Fußball: 3. Liga
Schwarz lässt die Preußen endlich jubeln

Münster - Preußen Münster hat das Auswärtsspiel bei Fortuna Köln mit 1:0 gewonnen. Benjamin Schwarz traf nach 78 Minuten vor 2542 Zuschauern. Nach sieben Auswärtspleiten in Serie war es für den Fußball-Drittligisten der erste Sieg. Münster verlässt damit den letzten Platz und schöpft Hoffnung für fünf weitere Punktspiele bis Weihnachten.

Samstag, 05.11.2016, 16:49 Uhr aktualisiert: 05.11.2016, 17:53 Uhr
Benjamin Schwarz schoss am Samstag in der Partie gegen Fortuna Köln den Siegtreffer für die Preußen.
Benjamin Schwarz schoss am Samstag in der Partie gegen Fortuna Köln den Siegtreffer für die Preußen. Foto: Jürgen Peperhowe

Der Auswärtsfluch ist beendet, Preußen Münster schöpft nach dem 1:0 (0:0)-Auswärtssieg bei Fortuna Köln vor 2452 Zuschauern wieder neue Hoffnung im Abstiegkampf. Benjamin Schwarz traf nach 78 Minuten im Stile eines „eiskalten Torjäger“ nach einer Ecke von Michele Rizzi und der Kopfballverlängerung von Ole Kittner zum Sieg. Nach sieben Niederlagen in Serie bei Auswärtspartien war das ein eminent wichtiger Erfolg für das Team von Trainer Benno Möhlmann.

„Wir haben das gut verteidigt, war sehr kompakt. Der Sieg war verdient“, sagte der SCP-Coach treffend. Und fand aber auch gleich - natürlich - verbesserungswürdige Dinge: „Nach vorne war das insgesamt noch zu wenig“. Münster verließ jedenfalls den letzten Platz und gab die rote Laterne an den FSV Mainz 05 ab.

Köln Trainer kritisiert eigenes Team

Am kommenden Samstag steht im Westfalenpokal das Achtelfinale bei SuS Neuenkirchen an. „Ich muss mit meiner Mannschaft hart ins Gericht gehen, ich sehe einen extrem negativen Trend bei uns“, sprach Kölns Trainer Uwe Koschinat über sein Team, als würde es auf einem Abstiegsrang stehen. Denn: „Es ist eine bittere Niederlage. Ein Unentschieden wäre für uns leicht zu holen gewesen.“

Fortuna Köln - SC Preußen Münster

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  • Mangafic gegen Cimo Röcker

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen-Trainer Benno Möhlmann

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen-Trainer Benno Möhlmann

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rizzi gegen Cimo Röcker

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tritz

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kittner zu spät gegen Poggenborg

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  • Schwarz vor Markus Pazurek

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  • Weißenfels gegen Flottmann

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  • Rizzi gegen Markus Pazurek

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  • Benjamin Schwarz traf zum 1:0.

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  • Mannschaft in der Fankurve

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  • Rühle gegen Ebewa Mimbala

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  • Benjamin Schwarz traf zum 1:0.

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  • Jubel nach Spielschluss

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  • Kara gegen  Andre Poggenborg

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  • Wiebe gegen Hamdi Dahmani

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  • Rühle

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  • Tor und Torjubel durch Benjamin Schwarz

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Benjamin Schwarz traf zum 1:0.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Benjamin Schwarz traf zum 1:0.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Benjamin Schwarz traf zum 1:0.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tor und Torjubel durch Benjamin Schwarz

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tor und Torjubel durch Benjamin Schwarz

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jubel nach Abpfiff

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  • Möhlmann und Grimaldi

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  • Mannschaft in der Fankurve

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mannschaft in der Fankurve

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  • Rühle gegen Ebewa Mimbala

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  • Mannschaft in der Fankurve

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  • Ole Kittner

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  • Benjamin Schwarz

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  • Kara und Schwarz gegen Michael Kessel

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Benjamin Schwarz traf zum 1:0.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Überraschende SCP-Aufstellung

Münsters Trainer Möhlmann hatte bei der Aufstellung Überraschungen parat. Die Platzhirsche Amaury Bischoff und Mehmet Kara waren nur Reservisten, Tobias Warschewski war nach Verletzung zumindest als Alternative für den Sturm im Aufgebot. Ein Trio rutschte dabei in die Startelf mit Denis Mangafic als Mittelfeldspieler im rechten Bereich, Danilo Wiebe und Jesse Weißenfels. Bei Bischoff war es vor allem eine Adduktorenverletzung, die ihn aus dem Team kegelte. Aber Möhlmann erreichte mit seiner Aufstellung, dass der SCP wesentlich präsenter und griffiger im Mittelfeld agierte. Wiebe und Schwarz in der Mittelfeldzentrale hatten die Partie gemeinsam mit den Innenverteidigern Ole Kittner und Sebastian Mai immer im Griff.

Preußen anfangs überlegen

Die Anfangsphase sah zudem überlegene Gäste. Weißenfels hatte nach vier Minuten die Führung auf dem Fuß, als er einen Ball von Ebewa-Yam Mimbala „abfischte“, sich die Kugel aber zu weit vorlegte und der Ex-Preuße Andre Poggenborg im Fortuna-Tor die Situation klärte. Wenig später schoss Jeron Al-Hazaimeh aus 25 Metern gefährlich aufs Tor. Dann war da noch Danilo Wiebe, der aus dem Rückraum gefährlich abzog und knapp neben das Tor schoss.

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Live-Ticker: Vom Spiel haben wir direkt berichtet. Der Live-Ticker zum Nachlesen: hier .

Kommentar: "Es war keineswegs ein Glückssieg. Es war ein verdienter Triumph", findet unser Redaktionmitglied Thomas Rellmann. Sein Kommentar: hier .

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Viel Laufarbeit

Das war es dann an Torszenen bis zur 43. Minute. In der Folge gab es einen stumpfen Abnutzungskampf im Mittelfeld mit Zweikämpfen und viel Laufarbeit auf beiden Seiten. Keiner gab einen Zentimeter freiwillig preis. Aus Sicht der Preußen war das zumindest ein Schritt nach vorn, da hatte die Möhlmann-Elf an Stabilität dazugewonnen. Die Preußen kamen noch einmal gefährlich auf, als Benjamin Schwarz (43.) Weißenfels auf die Reise schickte, der aber im Abseits stand.

Einzelkritik (Fortuna Köln - SC Preußen Münster)

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  • Foto: Preußen Münster
  • Torwart Max Schulze Niehues hatte nicht wirklich Möglichkeiten, sich auszuzeichnen, war immer auf der Hut.

    Note 3

    Foto: Preußen Münster
  • Innenverteidiger Sebastian Mai hat sich mit Kittner gefunden und agierte fehlerfrei und bissig - das zweite Viertel der SCP-Mitte.

    Note 2,5,

    Foto: Preußen Münster
  • Rechtsverteidiger Stephane Tritz machte seine Sache ganz gut, aber eine Schwalbe war zuviel. Der Franzose wollte einen Elfmeter schinden, stand deshalb unter besonderer Beobachtung bei Schiedsrichter Martin Petersen.

    Note 3

    Foto: Preußen Münster
  • Linksverteidiger Jeron Al-Hazaimeh defensiv ohne Fehl und Tadel, zeigte zudem bei zwei, drei Flanken sein Offensivpotenzial an.

    Note 3

    Foto: Preußen Münster
  • Innenverteidiger Ole Kittner löste alle Aufgaben gelassen und konzentriert. Ein wichtiges Viertel der stabilen Preußen-Mitte.

    Note 2,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Danilo Wiebe kam nach längerer Verletzungspause für den angeschlagenen Amaury Bischoff in die Startelf. Stopfte viele Löcher im Mittelfeld dank guter Laufarbeit und war der dritte wichtige Teil der stabilen Mitte.

    Note 2,5

    Foto: Preußen Münster
  • Einwechselspieler Sinan Tekerci brachte für Mangafic mehr Offensivschwung und hatte ein paar gute Szenen.

    Note 3

    Foto: Preußen Münster
  • Einwechselspieler Mehmet Kara ersetzte Weißenfels, blieb aber unscheinbar.

    Keine Note

    Foto: Preußen Münster
  • Mittelfeldspieler Benjamin Schwarz arbeitete sich in der Verteidigung ab und war für alle anderen ein Vorbild in Sachen Einsatzwillen. Belohnte sich und sein Team für den „neuen Einsatzwillen der Preußen“ mit dem Tor. Puzzleteil vier der neuen Preußen-Mitte.

    Note 2

    Foto: Preußen Münster
  • Mittelfeldspieler Denis Mangafic konnte als Offensivkraft kaum Akzente setzen und musste zur Pause raus.

    Note 4

    Foto: Preußen Münster
  • Einwechselspieler Tobias Warschewski hatte kaum Momente, sich als Rühle-Ersatz auszuzeichnen.  

    Keine Note 

    Foto: Preußen Münster
  • Mittelfeldspieler Jesse Weißenfels verpasste die frühe Führung und fand wenig Bindung zum Spiel. Konnte sein Tempo nicht entsprechend ausspielen. 

    Note 4

    Foto: Preußen Münster
  • Mittelfeldspieler Michele Rizzi gewann auf der ungewohnten Zehner-Position viele Zweikämpfe und versuchte auch spielerische Akzente  zu setzen, die Formkurve geht hoch.

    Note 2,5,

    Foto: Preußen Münster
  • Angreifer Tobias Rühle ackerte viel, wählte aber in zwei, drei guten Angriffsszenen die falschen  Optionen.

    Note 3,5

    Foto: Preußen Münster

Und die Fortuna? In der 45. Minute schoss Hamdi Dahmani auf das Tor von Max Schulze Niehues, es war die erste und einzige Torannäherung der Hausherren. Pause.

Zweite Halbzeit

Nach dem Wechsel? Die erste Chance hatten die Preußen, doch der Querpass von Tobias Rühle (48.) wurde vom aufmerksamen Poggenborg abgefangen. Da war mehr drin für die Preußen. Erst nach einer Stunde wurden die Kölner mutiger durch einen Kopfball von Bone Uaferro (57.) und einen Schuss von Cauly Oliveira Souza (59.). Die Sonne lugte nun etwas hervor an diesem Herbstnachmittag, und beide Teams wollten auch mehr. Wenig später foult Ole Kittner den losstürmenden Oliveira Souza, taktisch clever, aber auf Kosten einer Gelben Karte. Fortuna drückte jetzt aufs Tempo und der SCP bekam Probleme.

Beide Teams wurden offensiver

Im Gegenzug stoppte Uaferro Rühle im letzten Moment, einen kurzen Augenblick hoffte der Preuße auf einen Elfmeterpfiff von Martin Petersen (Stuttgart). Vergeblich, aber der Schiedsrichter-Beobachter stufte die Situation zumindest als grenzwertig ein. Die Partie war jetzt sperrangelweit offen, das 0:0 geriet in Gefahr, weil beide Teams offensiver wurden. Ausgang völlig ungeklärt.

Der Ball rollt ins Tor

Dann kam Benjamin Schwarz nach einer Ecke von Michele Rizzi ins Spiel, den Ball verlängerte Ole Kittner per Kopf. Die Situation war unübersichtlich, Schwarz erhält den Ball dann auf halblinks, trifft die Kugel nicht richtig, aber der Ball rollt ins Tor. „Mir wäre es gleich gewesen, wer das Tor schießt. Hauptsache wir gewinnen“, sagte Schwarz nach der Partie. Und: „Das war ein ordentlicher Anfang. So, wie wir heute gekämpft haben, stelle ich mir das immer vor. Da war Zug drin bei uns.“

Das 2.0 in Sichtweite

Führung für Münster nach 78 Minuten. Ein Kopfball des eingewechselten Sinan Tekerci (83.) hätte für das beruhigende 2:0 sorgen können, die Fortuna wusste nicht so recht, was mit der Situation anzufangen war. Drei Minuten vor dem Ende konnte Tobias Warschewski den Ball nicht über den herausgestürzten Poggenborg ins Tor bugsieren.

Am Ende sah Danilo Wiebe noch die Gelb-rote Karte nach einem zweiten Foulspiel in der Nachspielzeit, den Sieg aber ließ sich der SCP nicht mehr nehmen. Die Hoffnung lebt beim SCP, dass in den kommenden Wochen die Lage Stück für Stück verbessert werden kann. Immerhin.

Das Spiel

Köln: Poggenborg - Flottmann, Uaferro, Mimbala, Röcker (78. Kwame) - Bender, Schröder (83. Alibaz), Pazurek, Oliveira Souza - Dahmani, Brasnic (65. Kessel). - Trainer: Koschinat.

Münster: Schulze Niehues - Tritz, Kittner, Mai, Al-Hazaimeh - Wiebe, Schwarz - Mangafic (46. Tekerci), Rizzi, Weißenfels (61. Kara)- Rühle (78. Warschweski). - Trainer: Möhlmann.

Tore: 0:1 Schwarz (78., nach Kopfball von Kittner). - Schiedsrichter: Petersen (Stuttgar). - Zuschauer: 2452. - Gelb-rote Karte: Wiebe (90.+2). - Bes. Vorkommnis: Kölns Trainer Koschinat (75.) muss auf die Tribüne. - Gelbe Karten: Uaferro / Tritz, Mai, Kittner.   

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