Fr., 01.06.2018

Fußball: 3. Liga Wird der ehemalige Preußen-Kapitän Adriano Grimaldi jetzt ein „Löwe“?

Und noch ein Club will ihn: Adriano Grimaldi, Noch-Preuße und Torjäger auf Abruf in Münster.

Und noch ein Club will ihn: Adriano Grimaldi, Noch-Preuße und Torjäger auf Abruf in Münster. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Zwei Millionen Euro kommen – Adriana Grimaldi geht. Dass aktuell frisches Geld für Entspannung bei der ausgegliederten Profiabteilung des SC Preußen sorgt, hat keinen Einfluss auf den Personaletat. Dennoch sehen die Adlerträger der erwarteten Lizenzvergabe durch den DFB zuversichtlich entgegen.

Von Alexander Heflik

Die heißeste Fährte in Sachen Adriano Grimaldi führt aktuell nach München. Nein, der Noch-Preußen-Torjäger, der noch bis zum 30. Juni an den SCP gebunden ist, ist nicht angesprochen worden, um die sich möglicherweise auftuende Lücke bei Bayern München zu schließen – falls Robert Lewandowski tatsächlich den Rekordmeister verlässt. Zwei Klassen tiefer ist Drittliga-Aufsteiger TSV 1860 München vehement auf der Suche nach Qualitätsspielern aus der 3. Liga. Und Coach Daniel Bierofka hat ein Auge auf Grimaldi geworden. Von den Adlerträgern zu den Löwen, Hauptsache Raubtier im Wappen, könnte man denken.

Gleichzeitig stellt sich in diesen Tagen die Frage, warum man Grimaldi nach zweieinhalb Jahren mit 61 Drittliga-Partien, 30 Toren und 13 Torvorlagen überhaupt gehen lassen muss. Jetzt, da das Gesamtkapital der ausgegliederten Profiabteilung der Preußen Ende Mai von 1,0 auf 3,0 Millionen Euro aufgestockt wurde. Diese Einlage von 2,0 Millionen Euro in die Kommanditgesellschaft bedeutet aber nicht, dass der Verein diese Summe investieren kann.

Klante nach Verl – Zwolle-Test abgesagt

Luis Klante, dritter Tormann in der Vorsaison beim Fußball-Drittligisten Preußen Münster, hat einen neuen Verein verfunden. Der 19-Jährige wechsel zum Regionalligisten SC Verl und erhält einen Zwei-Jahres-Vertrag. Klante war die Nummer eins im U-19-Bundesliga-Team der Preußen, rückte aber nun nicht in das Drittliga-Aufgebot auf. Das Testspiel des SCP gegen den PEC Zwolle am 14. Juli in Dalfsen ist abgesagt worden. Der niederländischen Polizei liegen Informationen vor, die einen bedenkenlosen Ablauf der Partie nicht ermöglichen, hieß es in einer Mitteilung des SCP.

Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Andreas Holtkemper aus Münster hat dafür gezeichnet, wie es das Handelsregister hergibt. Es dürfte sich um einen Treuhänder halten, der das Mandat eines Klienten ausfüllt. Über den Namen des Investors oder des Unternehmens gab es keine Auskunft von Vereinsseite, allerdings könnte dies in die „Hintergrund-Strategie“ von Aufsichtsratsmitglied Walther Seinsch passen. Der 76-Jährige hatte zudem im Zuge der Ausgliederung erklärt, dass bei einer etwaigen Ausgliederung in eine GmbH & Co. KGaA das Eigenkapital von fünf Millionen Euro ein anstrebenswertes Ziel sei.

Zurück zu Grimaldi: Die Zwei-Millionen-Einlage hat keinen Einfluss auf die aktuellen Personalplanungen, es ist kein „frisches Geld“.

Nur: „Für die Lizenzierung hat sich das aber gut angefühlt.“ Das sagte SCP-Geschäftsführer Malte Metzelder. Die Drittliga-Lizenz sollte der Verein in der nächsten Woche erhalten, man habe alle nachgeforderten Unterlagen beim Deutschen Fußball-Bund eingereicht, so Metzelder weiter mit großer Zuversicht. Tatsächlich mussten die Preußen wohl, wie die meisten anderen Drittligisten auch, entsprechende Liquiditätsreserven nachweisen.

Bewegung gibt es bei der Suche nach einem Hauptsponsor. Das Tuja-Paket von rund 750 000 Euro sei zwar nicht mehr zu schnüren, doch es gibt „viele, gute Gespräche.“ Dass der SCP zum Saisonstart mit blanker Brust auflaufen wird, erwartet Metzelder nicht.

Nicht mehr auflaufen für die Preußen wird also Adriano Grimaldi, das steht fest. Wechselt er nach München, würde er vermutlich auf Sascha Mölders treffen. Der Ex-Essener hatte mit 19 Saisontoren großen Anteil am Höhenflug der „Löwen“. Mölders gegen Grimaldi dürfte aber auch ein Hahnenkampf werden, es sind vergleichbare Stürmertypen. Vielleicht könnte Grimaldi dem 33-jährigen Widerpart ein Geheimnis entlocken: Wo ist das Sendschwert?

Das Friedensschwert wurde im Jahr 2000 vor dem Rathaus geklaut, angeblich von Anhängern von RW Essen. Und Mölders, damals noch RWE-Anhänger, soll in einem Interview mal angedeutet haben, zu wissen, wer es hat. Einen allerletzten Auftrag für den scheidenden Preußen-Kapitän Grimaldi gibt es also noch.



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