3. Liga: Münster schlägt Lotte 3:0
Sommerfußball mit rustikalen Einlagen

Münster -

90 Minuten Sommerfußball mit rustikalen Einlagen: Drittligist Preußen Münster verabschiedete sich mit einem 3:0 (2:0)-Erfolg gegen die Sportfreunde Lotte vom eigenen Anhang aus der Saison. Der Doppeltorschütze war gleichzeitig einer, der vor der Partie vom Verein verabschiedet wurde.

Samstag, 05.05.2018, 16:02 Uhr aktualisiert: 05.05.2018, 16:43 Uhr
3. Liga: Münster schlägt Lotte 3:0 : Sommerfußball mit rustikalen Einlagen
Foto: Jürgen Peperhowe

Behutsam eingebettet zwischen Verabschiedungszeremonie und Abschlussparty fanden am Samstag noch einmal 90 Minuten Drittliga-Fußball Platz. In dieser Saison die letzten beiden Halbzeiten im heimischen Preußen-Stadion - das Preußen-Fans und -Spielern natürlich weiterhin in aller Pracht erhalten bleibt. Das „neue“ Stadion wird auch in den nächsten Spielzeiten vorerst eine Vision bleiben, auch wenn das Thema den Verein in dieser Saison teilweise mehr beschäftigte, als das Treiben der Mannschaft auf dem Platz.

Die stand aber gegen die Sportfreunde Lotte noch einmal im Mittelpunkt - schon 20 Minuten vor dem Anpfiff: Da nämlich übernahm die Floristik-Abteilung das Kommando und brachte exakt sieben Blumensträuße an den Mann. Luis Klante (verhindert, weil gleichzeitig mit den A-Junioren im Einsatz), Adriano Grimaldi, Stéphane Tritz, Jeron Al-Hazaimeh, Sebastian Mai, Nils Körber, Nico Rinderknecht und last but not least Mehmet Kara, der nach einem Jahr in der Westfalenliga-Reserve nun endgültig sein Adlertrikot an den Haken hängen wird, nahmen Abschied.

Mit Preußen-Vergangenheit an alter Wirkungsstätte

Der Gegner aus Lotte schaute bei der Flower-Zeremonie ganz genau hin: Die Lotteraner feiern in den kommenden Woche ihren Saisonabschied vor heimischem Publikum. Für wen es dann rote Rosen regnen wird, steht noch in den Sternen. Trainer Andreas Golombek wird sich um diese Aufgabe sicher nicht mehr kümmern wollen. Er darf in der kommenden Saison nicht mehr an der Seitenlinie stehen. Als vierte Wahl spät in der Saison zum Team gestoßen, darf er trotz ordentlicher Arbeitsnachweise nicht den ersten Mann in der Spielzeit 2018/19 geben. Manfred Wilke, Sportlicher Leiter der Sportfreunde, stellte zeitnahe Klärung der Trainerfrage in Aussicht und die Präsentation der ersten drei Neuzugänge.

37. Spieltag: SC Preußen Münster - SF Lotte

1/32
  • Dumm gelaufen: In der 40. Minute grätscht Lottes Maximilian Rossmann in eine scharfe Hereingabe von Preußens Philipp Hoffmann und erzielt per Eigentor das 2:0 für die Gastgeber aus Münster.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zuvor hatte Kapitän Adriano Grimaldi nach Kobylanski-Assist seine Farben in Front geschossen. Doch der Treffer aus der 25. Minute sollte nicht sein letzter bleiben...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • ... denn der Knipser knipste doppelt. Auch das 3:0 (83. Minute) schoss Grimaldi - diesmal nach ganz feinem Solo.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Das Trainerduo Marco Antwerpen (l.) und Kurtulus Öztürk konnten rundum zufrieden sein - außer vielleicht mit der Unbeherrschtheit von Sebastian Mai (62. Minute). Der Verteidiger ließ sich provozieren und rang Gegenspieler Wendel im Ringerstil nieder - glatt Rot!

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die Preußen machten ihre Sache, wie hier Benjamin Schwarz, aber auch in Unterzahl sehr ordentlich.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die Preußen waren immer obenauf, Lotte unterlegen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Hoffmann machte ein ganz starkes Spiel.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Genau wie Adriano Grimaldi.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Vor der Begegnung hieß es Abschied nehmen von zahlreichen Spielern.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Darunter auch Mehmet Kara, der jahrelang Publikumsliebling war, aber in Ungnade fiel und seither für die zweite Mannschaft aufläuft.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Der „Fußballgott“ Kara sagt Ade.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ganz bitter, dass er geht: Leistungsträger Adriano Grimaldi.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 3:0-Sieg im letzten Heimspiel Foto: Jürgen Peperhowe
  • 3:0-Sieg im letzten Heimspiel Foto: Jürgen Peperhowe
  • 3:0-Sieg im letzten Heimspiel Foto: Jürgen Peperhowe
  • 3:0-Sieg im letzten Heimspiel Foto: Jürgen Peperhowe
  • 3:0-Sieg im letzten Heimspiel Foto: Jürgen Peperhowe
  • 3:0-Sieg im letzten Heimspiel Foto: Jürgen Peperhowe
  • 3:0-Sieg im letzten Heimspiel Foto: Jürgen Peperhowe
  • 3:0-Sieg im letzten Heimspiel Foto: Jürgen Peperhowe
  • 3:0-Sieg im letzten Heimspiel Foto: Jürgen Peperhowe
  • 3:0-Sieg im letzten Heimspiel Foto: Jürgen Peperhowe
  • 3:0-Sieg im letzten Heimspiel Foto: Jürgen Peperhowe
  • 3:0-Sieg im letzten Heimspiel Foto: Jürgen Peperhowe
  • 3:0-Sieg im letzten Heimspiel Foto: Jürgen Peperhowe
  • 3:0-Sieg im letzten Heimspiel Foto: Jürgen Peperhowe
  • 3:0-Sieg im letzten Heimspiel Foto: Jürgen Peperhowe
  • 3:0-Sieg im letzten Heimspiel Foto: Jürgen Peperhowe
  • 3:0-Sieg im letzten Heimspiel Foto: Jürgen Peperhowe
  • 3:0-Sieg im letzten Heimspiel Foto: Jürgen Peperhowe
  • 3:0-Sieg im letzten Heimspiel Foto: Jürgen Peperhowe
  • 3:0-Sieg im letzten Heimspiel Foto: Jürgen Peperhowe

Gegen die Preußen stellte Golombek seine Mannschaft massiv um, ließ aber mit Marcus Piossek und Keeper David Buchholz seine Spieler mit Preußen-Vergangenheit an alter Wirkungsstätte auflaufen, während Gegenüber Marco Antwerpen erneut keinen Platz für den Ex-Lotter Jeron Al-Hazaimeh in der Startelf fand. Dafür stand überraschend Michele Rizzi nach seiner Adduktorenverletzung nicht nur schon wieder im Kader, sondern um 13.30 Uhr auch auf dem Feld.

Spiel ohne klare Ausrichtung

Dort entwickelte sich das von Antwerpen erwartete Spiel ohne klare Ausrichtung. „In dieser Phase weiß man nie genau, was man kriegt“, hatte Antwerpen vor der Partie prophezeit. „Das kann in die eine oder in die andere Richtung gehen. Wir haben beides schon erlebt: Gegen Halle lief es für uns überhaupt nicht, in Köln lief es dafür absolut rund.“

Einzelkritik: SC Preußen Münster - SF Lotte

1/14
  • Max Schulze Niehues: Von total harmlosen Gästen kaum nennenswert gefordert, ehe er Mitte der zweiten Hälfte doch zwei Mal binnen weniger Sekunden eingreifen musste. Kleine Schwäche mit dem Fuß, ansonsten kaum in Blickpunkt. Note: 3,0

    Foto: Peperhowe
  • Lion Schweers: Er und seine Kollegen hatten die Lotter Angreifer durchgehend unter Kontrolle, den einen oder anderen Abschluss kann man halt nicht verhindern. Packte Mitte des zweiten Abschnitts eine wichtiger Grätsche am eigenen Fünfer aus. Seine langen Bälle kommen nur noch nicht immer an. Note: 2,5

    Foto: Peperhowe
  • Sebastian Mai: Ersetzte den angeschlagenen Ole Kittner in der Zentrale der Dreierreihe und machte seine Sache ganz gut - ohne je groß in Bedrängnis zu geraten. Dann aber ein Blackout nach der von Tim Wendel provozierten Rudelbildung. Da riss er den SFL-Kapitän völlig unnötig im Stile eines Ringers zu Boden. Rot war okay. Note: 4,0

    Foto: Peperhowe
  • Simon Scherder: Wie entspannt und souverän der 25-Jährige mittlerweile hinten die Dinge sortiert, ist schon bemerkenswert. Geriet selten in die Bredouille, was auch - das wird er selbst wissen - an Lottes Ideenlosigkeit lag. Note: 2,5

    Foto: Peperhowe
  • Fabian Menig: Sein Offensivdrang hielt sich diesmal in argen Grenzen, doch hinten räumte der Rechtsverteidiger ordentlich auf. Immer eine Fußspitze dazwischen, immer ein paar Zentimeter höher im Luftkampf. Menig, wie man ihn kennt. Note: 3,0

    Foto: Peperhowe
  • Sandrino Braun: Der Sechser behauptete sich in den direkten Duellen selbst mit zwei oder drei Lotter Spielern mit einer hervorstechenden Cleverness und entschärfte so viele potenziell bedrohliche Situationen. Weil der Gegner ruppig spielte, rieb er sich nach der Pause zu oft in Rangeleien und Zwiegesprächen auf. Note: 2,5

    Foto: Peperhowe
  • Michele Rizzi: Dass der Vize-Kapitän überhaupt auflief, war schon überraschend. Schließlich war sein Saison-Aus schon verkündet. Eine eher unauffällige Partie mit einigen guten Zweikampfszenen, aber auch Glück, dass er für sein Foul an Kevin Freiberger, dem auch noch ein eigener Fehlapss vorausging, nicht vom Platz flog. Note: 3,5

    Foto: Peperhowe
  • Benjamin Schwarz: Engagierte Vorstellung des Routiniers, schaltete sich oft nach vorne ein und hielt seine Seite gut dicht. Ein unnötiges Foul von Mats Facklam beendete seinen Arbeitstag. Mit bandagiertem Knie und viel Beifall ging es vom Platz. Die Diagnose steht aus, die Hoffnung, dass es keine gravierende Verletzung ist, besteht. Note: 2,5

    Foto: Peperhowe
  • Martin Kobylanski: Sein Freistoß leitete mal wieder den Sieg ein. Das hat schon eine gewisse Klasse, wie er die Bälle in den Strafraum schlägt mit seinen Standards. Aus dem Spiel nicht so auffällig wie seine Nebenleute, aber vorne fühlt er sich noch etwas wohler als auf der Sechs. Note: 3,0

    Foto: Peperhowe
  • Philipp Hoffmann: Zäher Beginn, doch dann explodierte der Rechtsaußen. Das 2:0 legte er ideal vor, die erste Hälfte des zweiten Durchgangs war eine kleine Hoffmann-Show. Brillante Ballbehandlung, gute Übersicht, Lauffreude, Kombinationssicherheit - nicht schlecht. Baute später etwas ab. Ach ja, seine Defensivtreue ist ohnehin Standard. Note: 2,0

    Foto: Peperhowe
  • Adriano Grimaldi: So langsam dämmert den Preußen, dass ihr Top-Stürmer für die 3. Liga zu gut ist. Herrliche Einzelleistung beim 1:0, starke Willenskraft beim 3:0 und auch dazwischen immer wieder Szenen von höchster Angreiferqualität, dazu gute Zweikampfwerte. Note: 1,5

    Foto: Peperhowe
  • Jeron Al-Hazaimeh: Als Schwarz runter musste, schlug in seinem letzten Heimspiel in Münster (und dann auch noch gegen seinen Ex-Club) die Stunde des Linksverteidigers. Brachte viel Leidenschaft rein, hatte aber ein paar Ballverluste zu viel. Note: 3,5

    Foto: Peperhowe
  • Moritz Heinrich: Kurzeinsatz ohne spektakuläre Aktion. Keine Note

    Foto: Peperhowe
  • Tobias Rühle: Machte in der letzten Viertelstunde noch mal richtig Alarm, wurde mehrfach von den Beinen geholt und brachte Tempo. Nur die letzte Effektivität fehlte wieder. Keine Note

    Foto: Peperhowe

Köln oder Halle?, lautete nun die Frage gegen Lotte - und zunächst wählten die Preußen das erfolgreiche Kölner Modell, machten Druck und spielten gefällig nach vorn. Nach 24 Minuten folgte die dazugehörige Dokumentation auf der Anzeigentafel: 1:0 für Preußen, durch -- ja, wen schon? Adriano Grimaldi erzielte seinen 14. Saisontreffer. Der Scorerpunkt ging auf das Konto von Martin Kobylanski, dessen Hereingabe vom Kapitän wie zuletzt gewohnt effizient verarbeitet wurde.

Eigentor

Das war gleichzeitig der Weckruf für die Gäste, für die Stürmer Mats Facklam fünf Minuten später etwas zu genau Maß nahm und nur den Innenpfosten des Preußentores anvisierte - und das war es auch schon an Lotter Leben. Der zweite Treffer fiel dafür erneut direkt vor den Augen der 200 mitgereisten SF-Fans, diesmal sogar mit einem Torschützen aus Lotte. Maximilian Rossmann fälschte die Hereingabe des bärenstarken Philipp Hoffmann unhaltbar für Keeper Buchholz zur 2:0-Führung der Preußen ab (40.) Noch vor der Pause durfte sich Piossek aus der Partie verabschieden, er war bis dahin absolut unauffällig geblieben und machte Platz für Stürmer Kevin Freiberger.

Re-Live

In unserem Live-Ticker können Sie die Höhepunkte der Partie noch einmal nachlesen.

...

Auch Antwerpen musste kurz danach tätig werden: Ausgerechnet Benjamin Schwarz humpelte vom Platz -- ein Jahr lang hatte das malade Knie den Münchener in Diensten der Preußen lahm gelegt. Eine neue Diagnose stand noch aus, für ihn durfte Jeron Al-Hazaimeh nach zwei Jahren in Münster ein letztes Mal an der Hammer Straße ran, wo der harmlose Sommerfußball nun völlig unnötigerweise eine rustikalere Note erhielt. Vor allem die Gäste aus Lotte wollten sich mit einer härteren Gangart aus der eigenen Lethargie lösen.

Zum Abschied eine Rote Karte

Gelbe Karten für Dennis Brock, Kevin Pires-Rodriguez, Moriz Heyer, Nico Neidhart, Maximilian Rossmann und Tim Wendel hüben sowie Sandrino Braun und Michele Rizzi drüben waren die Folge - Sebastian Mai verabschiedete sich nach 60 Minuten sogar mit der Roten Karte aus Münster. Er hatte sich gegen Lottes streitbaren Wendel zu einer Tätlichkeit hinreißen lassen. Spielerisch konnte die Partie mit dieser unnötigen Hektik leider nicht mehr Schritt halten.

In Unterzahl passierte nicht mehr viel - bis auf Grimaldi: Mit seinem zweiten Treffer zum 3:0 (83.) schraubte der Mittelstürmer sein Trefferkonto auf 15 hoch. Ein Tor fehlt jetzt noch bis zu Münsters erfolgreichstem Drittliga-Scorer Matthew Taylor, der in der Saison 2013/2014 16 mal ins Schwarze traf.

Preußen Münster: Schulze Niehues – Schweers, Scherder, Mai – Menig, Kobylanski (74. Rühle), Rizzi, Braun, Schwarz (59. Al Hazaimeh) – Hoffmann (5. Heinrich), Grimaldi
SF Lotte: Buchholz - Schulze , Rossmann , Heyer , Neidhart - Wendel, Putze Brock, Pires-Rodrigues (56. Dej) , Piossek (44. Freiberger) , Facklam

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5711103?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686215%2F
Nachrichten-Ticker