Do., 08.03.2018

Fußball: 3. Liga Preußen reisen zufrieden zurück aus Aalen und nehmen Jena ins Visier

Aalens Matthias Morys (l.) hatten die Preußen um Sandrino Braun bis auf die ersten 20 Minuten sehr gut im Griff.

Aalens Matthias Morys (l.) hatten die Preußen um Sandrino Braun bis auf die ersten 20 Minuten sehr gut im Griff. Foto: Thomas Siedler

Aalen - 

So richtig unzufrieden wirkte keiner der Preußen mit dem 0:0 beim VfR Aalen. Die Losung ist klar: Gewinnt Münster am Samstag zu Hause gegen Carl Zeiss Jena, kann sich der Ertrag aus der Englischen Woche durchaus sehen lassen.

Von Thomas Rellmann

Die Szenerie war auf den ersten Blick ein wenig skurril. Nach dem 0:0 zwischen dem VfR Aalen und Preußen Münster, das auf den Rängen wenig Begeisterungsstürme ausgelöst hatte, waren sich beide Seiten nicht nur einig, dass sie mit dem Punkt sehr gut leben konnten, sondern tauschten – ganz anders als zuvor auf dem Feld – viele Nettigkeiten aus. Allen voran Fabian Menig.

Der Abwehr-Allrounder und Sympathieträger, der erst im Sommer die Seiten gewechselt hatte und auf der Ostalb viele alte Freunde herzte, war einer der Besten bei den Gästen. Auch in der Analyse: „Aalen ist ja schon eine eklige Mannschaft. Unser Defensivplan hat gut funktioniert, aber noch nicht ideal. Zum Beispiel bei den Standards oder auch in anderen Situationen müssen wir enger stehen.“

Dass sich nach dem Abpfiff schnell alle, die sich 90 Minuten wild bekämpft hatten, wieder vertrugen, war auffällig. Genau wie die Freude in den Gesichtern der beiden Trainer, sich endlich mal wiederzusehen. SCP-Coach Marco Antwerpen lud seinen alten Weggefährten und Mentor Peter Vollmann sogar spontan zum Essen ein. Logistisch sollte dem wenig im Wege stehen. Beide haben ihren Wohnsitz im Kreis Coesfeld, Antwerpen in Seppenrade, Vollmann in Billerbeck. „Wir sind ja fast Nachbarn“, lachte der Preuße und leitete einen längeren Smalltalk unter Kollegen ein.

Fotostrecke: Einzelkritik: VfR Aalen - SC Preußen Münster

Ob es dabei auch darum ging, warum beide ihr Wechselkontingent mitten in der Englischen Woche nicht ausschöpften, ist nicht überliefert. Der Münsteraner sparte sich nur einen Tausch, nachdem er mit Adriano Grimaldi und vor allem Philipp Hoffmann zuvor seinen Angriff belebt hatte. Vollmann aber erklärte durchaus plausibel, warum er seine Startelf sogar durchspielen ließ: „Mit jeder Änderung hätten wir an körperlicher Größe verloren. Und ich weiß gar nicht, wie viele 1,90-Leute beim Gegner auf dem Platz waren.“

Genau genommen nur Jeron Al-Hazaimeh, doch es stimmte: In der Luft übernahm gerade die SCP-Defensive im Laufe der Partie mehr und mehr das Kommando. „Aber wir hatten in der Schlussphase auch viel Ballbesitz“, befand Antwerpen. „Nur der letzte Pass fehlte.“ Warum auch er das Remis äußerst wohlwollend registrierte, ließ sich leicht mit der Aalener Heimstärke erklären. Zum zehnten Mal in Serie blieb der Tabellenachte daheim ungeschlagen. „Und die Mannschaft hat hier schon 27 Tore geschossen – aber wir holen ein 0:0.“

Fotostrecke: Saison 2017/18: 28. Spieltag: VfR Aalen - Preußen Münster

In der Tabelle verharren die Westfalen an 14. Stelle, haben durch die Chemnitzer Niederlage in Köln (0:3) aber nun zehn Zähler Vorsprung auf die Abstiegszone. In einem Nachholspiel geht es für die Sachsen gegen Aufstiegsanwärter Wiesbaden. Es sieht also weiter sehr gut aus für die Preußen im Rennen um den Klassenerhalt. Die ominöse Marke von 45 Punkten wird in diesem Jahr voraussichtlich lange nicht nötig sein. Auch wenn noch zehn Partien ausstehen.

Die nächste könnte Münster aber für den vielleicht finalen Schritt aus dem Keller nutzen, denn Carl Zeiss Jena, am Samstag (14 Uhr) an der Hammer Straße zu Gast, ist punktgleich und nur einen Platz zurück. Die Thüringer reisen jedoch komplett ausgeruht an. Während es für den SCP das dritte Spiel in acht Tagen wird, liegt der letzte Auftritt des Aufsteigers dann zwei Wochen zurück.

Denn die Partie in Meppen fiel zunächst aus, am Dienstag auch kurzfristig das Heimspiel gegen Würzburg. „Egal, wir müssen jetzt gut regenerieren und Samstag noch mal einen drauflegen“, sagt Menig. Sein Kumpel Lennart Stoll pflichtet bei: „Ein Sieg gegen Jena – und wir können mit der Woche sehr zufrieden sein.“



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