Fußball: 3. Liga
Grimaldi wie entfesselt - Preußen Münster siegt 4:2 bei Fortuna Köln

Köln -

Adriano Grimaldi war der große Anführer beim 4:2-(2:1)-Auswärtssieg des SC Preußen Münster bei Fortuna Köln. Das Team von Trainer Marco Antwerpen rückte auf Rang zehn der 3. Liga vor und bleibt eine der großen Überraschungen in der Rückrunde.

Samstag, 14.04.2018, 16:17 Uhr aktualisiert: 14.04.2018, 16:39 Uhr
 Die drei Torschützen (v.l.): Schweers, Hoffmann und Grimaldi.
Die drei Torschützen (v.l.): Schweers, Hoffmann und Grimaldi. Foto: Jürgen Peperhowe

Preußen Münster bleibt in der Endphase der Saison weiter auf dem Vormarsch. Der Fußball-Drittligist gewann bei Fortuna Köln hochverdient mit 4:2 (2:1). Damit hüpfte das Team von Trainer Marco Antwerpen auf Rang zehn der Tabelle - da stand der SCP schon lange nicht mehr. Mann der Partie war dabei Kapitän Adriano Grimaldi, der zwei Tore erzielte und ein weiteres vorbereitete. „Es hat Spaß gemacht, nach Köln zurückzukommen“, sagte Antwerpen, der in der Winterpause von Regionalligist Viktoria Köln als Nachfolger von Benno Möhlmann gekommen war.

Es hat Spaß gemacht, nach Köln zurückzukommen.

Marco Antwerpen

Münster gegen Köln, das war der ehemalige Abstiegskandidat (Münster) gegen den ehemaligen Aufstiegskandidaten (Köln). So unterschiedlich war die Saison, aber während Münsters Leistungskurve nun nach oben zeigt in den letzten Wochen und Monaten, zeigt die der Kölner nach unten. So lief auch das Spiel. Bereits nach 17 Minuten führte der SCP, weil Innenverteidiger Lion Schweers artistisch mit der Hacke eine Ecke von Martin Kobylanski vergoldete.

Münster dominiert die Partie

In der Folgezeit dominierte Münster die Partie, Köln fiel nichts ein. Ein Kopfball von Sandrino Braun war brandgefährlich, auch Rühle hatte das 2:0 auf dem Fuß. Doch es war Adriano Grimaldi vorbehalten, die Weichen endgültig auf Sieg zu stellen. Einen Pass von Rühle verarbeitete er am Ende zum 2:0, weil Gegenspieler Moritz Fritz sich leicht abschütteln ließ. Das machte er mit links, echt stark.

Einzelkritik: Preußen Münster gegen Fortuna Köln

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  • Schulze-Niehues (3):

    Selten beschäftigt, aber immer auf dem Posten. Gegen Fabian Menig und Kölns Lars Bender machtlos. Gewohnt souveräne Vorstellung von Münsters Nummer 1.

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  • Schweers (2):

    Hat endlich verstanden, wofür die Dreierkette zuständig ist. Tore verhindern kann er sowieso, heute traf er auch.

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  • Kittner (2,5):

    Hielt Ordnung in einem ohnehin aufgeräumtes Preußen-Spiel.

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  • Scherder (2,5):

    Nicht der unsichtbare Dritte. Im Gegenteil: Gleichwertiges Mitglied einer überzeugenden Dreierkette.

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  • Menig (4):

    Verdarb sich einen engagierten Auftritt durch ein unglückliches weil vermeidbares Eigentor und eine Schwalbe, die ihm die fünfte gelbe Karte bescherte.

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  • Braun (2,5):

    Die Marketing-Abteilung von Duracell soll schon angeklopft haben. Münsters zentrale Figur steht ständig unter Strom

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  • Kobylanski (3):

    Kann viel Gefahr durch Standards erzeugen -- macht er aber immer noch zu selten. Gegen Köln immerhin ein Assist.

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  • Schwarz (3):

    Wie der Schutzengel der Provinzial: immer da, immer nah. Nach 70 Minuten ebenso vorzeitig wie verdient unter die Dusche geschickt.

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  • Hoffmann (2,5):

    Mühte sich über weite Teile der Partie vergeblich, machte aber bei seinem Treffer alles richtig.

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  • Grimaldi (1):

    Trifft zwei Mal selber, legt einmal auf. Spitzenleistung in der Spitze. Liebe Preußenspitze: So ein Mann ist sein Geld wert.

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  • Rühle (2,5):

    Wegbegleiter und Vorbereiter: Tobias Rühle bediente zwei Mal seinen Kapitän und war den Gastgebern 90 Minuten lang ein unangenehmer Gast.

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  • Stoll (67./3,5):

    War schon oft genug dabei, um ohne Eingliederungsmaßnahmen seinen Platz zu finden

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  • Borgmann (73./3):

    Spielt unaufgeregt bei den Großen mit und macht Hoffnung für die Zukunft.

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  • Heinrich (77.):

    Kurz-Auftritt ohne Fehl und Tadel - aber auch ohne große Aktionen.

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Nach der Pause flammte das Feuer der Fortuna kurz auf. Auch weil Fabian Menig in der 48. Minute eine Hereingabe der Fortuna ins eigene Tor zum 1:2 schob. Pechvogel Menig? Oder war das nur die Strafe für eine Schwalbe in der 45. Minute, als der eisenharte Rechtsverteidiger einen Freistoß schinden wollte und dafür die Gelbe Karte sah? Damit fehlt Menig im kommenden Heimspiel gegen Halle.

Saison 2017/18: Fortuna Köln - SC Preußen Münster

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  • Einer der ersten Zweikämpfe: Schweers gegen Kölns Keita-Ruel.

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  • Auch Braun gibt gegen Brandenburger sein Bestes.

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  • Preußen-Stürmer Grimaldi kriegt zwar Bälle zugespielt. Zunächst gelingt es ihm aber nicht, sie ins Kölner Tor zu bugsieren.

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  • Voller Einsatz von Rühle.

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  • Schweers setzt sich erneut gegen Keita-Ruel durch.

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  • Und dann klappts doch noch: Lion Schweers trifft zum 1:0 für den SCP!

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  • Der Jubel bei den Preußen ist groß.

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  • Es geht weiter: Menig gegen Hamdi Dahmani.

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  • Wieder Grimaldi am Ball.

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  • Das Duell gegen Hamdi Dahmani lohnt sich...

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  • ...denn kurze Zeit später darf Grimaldi gemeinsam mit Preußen-Trainer Antwerpen den nächsten Treffer bejubeln.

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  • Saison 2017/18: Fortuna Köln - SC Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • Saison 2017/18: Fortuna Köln - SC Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • Saison 2017/18: Fortuna Köln - SC Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • Saison 2017/18: Fortuna Köln - SC Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • Saison 2017/18: Fortuna Köln - SC Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • Saison 2017/18: Fortuna Köln - SC Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • Saison 2017/18: Fortuna Köln - SC Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • Saison 2017/18: Fortuna Köln - SC Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • Saison 2017/18: Fortuna Köln - SC Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe

Das 1:2 beflügelte die Fortunen für ein paar Minuten, der SCP wackelte ein wenig. Aber als Grimaldi nach 57 Minuten Philipp Hoffmann anspielte, und der mit einem feinen Drehschuss zum 3:1 traf, war das alles Makulatur. Münster war nur kurz vom Weg abgekommen. Dann war es erneut das Gespann Grimaldi/Rühle, das für das 4:1 verantwortlich war. Grimaldi mit seinem elften Saisontor verbesserte damit auch seine Position im Vertragspoker, sein Kontrakt in Münster läuft im Sommer aus. So, wie der 26-Jährige in Köln agierte, dürfte praktisch jeder Drittligist an ihm Interesse haben.

Die Preußen haben sich das verdient, und das Ergebnis war für uns eher noch schmeichelhaft.

Uwe Koschinat

Tatsächlich kamen die Gastgeber in den letzten Minuten noch einmal etwas auf, kampflos wollten sie sich nicht verabschieden. Der kleine Lohn war das 2:4 durch Lars Bender. Immerhin. „Es gibt keine zwei Meinungen über den Sieger. Die Preußen haben sich das verdient, und das Ergebnis war für uns eher noch schmeichelhaft“, verneigte sich Kölns Trainer Uwe Koschinat vor der Leistung der Gäste.

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Köln: Boss - Ernst, Manz, Fritz (63. Kurt), Pazurek - Kegel, Brandenburger - Ceylan (57. Bender), Dahmani (80. Falahen), Farrona Pulido - Keita-Ruel. - Trainer: Koschinat.

Münster: Schulze Niehues - Schweers, Kittner, Scherder - Menig (66. Stoll), Braun, Kobylanski, Schwarz (73. Borgmann) - Rühle, Grimaldi (77. Heinrich), Hoffmann.- Trainer: Antwerpen.

Tore: 0:1 Schweers (17., Ecke Kobylanski), 0:2 Grimaldi (36., Flanke Rühle), 1:2 Menig/Eigentor (48.), 1:3 Hoffmann (57., Pass Grimaldi), 1:4 Grimaldi (67., Pass Rühle), 2:4 Bender (84., Pass Keita-Ruel). - Zuschauer: 2000. - Schiedsrichter: Günsch (Marburg). - Gelbe Karten: Menz, Kegel, Fritz - Menig, Schwarz.

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