Fußball: 3. Liga
Erster Sieg im Glutofen: Preußen Münster gewinnt 1:0 gegen FSV Mainz 05 II

Das Hoch „Gerd“ hat dem SC Preußen Münster seinen ersten Saisonsieg 2016/17 beschert. Knapp, aber absolut verdient setzte sich der Drittligist im Glutofen-Stadion an der Hammer Straße am Samstag bei 35 Grad in der Sonne gegen die Reserve des FSV Mainz 05 mit 1:0 (0:0) durch. 

Samstag, 27.08.2016, 16:55 Uhr aktualisiert: 27.08.2016, 18:33 Uhr
Fußball: 3. Liga : Erster Sieg im Glutofen: Preußen Münster gewinnt 1:0 gegen FSV Mainz 05 II
Siegtorschütze Jesse Weißenfels Foto: Jürgen Peperhowe

Jesse Weißenfels zeichnete für das Tor des Tages verantwortlich. Es war der erste Drittligatreffer für den ehemaligen Stürmer der Sportfreunde Lotte, der nach seiner langen Leidenszeit endlich den Anschluss zu finden scheint.

4100 Tickets hatte der SCP im Vorfeld der Partie abgesetzt. Es drohte ein neuer Negativrekord. Und dann wurde sie doch noch erreicht, die 5000-Marke, weil der eine oder andere dann doch dem Fußball den Vorzug vor dem Freibad gab. 5112 Besucher: das ist nicht viel, aber bei diesen Verhältnissen in Ordnung. „Die wahren Fans werden kommen“, hatte Sportvorstand Carsten Gockel im Vorfeld kundgetan. Er sollte Recht behalten.

Preußen Münster - FSV Mainz 05 II - die Einzelkritik

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  • Torwart Max Schulze Niehues:

    Note 2,5 - Er verhinderte vor der Pause mit einem starken Reflex das 0:1, blieb erstmals in dieser Saison ohne Gegentor.

    Foto: WN
  • Rechtsverteidiger Denis Magnafic

    Note 3 - Er machte seinen Job sehr zuverlässig, bei seinen Flanken gibt es noch Steigerungspotenzial

    Foto: WN
  • Innenverteidiger Lion Schweers:

    Note 3 - Er ließ den Gästen kaum Möglichkeiten zur Entfaltung, defensiv stark, kann aber bei den langen Spieleröffnungen, den Diagonalpässen, noch zulegen.

    Foto: WN
  • Innenverteidiger Sebastian Mai:

    Note 2 - Er stand mächtig unter Druck, wollte den schlechten Eindruck der ersten Partien verwischen, das gelang. Hinten ohne Fehler, vorne beim Siegtor maßgeblich beteiligt. Der Ex-Zwickauer dürfte erleichtert sein.

    Foto: WN
  • Linksverteidiger Benjamin Schwarz:

    Note 2,5 - Er räumte auf, räumte ab, hatte in der Offensive gute Szenen, ist nach langer Verletzungspause wieder zurück.

    Foto: WN
  • Mittelfeldspieler Danilo Wiebe:

    Note 2,5 - Er löste die defensiven Aufgabe geschickt, gewann die meisten Zweikämpfe und stiebizte viele Bälle, wirkte zur Pause platt, und ließ dennoch nicht nach.

    Foto: WN
  • Mittelfeldspieler Jesse Weißenfels:

    Note 2,5 - Er vergab nach vier Minuten eine riesige Chance, wirkte dann phasenweise verunsichert, steigerte sich aber gerade nach der Pause wieder und war zur Stelle, um den Kopfball von Mai ins Tor zu verlängern.

    Foto: WN
  • Mittelfeldspieler Edisson Jordanov:

    Note 3 - Er steigerte sich nach einer unauffälligen ersten Halbzeit nach dem Wechsel, trat die Ecke vor dem 1:0.

    Foto: WN
  • Mittelfeldspieler Mehmet Kara:

    Note 4 - Er fand sich auf der 10 wieder und sollte in der Offensivzentrale Akzente setzen, was ihm aber nicht gelang. Fiel nicht weiter auf und musste nach nicht einmal einer Stunde raus.

    Foto: WN
  • Mittelfeldspieler Sinan Tekerci:

    Note 3 - Ihm war der Wille anzumerken, den unglücklichen "rotgefärbten" Auftritt im Westfalenpokal in Vreden wegzumachen und wollte der Mannschaft helfen. Spektakuläre Dribblings wechselten aber mit unglücklichen Aktionen, Tekerci war auf jeden Fall formverbessert.

    Foto: WN
  • Angreifer Adriano Grimaldi:

    Note 3,5 - Er lief früh konditionell auf der Felge, kämpfte aber wie alle anderen Preußen vehement fürs Team. Wartet aber weiter auf sein erstes Saisontor, ihm fehlt aktuell der Punch im Strafraum.

    Foto: WN
  • Einwechselspieler Michele Rizzi:

    Note 3 - Er kam für Kara und gab dem Mittelfeld Halt und Power. Das waren wohl die besten 33 Minuten des Ex-Großaspachers im Preußen-Dress.

    Foto: WN
  • Einwechselspieler Sandrino Braun:

    Keine Note - Er kam für den Gelb-Rot-gefährdeten Tekerci und sicherte im Mittelfeld die Preußen ab, Mainz kam kaum gefährlich vor der Preußentor.

    Foto: WN
  • Einwechselspieler Tobias Rühle:

    Keine Note - Er kam in der 87. Minute für Weißenfels.

    Foto: WN

Preußen-Trainer Horst Steffen hatte seine Elf gegenüber dem peinlichen Auftritt in Großaspach gleich auf fünf Positionen verändert. In der Startformation fanden sich etwas überraschend Sinan Tekerci, der im Pokalspiel in Vreden (2:1) überflüssigerweise noch die Rote Karte gesehen hatte, und Danilo Wiebe auf der Sechserposition wieder. Dazu rückten Jesse Weißenfels, Benjamin Schwarz und der Dribbler vorm Herrn, Mehmet Kara , in die erste Elf.

Preußen Münster - FSV Mainz 05 II

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  • In diesem Zweikampf zwischen Adriano Grimaldi (l.) gegen Charmaine Häusl ist nicht nur der Fuß im Spiel...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Obenauf: SCP-Stürmer Jesse Weißenfels (l.) erobert den Ball, sein Gegenspieler Daniel Bohl liegt am Boden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Aufmerksamer und kritischer Beobachter: SCP-Coach Horst Steffen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Getümmel vor dem Tor von SCP-Keeper Maximilian Schulze Niehues - der Mainzer Maurice Neubauer (r.) beschäftigt gleich drei SCP-Akteure (v.l.): Lion Schweers, Edisson Jordanov und Denis Mangafic.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Denis Jordanov (l.) und Benjamin Schwarz (M.) wollen dem Mainzer Philipp Klement den Ball abnehmen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • SCP-Abwehrspieler Lion Schweers blockt den Kopfball des Mainzers Alexander Hack ab.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Es folgen weitere Impressionen vom Spiel...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
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  • Foto: Jürgen Peperhowe

Und Münster legte furios los, nach Edisson Jordanovs Ballgewinn hatte besagter Weißenfels bereits in Minute vier das 1:0 auf dem Puschen, freistehend schob er den Ball an FSV-Schlussmann Florian Müller und auch am Kasten vorbei. Grob fahrlässig. Denn wenn die Preußen-Lunte in dieser Szene gezündet hätte, wäre es gewiss einfacher geworden für die Platzherren, die nur eine Minute später erneut eine Riesenchance hatten. Kara bediente Tekerci, der ebenfalls verzog.

„Ich bin froh, dass dieser Sieg gelungen ist. Das tut ganz gut und kommt bei den Spielern und Fans gut an. In der ersten Hälfte hätte uns ein Tor befreit. Wir brauchten dann einen Standard, um zum Erfolg zu kommen. Für Jesse Weißenfels freut es mich, er kommt mehr und mehr in der Liga an. Wir sind erleichtert.“

Horst Steffen, Trainer Preußen Münster

Dass aber auch die Bundesliga-Reserve aus Mainz flemmen kann, demonstrierte sie zwei Minuten später, den strammen Schuss von Maurice Neubauer machte Max Schulze Niehues im Preußen-Kasten mit einem Blitz-Reflex zunichte. Münster und Mainz wussten in den ersten 15 Minuten zu gefallen, legten ein hohes Tempo vor, um nach der ersten Trinkpause ein Päuschen einzulegen. „Ein Tor hätte uns in dieser Phase des Spiels gut getan und einige Schweißperlen erspart“, zeigte sich Preußen-Coach Horst Steffen nach dem ersten Erfolg durchaus auch kritisch.

„Wir sind schwer reingekommen, haben das aber in der ersten Halbzeit gut gemacht, hatten eine gute Kontrolle über das Spiel. Nach der Pause war das zu wenig, obwohl wir viel Ballbesitz hatten. Aber wir waren nicht mehr so giftig wie im ersten Abschnitt. Das Gegentor war naiv. Da haben wir beim Eckball gepennt.“

Sandro Schwarz, Trainer FSV Mainz 05 II

Nach dem Wechsel kontrollierte der SCP das Spiel. Mit der Hereinnahme des angeschlagenen Michele Rizzi für den blassen Mehmet Kara bewies Steffen ein goldenes Händchen. Mit Rizzi in der Zentrale erkämpften sich die Adlerträger immer wieder wichtige Bälle. Und doch musste ein Standard für das Tor des Tages herhalten. Nach einer Ecke von Jordanov verlängerte der baumlange Hüne Sebastian Mai das Leder in die Mitte zu Weißenfels, der nur noch seinen Flunken hinhalten musste (65.). Riesenjubel, Erleichterung auf dem Platz und auf den Rängen. 1:0 für Münster.

Re-Live

Mainz verlagerte sich aufs Kontern, blieb aber weitgehend ungefährlich. Münster mobilisierte nochmals die letzten Reserven. Jordanov hätte in der 78. Minute alles klar machen müssen, nachdem Adriano Grimaldi die Murmel fast vom Fuß gesprungen wäre. Aber Münsters Zugang fand seinen großen Meister in FSV-Torsteher Müller. So blieb es beim 1:0, das Münster einen Sprung in der Tabelle bescherte. Von Rang 20 ging es rauf bis auf Platz 16. Immerhin. Es geht aufwärts. Am Freitag gastieren Kara und Co. in Halle (18.30 Uhr). 

Statistik:

SC Preußen Münster: Schulze Niehues - Mangafic, Schweers, Mai, B. Schwarz - Wiebe - Jordanov, Kara (57. Rizzi), Tekerci (68. Braun) - Weißenfels (87. Rühle), Grimaldi.  FSV Mainz 05 II: Müller - Costly (69. Seydel), Hack, Häusl, Neubauer - Steinmann (80. Mörschel), D. Bohl - Pflücke, Klement, Bouziane - Lohkemper. Tor: 1:0 Weißenfels (65.). Zuschauer: 5112. Schiedsrichter: Justus Zorn (Freiburg).

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