Fußball: 3. Liga
Preußen Münster punktet gegen den Spitzenreiter Paderborn

Münster -

Kein Sieger im SCP-Duell: 1:1 trennen sich der SCP aus Münster und der aus Paderborn nach einem kämpferisch wertvollen und künstlerisch vernachlässigbaren Auftritt im Preußenstadion. Münster ist damit in der Tabelle sehr kleinschrittig im Vorwärtsgang, für Paderborn reicht der Zähler, um die Tabellenspitze zurückzuerobern.

Samstag, 03.03.2018, 16:38 Uhr aktualisiert: 03.03.2018, 17:19 Uhr
Fußball: 3. Liga: Preußen Münster punktet gegen den Spitzenreiter Paderborn
Im Luftkampf: Adraino Grimaldi Foto: Jürgen Peperhowe

Marco Antwerpen hatte bei seiner Mannschaftsaufstellung auch ein wenig die Frost-Rations-Toleranz seiner Schützlinge im Auge gehabt. Wer auflief, musste bereit sein, alles zu geben und auf dem knochenharten Platz in jeden Zweikampf gehen. So startete die Truppe um den rechtzeitig wieder fit gewordenen Kapitän Adriano Grimaldi dann auch ins Spiel.

Präsent, aktiv und mit der nötigen Penetranz drängte sie die Gäste in die Defensive. Das sah bis zum 16er sehr ordentlich aus, brachte aber dennoch wenig Gefahr vors Tor. Dafür sorgte Gästekeeper Leopold Zingerle dann im Selbstversuch. Einen harmlosen Rückpass wollte der Schlussmann kurz außerhalb der 16-Meter-Linie nach vorne befördern und übersah dabei den heranrauschenden Adriano Grimaldi. Aus kürzester Entfernung trifft Zingerle Grimaldi und der ins Tor (18.).

Saison 2017/18: 27. Spieltag: Preußen Münster - SC Paderborn

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  • In der laufenden Saison war es bereits das dritte Duell von Preußen Münster gegen den SC Paderborn.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die Gäste aus Ostwestfalen spielen um den Aufstieg in die 2. Liga mit, aber...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • ...das Team von Coach Steffen Baumgart punktete zuletzt nicht mehr so erfolgreich wie in der Hinrunde.

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  • Und es ging schlecht los für die Gäste aus Paderborn: Preußen Münster ging bereits in der 18. Spielminute durch einen Treffer von Adriano Grimaldi mit 1:0 in Führung.

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  • Paderborns Keeper Leopold Zingerle musste zähneknirschend den Ball aus dem Netz holen.

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  • Die Münsteraner gingen fortan weiter elanvoll zur Sache wie hier Tobias Rühle (r.) gegen Paderborns Robin Krauße.

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  • Hier kämpft Münsters Stürmer Adriano Grimaldi um die Lufthoheit im gegnerischen Strafraum.

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  • Erneutes Wiedersehen im Zweikampf: Münster Tobias Rühle (r.) gegen Robin Krauße.

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  • Preußens Stürmer Adriano Grimaldi arbeitete leidenschaftlich mit und attackiert hier Paderborns Philipp Klement (l.).

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  • In der zweiten Halbzeit schauten Münsters Coach Marco Antwerpen (l.) und Co-Trainer Kurtulus Öztürk besorgt, weil die Adlerträger die Spielkontrolle dem Gegner überließen.

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  • Münsters Martin Kobylanski (l.)im Zweikampf - ein Treffer gelang in der 76. Spielminute jedoch nur noch den Gästen zum Ausgleich.

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  • Diskussionsbedarf hatten Schiedsrichter Sven Jablonski (M.) sowie Paderborns Ben Zolinski (3.v.l.) und Münster Adriano Grimaldi (3.v.r.).

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  • Gedankenaustausch zwischen Paderborns Trainer Steffen Baumgart (l.) und seinem Spieler Christian Strohdiek.

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  • Münsters Fabian Menig gegen Ben Zolinski

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  • Münsters Sandrino Braun gegen Philipp Klement

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  • Meinungsverschiedenheit zwischen den Paderbornern Thomas Bertels und Felix Herezenbruch mit Linienrichter Thomas Gorniak.

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  • Es folgen weitere Impressionen vom Spiel...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Saison 2017/18: 27. Spieltag: Preußen Münster - SC Paderborn Foto: Jürgen Peperhowe
  • Saison 2017/18: 27. Spieltag: Preußen Münster - SC Paderborn Foto: Jürgen Peperhowe
  • Saison 2017/18: 27. Spieltag: Preußen Münster - SC Paderborn Foto: Jürgen Peperhowe
  • Münsters Martin Kobylanski gegen Philipp Klement

    Foto: Jürgen Peperhowe

Die Preußen hattten sich diesen Treffer nicht unbedingt erzwungen, aber allemal verdient. Paderborn kam nach dem Rückstand etwas besser ins Spiel, versprühte aber bis zur Nachspielzeit des ersten Durchgangs kaum Torgefahr. Erst Sekunden vor dem Halbzeitpfiff landete eine Kopfballstaffette mit Endstation Sven Michel Zentimeter knapp neben dem Tor, das von Max Schulze Niehues bis dahin nicht immer souverän gehütet wurde. Die Zeit des Preußen-Keepers kam dann - aus Sicht der Preußen-Fans unter den 7015 Zuschauern leider - im zweiten Abschnitt.

Aufstiegsaspirant präsenter im Spiel

Mit der Führung im Rücken kehrten die Preußen zurück aufs Feld, stellten ihre Offensivbemühungen nach zehn Minuten im zweiten Durchgang aber weitestgehend ein. Die Zeichen standen dagegen auf Sturm aus dem Osten: Paderborn machte Druck. Ein Treffer von Sven Michel wurde den Gästen zu Unrecht wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung aberkannt. Doch die Richtung war klar und beide Trainer hatten sich auch damit abgefunden.

Re-Live

Marco Antwerpen besiegelte seinen Kurswechsel, als er bereits nach 62 Minuten Innenverteidiger Lion Schweers für Offensivmann Martin Kobylanski aufs Feld schickte. Die unmissverständliche Botschaft ans Team: Den Eintor-Vorsprung über die Zeit bringen. Doch fortan gerieten die Preußen nicht nur ob der frostigen Temperaturen ins Zittern.

Einzelkritik: SC Preußen Münster - SC Paderborn

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  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Torhüter Max Schulze Niehues - Note 2,5:

    Leichte Aussetzer im ersten Abschnitt, dann aber, als es wichtig wurde, hundertprozentig da. Am Gegentor machtlos.

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  • Abwehr - Stephane Tritz - Note 3,5:

    Im ersten Durchgang in einer insgesamt stärkeren Preußen-Elf stabiler Faktor, dann zunehmend gegen den schnellen Antwi-Adjei auf verlorenem Posten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abwehr - Ole Kittner - Note 3:

    Bei Standards vorne immer mit dabei, aber leider glücklos. Trotzdem eine ordentliche Partie des Routiniers.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abwehr - Simon Scherder - Note 3:

    Zwei, drei ungenaue Pässe im Aufbau, anschließend aber grundsolider Verteidigungsposten in der Preußen-Defensive.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abwehr - Fabian Menig - Note 3:

    Keine großen Böcke, keine spektakulären Pluspunkte. So mittel, halt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld - Sandrino Braun - Note 2,5:

    Machte auf dem knochenharten Platz eine gute Figur und trieb das Preußenspiel wie zuletzt gut an.

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  • Mittelfeld - Philipp Hoffmann - Note 3,5:

    Einige gute Ansätze in der starken Startphase, verblasste dann zunehmend.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld - Michele Rizzi - Note 4:

    Gute Momente wechselten sich ab mit weniger guten. So ist das auch im Fußballerleben. Kurz vor Schluss hätte er zum Matchwinner werden können, doch der wacklige Gästekeeper Leopold Zingerle glänzte mit seiner besten Tat des Tages.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld - Martin Kobylanski - Note 3:

    Arbeitete für seine Verhältnisse viel und rackerte bis zu seiner Auswechslung (62.).

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld - Tobias Rühle - Note 3,5:

    Der Mann der ersten Viertelstunde. So hätte man den Offensivmann gerne noch 75 Minuten länger gesehen, doch dann kam nichts mehr.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sturm - Adriano Grimaldi - Note 3:

    Heute ein Arbeitstier - viel Laufarbeit, die meiste davon ohne Ball. Aber im entscheidenden Moment zur rechten Zeit an rechter Stelle.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abwehr - Lion Schweers - Note 3:

    Kam, sah und grätschte: Wichtige Aktion nach seiner Einwechslung. Beim Gegentor in der Nähe des Geschehens, aber nicht dicht genug dran.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeld - Lukas Cueto - Note 3:

    Krönte seinen Auftritt mit einem starken Solo - leider ohne starken Abschluss.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Abwehr - Lennart Stoll - Note 3,5:

    Wurde integraler Teil der Abwehrschlacht. Da gab es wenig Gelegenheit zu glänzen.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Ausgleichstreffer in Unterzahl

Schulze Niehues zwischen den Pfosten wurde jetzt warm geschossen und hatte Gelegenheit, seine anfänglichen Unsicherheit abzulegen. Der Preußenkeeper hielt, was zu halten war. Beim Ausgleichstreffer in der 76. Minute war er dann machtlos. Lukas Boeder beförderte den Ball aus zentraler Position in den Strafraum, wo er in Philip Klement einen dankbaren und durchaus kreativen Abnehmer fand. Die Direktabnahme aus sieben Metern war für Schulze Niehues unhaltbar.

Wir haben heute ja nicht gegen irgendwen gespielt. Paderborn hat eine sehr starke Mannschaft. Wir haben gegen eine richtig gute Mannschaft einen Punkt geholt.

Münsters Coach Marco Antwerpen

Dass die Gäste zu diesem Zeitpunkt in Unterzahl agierten war dem Spiel nicht anzusehen. Im Gegenteil: Nachdem sich Christian Strohdiek kurz zuvor die zweite gelbe Karte ermeckert hatte, bliesen die Gäste erst Recht zum Angriff. Der Ausgleichstreffer war also hoch verdient - und Preußen Münster glücklich, dass am Ende zumindest ein Punkt auf das Konto wanderte.

Wir haben ein sehr gutes Fußballspiel gesehen, mit einem gerechten Ausgang. Ich bin mit dem Punkt zufrieden.

Paderborns Trainer Steffen Baumgart
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