dosierte Vorstöße gefährlicher, während Münster vergeblich auf der Suche nach Lücken war. Brandstetter vergab die Entscheidung (70.), dann kam Kevin Wolze den fast schon verzweifelten Preußen zur Hilfe. Der Duisburger leistete sich ein unnötiges Handspiel im Sechzehner. Elfmeter!

Der Punkt gibt ein gutes Gefühl. Wir haben ordentlich gespielt, gerade nach der Pause.

Max Schulze Niehues

Und zur Tat schritt, passend zum Drehbuch, der zuletzt verschmähte, kritisierte und schmollende Bischoff. Solche Chancen lässt sich der Franzose eben nicht entgehen. Seinen ekstatischen Jubel konnte diesmal jeder im Rund nachvollziehen (74.). Das Ende der Torflaute!

Schlussoffensive für den ersehnten Sieg? Erstmal knallte Janjic für den MSV einen Freistoß knapp über die Latte (80.), dann verfehlte Andy Wiegel das Genäuse (83.). Doch plötzlich war sie noch da, die eine Szene für den SCP: Flanke Weißenfels, Kopfball Adriano Grimaldi, freistehend – doch einen Meter vorbei (88.). Egal, mit dem Remis lässt es sich fürs Erste leben. Ein kleiner Anfang ist gemacht. „Jetzt geht es richtig los“, sagt Steffen.

Die Aufstellungen:

Preußen Münster: Schulze Niehues - Tritz, Schweers, Mai, Al-Hazaimeh - Braun (56. Tekerci ), Rizzi, Bischoff - Rühle (56. Weißenfels), Grimaldi, Kara (70. Jordanov)

MSV Duisburg: Flekken - Leutenecker, Bomheuer, Bajic, Wolze - Özbek (75. Dausch), Schnellhardt - Tugrul (61. Wiegel ), Janjic, Bröker - Brandstetter (78. Iljutchenko )

Die Spielstatistik:

Tore: 0:1 Bomheuer (18., Ecke von Janjic), 1:1 Bischoff (74., Handelfmeter von Wolze)

Gelbe Karten: Bischoff, Rizzi, Grimaldi, Al-Hazaimeh / Özbek

Zuschauer: 9544

Schiedsrichter: Jöllenbeck (Freiburg)

Weißenfels – das Comeback

Mit mehr als einem Jahr Verzögerung gab Jesse Weißenfels sein Debüt in der 3. Liga. Nach 56 Minuten kam er für Tobias Rühle auf der rechten Außenbahn ins Spiel. Der 24-Jährige war im Sommer 2015 von den SF Lotte nach Münster gewechselt. Doch aufgrund einer rätselhaften Fußverletzung musste er fast zwölf Monate aussetzen.

Nachdem der Offensivmann jetzt eine vielversprechende Vorbereitung absolviert hatte, bremste ihn ein Faszienriss im Oberschenkel in den ersten beiden Punktspielen aus. Jetzt das Comeback – und Weißenfels trug auf den Flügeln durchaus zur Belebung bei, hätte fast sogar das Siegtor vorbereitet. Nach Abpfiff strahlte er: „Ich bin jetzt voll da, die letzte Blessur war nur eine Kleinigkeit. Das ist alles abgehakt.“

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