Fußball: 3. Liga
Weißenfels erlöst die Preußen

Münster - Endlich. Der erste Sieg ist in trockenen Tüchern, wobei nach der Hitzeschlacht vom Samstag nichts und kein Auge trocken blieb.

Sonntag, 28.08.2016, 17:36 Uhr aktualisiert: 28.08.2016, 20:39 Uhr
Das fühlt sich gut an: Torschütze Jesse Weißenfels und der starke Mittelfeldspieler Danilo Wiebe nach dem 1:0.
Das fühlt sich gut an: Torschütze Jesse Weißenfels und der starke Mittelfeldspieler Danilo Wiebe nach dem 1:0. Foto: Jürgen Peperhowe

Als Jesse Weißenfels nach 65 Minuten einen Kopfball von Sebastian Mai zum 1:0 in die Maschen verlängerte, da hörte man den muffigen und endlos schweren Ballast namens Erfolglosigkeit abfallen von den Schultern der Preußen-Spieler. Erstmals führte der Fußball-Drittligist in dieser Saison, und das sollte so bleiben gegen den FSV Mainz 05 II beim 1:0-Heimerfolg. „Erleichterung, weniger Freude“, umriss SCP-Coach Horst Steffen seine Gemütslage, nachdem der Dreier gebunkert war. Psychologisch wichtig: Die Adlerträger verließen damit die Abstiegsränge. Was für eine schwere Geburt.

Preußen-Coach Steffen hatte tatsächlich getrickst bei der Aufstellung und zauberte vor allem in der defensiven Mittelfeldzentrale Danilo Wiebe aus dem Hut. Ein Hochbegabter für Drittliga-Verhältnisse, den aber immer wieder Verletzungen seit Dienstantritt in Münster im Sommer 2015 stoppten und der sich bislang noch nicht dauerhaft durchsetzen konnte. Doch bei seinem Saisondebüt in Liga drei machte der 22-Jährige so ziemlich viele Dinge richtig, räumte auf in der Defensive, stoppte die Gegner, stibitzte die Bälle in Serie und dirigierte. Amaury Bischoff, Michele Rizzi, Sandrino Braun? Die Antwort gegen Mainz, in diesem so wichtigen Spiel zur möglichen Kurskorrektur, lautete Danilo Wiebe.

Münster hatte den besseren Start, doch Jesse Weißenfels ließ nach knapp vier Minuten eine 100-prozentige Chance aus, keine Minute später rutschte Sinan Tekerci am Ball vorbei. Münsters Schlussmann Max Schulze Niehues (8.) verhinderte gegen Maurice Neubauer den Rückstand. Das war es dann mit der interessanten Startperiode, es passierte nicht mehr so viel auf dem Rasen, ehe nach einer Ecke von Edisson Jordanov (36.) der Kopfball von Lion Schweers an die Latte klatschte.

Hatten die Preußen vor der Pause ihr Pulver verschossen? In „der Kamine“ an der Hammer Straße waren die Adlerträger dieses Mal nicht kleinzukriegen. Es soll der Teamspirit gewesen sein, den man in dieser Saison noch nicht so ausgeprägt gesehen hatte bei den Preußen. „Irgendwie standen alle Mitspieler auf dem Platz, alle 22“, unterstrich Wiebe die Bedeutung.

Und so kam auch keine wirkliche Diskussion auf, ob der Kopfball von Sebastian Mai (65.) nach Ecke des im Spielverlauf immer stärker werdenden Edisson Jordanov vielleicht direkt den Weg ins Tor gefunden hätte oder ob Jesse Weißenfels weiterhelfen musste. „Ich glaube, das war Jesses Tor“, erklärte Mai. Der SCP wackelte nicht mehr, hatte zuvor noch einen Pfostentreffer von Tekerci und in der Schlussphasse durch Adriano Grimaldi und Jordanov gute Chancen. Das hätte deutlicher ausgehen können, doch am Ende zählte nur der Sieg.

Was er bedeutet und wie er zu bewerten ist? Der SCP hat halt drei Punkte geholt und noch eine Menge aufzuholen. Nächste Ausfahrt dann: Halle an der Saale.

Den TV-Bericht vom SWR gibt es hier .

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4264199?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686215%2F
Nachrichten-Ticker