Fußball: 3. Liga
So ruft der Abstiegskampf die Preußen

Großaspach -

Der SC Preußen Münster setzt sich gleich im Tabellenkeller der 3. Liga fest. Das Team von Trainer Horst Steffen unterlag bei der SG Sonnenhof Großaspach mit 0:2 (0:1). Lucas Röser (5.) und Nicolas Jüllich trafen, der SCP hatte dem nichts entgegenzusetzen und am Ende noch Glück, dass die Niederlage nicht höher ausfiel.

Samstag, 13.08.2016, 16:23 Uhr aktualisiert: 13.08.2016, 17:43 Uhr
Fußball: 3. Liga : So ruft der Abstiegskampf die Preußen
Foto: Alexander Becher

Der Abstiegskampf ruft. Nach dem 0:2 (0:1) des SC Preußen Münster bei der SG Sonnenhof Großaspach muss sich der Fußball-Drittligist auf harte Wochen und Monate  einstellen. Es war eine ganz, ganz schwache Leistung der Preußen, eigentlich indiskutabel für eine ambitionierte Elf, die nach vier Spieltagen nur einen Punkt auf der Habenseite hat. Lucas Röser (5.) und Nicolas Jüllich (83.) trafen vor 1600 Zuschauern für die SG. Die Preußen machten es den Gastgebern einfach, von Münster war das in vielen Belangen viel zu wenig.

Denis Mangafic kehrte nach Ablauf seiner Gelb-Rot-Sperre wieder ins Team zurück, Stephane Tritz musste auf die Bank. Auch Mehmet Kara rutschte aus der Startelf, für ihn kam Edisson Jordanov zum Einsatz. Was aber letztlich nicht viel brachte. Denn die Preußen verschliefen die Anfangsphase komplett.

Vor dem 0:1 stellte sich die Frage, wo Mangafic war, um die Flanke von Osei Kwadwo zu verhindern? Und wo waren die Innenverteidiger, um den Kopfball von Röser zu verhindern. Nach fünf Minuten lag Münster bereits mit 0:1 zurück, im vierten Spiel zum vierten Mal. Das ging viel zu einfach.

Und es dauerte, bis der SCP im Spiel angekommen war. Eine Vielzahl von Fehlpässen, Abwehrchef Sebastian Mai und Michele Rizzi stachen dabei heraus, unterbanden jede noch so gute Situation. Richtig gute Chancen vor der Pause: keine.

SC Preußen - SGS Großaspach - Die Einzelkritik

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  • Angreifer Adriano Grimaldi, Note 5, war beim 0:1 nicht unbeteiligt und konnte im Laufe seiner 45 Einsatzminuten keine Gefahr ausstrahlen. Musste zur Pause raus, aber außer ihm hatten sich sechs weitere Preußen für einen Wechsel angeboten.

    Foto: SC Preußen
  • Torwart Max Schulze Niehues, Note 2,5, hielt, was zu halten war und bewahrte sein Team vor einer deutlich höheren Niederlage. Der einzige Gewinner beim desaströsen SCP.

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  • Mittelfeldspieler Amaury Bischoff, Note 3,5, war vor der Pause der auffälligste SCP-Akteur mit drei, vier vernünftigen Ideen. Mit zunehmender Spieldauer aber tauchte er immer mehr ab.

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  • Linksverteidiger Jeron Al-Hazaimeh, Note 4, hatte zwar viele Stockfehler bei Ballannahme und Pässen, kämpfte aber und bemühte sich um vernünftige Aktionen.

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  • Einwechselspieler Jesse Weißenfels, Note 3,5, hatte diesen und jenen vernünftigen Ansatz - und köpfte nach knapp einer Stunde aufs Tor der SG. Es war die einzige Torraumaktion der Preußen in Halbzeit zwei.

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  • Innenverteidiger Lion Schweers, Note 4, machte seine Dinge weitestgehend solide.

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  • Angreifer Tobias Rühle, Note 5, konnte erneut keinen einzigen Akzent setzen, der Neuzugang aus Großaspach läuft seiner Form hinterher.

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  • Mittelfeldspieler Michele Rizzi, Note 4, war erneut nicht der große Stabilisator im Preußenspiel, zeigte sich kämpferisch als einer der Besten bei den Gästen. Impulse nach vorne verpufften in der Regel. Man erwartet viel mehr von ihm.

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  • Einwechselspieler Mehmet Kara, Note 3,5, war im Preußen-Mittelfeld ein belebendes Element - was in Anbetracht der Gesamtleistung vor der Pause nicht so schwer war.

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  • Rechtsverteidiger Denis Mangafic, Note 4,5, hatte mit Gegenspieler Osei Kwadwo größte Probleme, beim 0:1 war seine Seite sperrangelweit offen.

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  • Angreifer Edisson Jordaniv, Note 4,5, gewann zumindest ein paar Zweikämpfe, konnte aber das Gesamtniveau der Preußen nicht anheben.

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  • Mittelfeldspieler Sandrino Braun, Note 4,5, war überhaupt nicht zu sehen, rettete seinen Auftritt ein wenig mit dem einzig ernstzunehmenden Abschluss der Preußen nach 13 Minuten.

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  • Einwechselspieler Sinan Tekerci, keine Note, konnte dem indisponierten SCP im Alleingang auch kein Facelifting mehr verpassen.

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  • Innenverteidiger Sebastian Mai, Note 5,5, wirkte beim 0:1 desorientiert. Ob ihn die Kopfverletzung, er hatte eine Platzwunde, später aus der Balance geworfen hatte, sei dahingestellt. Vor der Pause kam kaum eines seiner Zuspiele an,  war der größte Unsicherheitsfaktor im Preußen-Spiel - und das an zentraler Stelle in der Verteidigung.

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Dafür legte die SG, die sich nach dem 1:0 etwas zurückgenommen hatte, in der letzten Viertelstunde mächtig zu. Pascal Sohm (28.), Alexander Aschauer (30./39.) sowie Röser (44.) mit einem Pfostentreffer hätten die Führung ausbauen können, ja müssen. Normalerweise wird so ein verschwenderischer Umgang mit besten Chancen nach der Pause bestraft. Und tatsächlich konnte niemand glauben, dass sich der SCP noch so eine Halbzeit erlauben würde.

Trainer Steffen ließ sich das nicht gefallen, Adriano Grimaldi und Sandrino Braun mussten raus, Mehmet Kara und Jesse Weißenfels kamen. Es hatten sich noch mehr Spieler für einen Wechsel angeboten, aber zwei Neue mussten sein.

Kommentar

Den Kommentar unseres Redakteurs Alexander Heflik finden Sie hier: In gefährlicher Fahrrinne

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Viel besser wurde es auch nicht. Das einzige, was dem SCP blieb war, dass es nur 0:1 stand. Ein Geistesblitz würde reichen. Denn auch die Hausherren hatten jetzt nicht mehr die Qualitätschancen der ersten Halbzeit, aber immer noch mehr Abschlüsse als Münster. Von den Preußen kam bis auf ein Kopfbällchen von Weißenfels (57.) lange Zeit nichts in vorderster Front. Und zwar gar nichts. Ja, Kampf und Einsatz waren da, fußballerische Klasse nicht.

Preußen Münster verliert in Großaspach

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Als Lion Schweers (82.) verletzungsbedingt am Spielfeldrand behandelt wurde, folgte die Entscheidung. Die Preußen unsortiert, ein Konter über die rechte Seite, Nicolas Jüllich (83.) musste nur noch abstauben, weil die Schweers-Position unterbesetzt war. Das war es dann, die Preußen hatten eine Klatsche bekommen in einer Partie, die eigentlich die Trendwende einläuten sollte. Wie gesagt, harte Zeiten kommen jetzt auf den Verein zu. Zumal der SCP nach dem Bremer Sieg in Paderborn die Rote Laterne hält. Bitter.

Liveticker

Unseren Ticker zum Spiel finden Sie hier.

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SGS Großaspach: Broll - Schiek, Gehring, Leist, Lorch - Sohm (67. Röttger), Hägele, Jüllich, Kwadwo - Aschauer (53. Breier), Röser.

Preußen Münster: Schulze Niehues - Mangafic, Schweers, Mai, Al-Hazaimeh - Braun (46. Kara), Rizzi, Bischoff - Rühle, Grimaldi (46. Weißenfels) , Jordanov (65. Tekerci).

Tore: 1:0 Röser (5.), 2:0 Jüllich (83.).

Schiedsrichter: Hartmann (Wangen).

Gelbe Karten: Gehring, Schiek, Hägele / Weißenfels.

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