Fußball: 3. Liga
Nichts geht mehr

Frankfurt -

Die Talfahrt des SC Preußen Münster nähert sich vermutlich immer mehr dem brutalen Aufprall. Das Kellerkinderduell beim Zweitliga-Absteiger FSV Frankfurt verlor der SCP mit 1:4 (0:2). Doch nicht nur die Punkte gingen flöten, auch der Mut, das Selbstvertrauen, die Hoffnung, dass in der jetzigen Konstellation etwas zu retten ist. Und damit dürfte es nun auch ernsthaft und überraschend schnell um den Verbleib von Trainer Horst Steffen gehen. Sein Stuhl wackelt bei den Preußen ab sofort bedenklich.

Mittwoch, 21.09.2016, 21:38 Uhr aktualisiert: 21.09.2016, 22:15 Uhr
Zuschauer in schwarz-weiß: Lion Schweers (von links), Torwart Max Schulze Niehues, Jeron Al-Hazaimeh, Danilo Wiebe und Benjamin Schwarz lassen den Torschützen Yannick Stark beim 1:0 einfach gewähren.
Zuschauer in schwarz-weiß: Lion Schweers (von links), Torwart Max Schulze Niehues, Jeron Al-Hazaimeh, Danilo Wiebe und Benjamin Schwarz lassen den Torschützen Yannick Stark beim 1:0 einfach gewähren. Foto: Jürgen Peperhowe

Der achte Spieltag ist Geschichte, Münster taumelte in Frankfurt über weite Strecken nur ziellos umher. Die Leistung vor der Pause war einfach nur unterirdisch. Die Preußen waren im Stadion am Bornheimer Hang Lichtjahre von der Leistungsfähigkeit unter Wettbewerbs-Bedingungen hinterher, die eigentlich Standard für den Fußball-Drittligisten sein sollte.

Nach acht Minuten schaute Münsters Hintermannschaft tiefenentspannt zu, als nach einer Flanke vom Ex-Preußen Massimo Ornatelli dann Yannick Stark den Ball über die Linie bugsierte. Münster tat wenig bis nichts in diesem Moment. Wieder ein früher Rückstand. War das ein Wachmacher, ein derber Rüttler? Nein, die Preußen hatten nicht das Nervenkostüm dazu, die Angst fraß ihre Seele auf. Schon fünf Minuten später hätte der aufgedrehte Stark auf 2:0 erhöhen können, wenig später narrte Cagatay Kader (17) die komplette SCP-Verteidigung – Gefahr war im Verzug.

FSV Frankfurt vs. Preußen Münster - 8. Spieltag - Saison 2016/17

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  • Treffen im Tabellenkeller: Hier duellieren sich SCP-Stürmer Adriano Grimaldi (l.) und Frankfurts Shawn Berry im Luftkampf.

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  • Tor-Annäherung: FSV-Keeper Sören Pirson entschärft einen Schuss von Adriano Grimaldi (am Boden liegend).

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  • Zweikampf um den Ball - auch SCP-Mittelfeldspieler Mehmet Kara (r.) ist um Orientierung bemüht.

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  • Die Entstehung des Führungstreffers zum 1:0 durch Frankfurts Yannick Stark - nur staunende Beobachter sind die SCP-Spieler Lion Schweers (l.), Jeron Al Hazaimeh (2.v.l.) und Keeper Maximilian Schulze Niehues.

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  • Während Torschütze Yannick Stark sich feiern lässt, ist die Enttäuschung bei den SCP-Akteuren Lion Schweers (l.) und Michele Rizzi groß.

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  • SCP-Coach Horst Steffen hadert nach dem frühen Rückstand mit seinem Team.

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  • Es folgen weitere Impressionen vom Spiel...

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Doch nach 20 Minuten keimte sowas wie Hoffnung auf, als zunächst Adriano Grimaldi den FSV-Tormann Sören Pirson prüfte, und Jesse Weißenfels mit einem Fallrückzieher im zweiten Anlauf nur die Latte traf. Aber nach knapp einer halben Stunden stand es 0:2: Ornatelli spielte die Kugel in Richtung Münsters Strafraum – nichts Wildes, aber Stark durfte dann mutterseelenallein das 2:0 erzielen. Wo war die Preußen-Verteidigung? Alles war viel zu einfach für den FSV.

Nach der Pause brannte der SCP ein Strohfeuer über, sagen wir mal sechs Minuten, ab. In der siebten Minute nach Wiederanpfiff flankte der Doppel-Torschütze Stark auf Fabian Schleusener, und der köpfte schulbuchmäßig zum 3:0 ein. Nach nicht einmal einer Stunde war die Messe für die Preußen gelesen.

Kurzzeitiger Hoffnungsschimmer

Oder doch nicht? Denn die Preußen lebten wieder etwas auf, als Mangafic den Ball gewann, der eingewechselte Tobias Rühle nach innen passte und Grimaldi zum 1:3 traf. Wenig später hatte Kapitän Michele Rizzi das 2:3 auf dem Fuß, jagte den Ball aber übers Tor. Auf der Gegenseite reagierte Schulze Niehues glänzend, als er das 1:4 durch Schleusener verhinderte.

Eine Viertelstunde noch, da verpasste dann Grimaldi das 2:3, als Pirson einen Kopfball spektakulär klären konnte. Als Schleusener drei Minuten vor dem Ende das 4:1 markierte, klappten die die Gastgeber das Buch endgültig zu.

FSV Frankfurt - Preußen Münster - die Einzelkritik

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  • Max Schulze Niehues - Note: 3: Beim ersten Tor sah er den Ball spät, aber auch nicht glücklich aus. Verhinderte in zwei Szenen sogar eine höhere Niederlage. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Denis Mangafic - Note: 5:

    Auf seiner Seite brannte es in der ersten Hälfte lichterloh. Probleme in fast jedem Zweikampf, entscheidend am 0:1 beteiligt. 

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  • Lion Schweers - Not: 4,5: Von der allgemeinen Unsicherheit blieb auch der Youngster nicht verschont. Er gehörte zum Kollektiv, das unglaublich viel zuließ. 

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  • Jeron Al-Hazaimeh - Note: 4:

    Liga-Debüt in der Innenverteidigung und gleich mittendrin im Chaos. Kein grober Patzer, aber auch nicht stabilisierend. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Benjamin Schwarz - Note: 4: Er leistete sich noch die wenigsten Fehler im Abwehrverbund, sah aber auch oft hinterher. Lange zu wenige Offensivimpulse. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mehmet Kara - Note 5:

    Ob vorne oder hinten - der Dribbler fand kaum statt. Im zweiten Durchgang zwei, drei Flanken - das war's. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Danilo Wiebe - Note: 5: Zum Aufbau kam er meist gar nicht, weil er permanent angelaufen wurde. In fast jedem direkten Duell hatte er das Nachsehen. Zur Pause raus. 

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  • Edisson Jordanov - Note: 5:

    Bemüht, Angriffe anzukurbeln. Doch das misslang zumeist. Einige schwer erklärliche Ballverluste. 

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  • Michele Rizzi - Note: 4,5:Der Kapitän gab seiner Mannschaft keinen Halt, lief meist neben dem Geschehen her. In der zweiten Halbzeit wenigstens mit hohem Einsatz. 

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  • Jesse Weißenfels - Note: 4: Wenig zu sehen, außer bei seinem Lattenschuss. Die Kugel kam meist gar nicht bis in seinen Herrschaftsbereich. 

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  • Adriano Grimaldi - Note: 3,5:

    Laufstark, unterstützend bei Defensivstandards, später Torschütze - und doch nicht so viel Alarm, wie man es sich vom ersten Stürmer wünscht. 

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  • Sandrino Braun - Note: 4:

    Mit seiner Einwechslung stieg die kämpferische Note zweifellos, teils belebend. Allerdings leistete er sich auch eine Handvoll Fehler. 

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  • Tobias Rühle - Note: 3,5: Er bereitete das 1:3 vor und sorgte für ein wenig frischen Wind. Dass er nicht in Top-Form ist, sah man dennoch. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sinan Tekerci - keine Note:Ganz spät für den verletzten Weißenfels eingewechselt. 

    Foto: Jürgen Peperhowe

Die Preußen wurde erst viel zu spät in dieser Partie ein Partner für den FSV auf Augenhöhe, da stand es schon 0:3. Die Adlerträger zementierten damit den letzten Rang in der Tabelle. Der Verein befindet sich in größter Not, so kritisch war die Lage seit dem Abstieg im Jahr 2006 nicht mehr. Schwere Zeiten.

Statistik

FSV Frankfurt: Pirson - Ochs, Barry, Schäfer, Corbin-Ong - Stark (71. Heitmeier), Streker - Ornatelli, Bahn, Schleusener (90. Schachten) - Kader.

Preußen Münster: Schulze Niehues - Mangafic, Schweers, Al-Hazaimeh, Schwarz - Kara, Wiebe (46. Braun), Jordanov (57. Rühle), Rizzi Weißenfels (89. Tekerci), Grimaldi.

Tore: 1:0 Stark (8.), 2:0 Stark (28.), 3:0 Schleusener (52.), 3:1 Grimaldi (67.), 4:1 Schleusener (87.).

Zuschauer: 3351.

Gelbe Karten: - / Wiebe, Al-Hazaimeh.

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