Mo., 11.06.2018

Fußball: 3. Liga Preußen-Trainer Antwerpen schlägt leise Alarm vor Trainingsstart

Glücklich ist Marco Antwerpen mit der augenblicklichen Personalkonstellation nicht. Am liebsten hätte er in dieser Woche seinen Kader komplett gehabt.

Glücklich ist Marco Antwerpen mit der augenblicklichen Personalkonstellation nicht. Am liebsten hätte er in dieser Woche seinen Kader komplett gehabt. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Am Mittwoch startet der SC Preußen in die Vorbereitung auf seine achte Drittliga-Saison. Trainer Marco Antwerpen ist mit dem Personalstand bis hierhin allerdings nicht gerade glücklich. Ein schon aussortierter Profi darf sich womöglich doch noch mal präsentieren.

Von Thomas Rellmann

Zumindest eine Sorge sind die Preußen in diesem Sommer los. Auf den Favoritenschild werden sie in den Umfragen vor Saisonstart wohl nicht gehoben. Da stehen die siebenstellig subventionierten Ex-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern und Eintracht Braunschweig oder die Neulinge KFC Uerdingen und TSV 1860 München, die anders als Münster offensichtlich mühelos in der Lage sind, das Gehalt des Top-Stürmers Adriano Grimaldi (am Montag bestand er den Medizincheck bei den Löwen) zu stemmen, eher oben. Auch der Karlsruher SC und die Würzburger Kickers würden gern mit einem Jahr Verspätung die Rückkehr ins Bundesliga-Unterhaus nachholen, der SV Wehen Wiesbaden ist immer aufstiegswillig.

Und der SCP? Muss sich wirtschaftlich irgendwo deutlich dahinter einreihen. Bester Beleg: Zwei Tage vor dem Trainingsbeginn sind noch vier Stellen vakant. „Das ist nicht ideal. Wir versuchen, was wir können“, so Coach Marco Antwerpen. „Das muss ich als Trainer auch mal sagen und äußern.“ Was fehlt, liegt auf der Hand: Geld. Untätig sind der 46-Jährige und Sportchef Malte Metzelder ja nicht. „Wir müssen aber jetzt schon Gas geben.“ Vor allem, weil ein zweiter Keeper neben Max Schulze Niehues auf sich warten lässt. Ein Stürmer muss auch noch her, genau wie ein Außenverteidiger. Über die vierte Position, offensiver Flügel, verhandeln die Verantwortlichen aktuell noch. In den kommenden Wochen können sich immer wieder Gastspieler in den SCP-Einheiten präsentieren. In den nächsten Tagen könnte es im Optimalfall einen Vollzug geben.

Cueto regt sich nicht

Wie groß der Handlungsspielraum wird, hängt aber auch von zwei Akteuren ab, die auf dem Abstellgleis stehen oder standen. Bei Lucas Cueto (Vertrag bis 2019) ist das weiter der Fall. „Er ist mit seiner Situation bei uns wohl sehr zufrieden und scheint nicht nach anderen Vereinen zu schauen“, sagt Antwerpen sarkastisch. Für Tobias Warschewski, noch bis 2020 gebunden, stehen die Leihgeschäft-Interessenten auch nicht gerade Schlange. Der 19-Jährige wird am Mittwoch jedoch ganz regulär zum Laktattest erwartet, seinen Vorbereitungsplan soll er schon mal durchgezogen haben. Ganz zu scheint für ihn die Tür nicht. „Vielleicht ist es ein Warnschuss, dass gar nicht so viele Vereine anklopfen. Vielleicht ändert er sich ja doch noch und versucht sich ins Schaufenster zu spielen“, so Antwerpen, der bisher vergeblich auf die Anrufe der Berater beider Profis wartete.

Wirklich glücklich ist der Preußen-Coach aktuell also nicht. Trotzdem verhehlt er nach zwei Urlaubstrips (Ibiza, Sardinien) nicht die Vorfreude auf den Re-Start. Davon, dass sein Vorgänger Benno Möhlmann vor zwölf Monaten nach ähnlich guter Rückrunde ebenfalls vergeblich auf Neuzugänge wartete, möchte er nichts wissen. „So kann ich nicht denken, das hilft auch keinem. Außerdem war unsere Halbserie schon noch mal vier Punkte besser.“

Gerüst steht

Er setzt auf einen eingespielten und gut funktionierenden Kader, der mit Grimaldi eine prägende Figur verloren hat, aber in seinen Grundelementen steht. Anders als Lautern und Braunschweig, denen etliche Spieler fehlen, oder KSC und Würzburg, die Leistungsträger abgeben mussten, besitzt Münster ein Gerüst. „Ich möchte nicht meckern. Wer viele Mittel hat, muss nicht zwingend besser sein“, sagt Antwerpen. Und das mit den unvermeidlichen Favoritenumfragen erleichtert die Sache ja vielleicht auch. Selbst wenn der Trainer entschieden sagt: „Das interessiert mich nie.“► Jeron Al-Hazaimeh hat einen neuen Verein – es ist gleichzeitig sein alter. Am Montag präsentierte ihn Drittliga-Rivale SF Lotte. Von dort war er 2016 nach Münster gekommen.



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