Fußball: 3. Liga
Preußen holen 0:2-Rückstand gegen Jena mit letzter Kraft noch auf

Münster -

Entwarnung im Abstiegskampf kann Preußen Münster noch nicht vermelden. Erneut langte es am Samstag nur zu einem Remis. Das 2:2 (1:2) gegen Carl Zeiss Jena ging auch nicht so ganz als gefühlter Sieg durch, auch wenn sich der Hausherr massiv steigerte im Spielverlauf, einen 0:2-Rückstand aufholte und am Ende nur hauchdünn die drei Punkte verpasste, die einen großen Schritt im Keller bedeutet hätten.

Samstag, 10.03.2018, 15:57 Uhr aktualisiert: 11.03.2018, 09:23 Uhr
SC Preußen Münster - FC Carl Zeiss Jena : Hier zu sehen Scherder gegen Günther-Schmidt.
SC Preußen Münster - FC Carl Zeiss Jena : Hier zu sehen Scherder gegen Günther-Schmidt. Foto: Jürgen Peperhowe

Die Spieler selbst waren hinterher hin- und hergerissen. "Die erste Hälfte war unerklärlich. So schlecht war ich noch nie. Was wir vorgegeben bekommen hatten, haben wir nicht umgesetzt", sagte Abwehrspieler Simon Scherder. Doppel-Torschütze Adriano Grimaldi, ein Vorbild in Sachen Einsatz, meinte: "Wir hätten am Ende auch noch drei Punkte holen können. Drei Punkte am Ende der Woche sind nicht ideal, aber wir sind auch ungeschlagen geblieben."

Trainer Marco Antwerpen betonte: "Die erste Hälfte haben wir uns so nicht vorgestellt, da fehlten die Basics. Man muss schon Laufbereitschaft an den Tag legen. Wenn die fehlt, kommt man nicht in die Zweikämpfe. Es wurde immer schwieriger reinzukommen, da hatte ich große Bedenken. Durch den Anschlusstreffer waren wir befreiter. In der Pause haben wir ein paar Dinge besprochen, was wir anders machen wollen, dass wir mehr über die Abwehr chippen wollen, dass wir besser nachsetzen wollen. Es kostete viel Kraft, und da muss ich den Hut ziehen, dass wir so zurückgekommen sind. Das spricht für die Jungs."

Gut was los auf dem Rasen

Drei Wechsel nahm der Coach vor. Für Lion Schweers, Michele Rizzi und Lennart Stoll rückten Ole Kittner (Gelbsperre abgesessen), Grimaldi und Philipp Hoffmann zurück in die Startelf, was eine deutlich offensivere Ausrichtung und ein 4-2-3-1 zur Folge hatte. Tobias Rühle spielte links offensiv, Lucas Cueto als hängende Spitze und Martin Kobylanski wieder auf Sechs. Bei der kleinen Rotation ging es aber auch um eine Verteilung der Kräfte, schließlich war die Partie der dritte Teil der Englischen Woche, die der Gegner so nicht hatte. Sowohl die Begegnung in Meppen wie auch das Heimspiel gegen Würzburg waren am Dienstag ausgefallen.

Heimspiel: Preußen Münster vs. Carl Zeiss Jena

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  • Heimspiel: Preußen Münster vs. Carl Zeiss Jena Foto: Jürgen Peperhowe
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Der Gast besaß auch die erste Szene, als Julian Günther-Schmidt von der Strafraumgrenze abschloss, aber Keeper Max Schulze Niehues auf dem Posten war (4.). Die Thüringer, die auswärts erst fünf Punkte geholt hatten, machten das allgemein nicht schlecht, sie spielten schnell und zielstrebig nach vorne, wirkten bissig und fit. Doch auch Münster hatte was zu melden: Cueto bediente Fabian Menig, der wieder rechts verteidigte, ideal, doch dessen Schuss lenkte FCC-Torwart Raphael Koczor um den Pfosten (11.). Eine Minute erreichte ein Traumpass von Sandrino Braun Grimaldi, dessen Versuch Matthias Kühne blockte.

Gut was los auf dem Rasen in dieser Phase. Doch dann der Schock: Schulze Niehues klärte an der Grundlinie und Richtung Eckfahne nur unzureichend und vor allem flach in den Fuß von Manfred Starke. Der nahm die Kugel an, sah das fast leere Tor, in das der Preußen-Schnapper zurückeilte. Gegen dessen Laufrichtung schlug der Schuss relativ zentral und glücklich zum 1:0 für Jena ein (13.). "Ich bekomme einen Rückpass und gleichzeitig Druck und das zum zweiten Mal binne 30 Sekunden. Eigentlich sollten wir genau das vermeiden", sagte der Schlussmann. "Trotzdem muss ich den Ball natürlich vernünftig klären." Die Ansage des Trainers, solche Anspiele zu unterlassen, bestätigte kurz darauf übrigens auch Scherder.

Fehlende Bewegung, Aggressivität und Entschlossenheit

Diesen Tiefschlag mussten die Hausherren erst mal verdauen. Glück hatten sie, als ein Freistoß von Dennis Slamar sich nur knapp den Kasten senkte (20.). Carl Zeiss wurde immer überlegener, bei den Preußen fehlte die Bewegung, die Aggressivität, die Entschlossenheit. Gerade als Antwerpen seine gesamte Bank zum Warmmachen schickte, fiel das 2:0. Eine Traumkombination des Tabellen-14. führte auch dank gütiger Passivität der gesamten Hintermannschaft über den umsichtigen Starke zu Maximilian Wolfram, der keine Mühe hatte aus sechs Metern (25.).

Sehr wenig deutete auf eine Wende hin, war es doch die mangelnde Kraft? Grimaldi aber dachte nicht an Alibis und hämmerte einen abgetropften Kobylanski-Freistoß aus dem Halbfeld mit aller Kompromisslosigkeit in die Maschen (32.). Anschluss, 1:2! Bis zur Pause stabilisierte sich der SCP ein wenig, doch mit dem Halbzeitpfiff war auch klar, dass sich strukturell etwas ändern musste.

Einzelkritik: Preußen Münster - Carl Zeiss Jena

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  • Stürmer Adriano Grimaldi, Note 2, arbeitete sich rein in die Partie, erzwang das 1:2, stand beim 2:2 richtig. Am Ende legte sich der Kapitän mit praktisch jedem Gästeakteur an, war heiß gelaufen. Fünf Minuten länger, und Grimaldi hätte alle Jenaer mit Haut und Trikot aufgefressen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rechtsverteidiger Fabian Menig, Note 3,5, zeigte eine solide Partie, wirkte in seinen Zweikämpfen nicht so bissig wie sonst. Keine Impulse nach vorn.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Linksverteidiger Jeron Al-Hazaimeh, Note 3,5, mit einem eher unscheinbaren Auftritt auf seiner Seite. Die Vorstöße brachten nicht viel ein, ab und an taktisch orientierungslos, aber in den Zweikämpfen auf der Höhe des Geschehens.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Lennart Stoll, keine Note, kam für Fabian Menig und machte sein Zeug. Schaltete sich dabei vielversprechend in die Offensive ein. Bleibt eine Alternative auf der rechten Seite.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Lucas Cueto, Note 4, konnte nicht wirklich überzeugen, entschied sich bei seinen Pässen oft falsch, kam zu wenig in die Zweikämpfe und versuchte vieles durch seine immense Laufarbeit aufzufangen. Ihm fehlt nach der langen Verletzungspause Spielpraxis.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Martin Kobylanski, Note 4, bereitete das 1:2 mit einem Freistoß vor. Aber in der schwachen ersten Hälfte des SCP konnte auch er keine Impulse setzen. Dann war er raus.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Torwart Max Schulze Niehues, Note 5, verschuldete das 0:1 mit einem verunglückten Befreiungsschlag und rutschte dann noch beim Schuss von Starke aus. Konnte sich in der Folgezeit nicht einmal auszeichnen. Kein guter Tag für ihn.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Michele Rizzi, Note 3, sortierte im Mittelfeld - er kam für Kobylanski - gemeinsam mit Braun die Dinge neu. Seinen Standards fehlte allerdings die Präzision. Mit Rizzi aber erwachte der SC Preußen und holte das 2:2 noch heraus.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Ole Kittner, Note 2,5, war von Anfang an Münsters konstantester Verteidiger an diesem Tag. Hätte mit seinem Kopfball fast den Ausgleich markiert. Auf ihn war Verlass.

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  • Rechtsaußen Philipp Hoffmann, Note 4, blieb blass, zu wenig gute Läufe von ihm, keine guten Vorlagen von ihm, er kann mehr.

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  • Mittelfeldspieler Sandrino Braun, Note 3, fand zunächst wenig ins Spiel, lief oft der Musik hinterher. Aber mit Rizzi an seiner Seite wurde die ganze Angelegenheit im Mittelfeld stabiler und geordneter.

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  • Innenverteidiger Simon Scherder, Note 3, steigerte sich nach einer schwachen ersten Halbzeit gewaltig. Erst als Scherder in der Abwehr wieder das Sagen hatte, kam der SCP in Fahrt.

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  • Linksaußen Tobias Rühle, Note 3, kam erst auf der rechten Seite nach der Pause zur Entfaltung. Allerdings vergab er wieder eine Riesenchance, ihm fehlt der Killerinstinkt vor dem Tor.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Tobias Warschewski, keine Note, sorgte in der Schlussphase für Aufregung im Gäste-Strafraum, ein, zwei Mal zu ungestüm. Belebte die Preußen-Offensive in den letzten Minuten. Sein Assist zum 2:2, eine Kopfball-Weiterleitung, wird ihm Selbstbewusstsein für die nächsten Wochen geben.

    Foto: Jürgen Peperhowe

So kam Rizzi für Kobylanski, um ein bisschen mehr Zweikampfhärte auf der Sechs einzubringen, denn gerade in diesem Bereich konnten sich die Jenaer zu oft den Ball zuspielen. Es dauerte nur drei Minuten, da war der Gastgeber ganz nah dran am Ausgleich. Scherder legte mit der Sohle sehr elegant auf Rühle ab, doch der kam aus kurzer Distanz nicht an Koczor vorbei (48.). Grimaldi hatte nach Rühles Flanke die nächste Möglichkeit (54.). Der Kapitän brachte noch einen Kopfball aufs Tor, nach Hereingabe von Jeron Al-Hazaimeh (66.), doch der war zu harmlos. Münster drückte, Jena fand jenseits der Mittellinie kaum noch statt. Doch zu viele Fehlpässe, zu viele falsche Entscheidungen verhinderten die klaren Situationen im Strafraum. Die größte Gelegenheit hatte Kittner nach einer Rizzi-Ecke, doch Koczor tauchte wieder rechtzeitig ab (74.).

Preußen hätten den Sieg verdient

Die letzte Patrone im Trainer-Lauf zog Antwerpen mit Tobias Warschewski. Der Youngster, der zuletzt seine Rückstände aufgeholt hat, griff tatsächlich gleich nach seiner Einwechslung für Hoffmann entscheidend ein. Rühle bekam dank des Abspielfehlers von Florian Brügmann eine zweite Chance zum Flanken. In der Mitte verlängerte Warschewski das Leder leicht mit dem Hinterkopf, sodass Grimaldi völlig frei stand und zum Ausgleich einnickte (76.). Das Tor zum 2:2 für Preußen war Abseits, zählte aber Zeit.

Jena wachte nun noch mal kurzzeitig auf. Scherder musste gegen Starke eine Monstergrätsche auspacken, um ein weiteres Gegentor zu verhindern (82.). Doch danach gab es wieder nur eine Richtung. Das Tor von Koczor. In dessen Arme köpfte Warschewski nach einem Rizzi-Freistoß (83.). Standards waren jetzt eine Waffe. In der Nachspielzeit landete nach einer Ecke der Ball bei Warschewski über Umwege, der Schuss zischte nur knapp am Tor vorbei (90.+1). In allerletzte Sequenz blieben auch Rühles und Cuetos Versuche ohne Glück (90.+4). Die Preußen hätten aufgrund ihrer tollen Moral einen Sieg verdient gehabt, doch am Ende reichte es nicht - sie mussten sich mit dem dritten Remis binnen acht Tagen zufrieden geben.

Zum Spiel:

SCP: Schulze Niehues - Menig (66. Stoll), Kittner, Scherder, Al-Hazaimeh - Braun, Kobylanski (46. Rizzi) - Hoffmann (73. Warschewski), Cueto, Rühle - Grimaldi

FCC: Koczor -  Kühne, Slamar, Gerlach, Brügmann - Wolfram, Erlbeck (59. Eismann), Eckardt, Sucsuz (77. Mauer) - Starke - Günther-Schmidt (65. Dietz)

Schiedsrichter: Tobias Welz (Wiesbaden)

Tore: 0:1 Starke (13.), 0:2 Wolfram (25.), 1:2 Grimaldi (32.), 2:2 Grimaldi (76.)

Zuschauer: 5907

Gelb: Hoffmann, Kittner, Grimaldi / Erlbeck, Brügmann, Eismann, Wolfram

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