Mi., 20.06.2018

Fußball: 3. Liga Scherder freut sich als neuer Preußen-Kapitän auf die Aufgaben

Gefragter Mann – auch intern jetzt als Mannschaftsführer: Simon Scherder rückt auf beim SC Preußen.

Gefragter Mann – auch intern jetzt als Mannschaftsführer: Simon Scherder rückt auf beim SC Preußen. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Simon Scherder ist neuer Kapitän des SC Preußen. Warum er die Aufgabe gerne annimmt und dass er das Amt überraschend früh in der Vorbereitung zugeteilt bekam, erzählte der 25-Jährige freimütig. Unterdessen muss Gastspiele René Klingenburg aussetzen.

Von Thomas Austermann

Nach der Einheit wurde Simon Scherder in die Kabine des Trainers gebeten, zu Marco Antwerpen. Unter vier Augen gab es etwas zu besprechen – wobei der Preußen-Spieler derjenige war, der in erster Linie zuzuhören hatte. Antwerpen erklärte ihm, dass ein neuer Kapitän ins Amt müsse – und dass er ihn, den beliebten Dauerbrenner und Abwehrleistungsträger, dazu auserwählt habe.

„Ich habe es noch nie erlebt, dass ein Kapitän so früh in der Vorbereitung bestimmt wurde. Aber gut, jetzt gibt es keine Interpretationsspielräume mehr. Jetzt ist alles klar“, nahm Scherder die Auszeichnung an. „Ich mache das schon gerne, ganz klar!“ Der 25-Jährige, der seit vier Jahren in Rheine heimisch ist und gen Preußenstadion pendelt, empfindet den Aufstieg ins Amt „als Auszeichnung“. Schon vor drei Jahren stand er unter Trainer Ralf Loose auf dem Sprung gen Kapitänswürde und -bürde. Im Juli 2017 rückte er in den Mannschaftsrat und führte in der dann folgenden Serie das Team zwei Mal in die Ligaspiele, als Adriano Grimaldi passen musste.

„Wenn man sich meine Phasen so ansieht, dann hätte wohl kaum einer gedacht, dass es so kommen würde“, sinniert der 2006 zum Club gekommene Scherder, der sich gleich mit zwei Kreuzbandrissen herumplagen musste. Im Sommer 2015 und im März 2016. Hart­näckig und mit der notwendigen Zuversicht ins Machbare schuftete er sich zurück in den Mittelpunkt. Im August 2017 gab er in Würzburg sein Comeback, wuchs später unter Antwerpen zum Stammspieler und verlängerte im Februar bis 2020.

Der Trainer schätzt „die diplomatische Art“ des Spielers, der als langjähriger Insider im Club bestens Bescheid wisse. Weder die nun auferlegte interne Vorbildfunktion, noch die größere Verantwortung schrecken den bodenständigen Scherder ab. Und Zusatztermine in Zivil, die es wahrzunehmen gilt, „werden sowieso aufs ganze Team verteilt. Ich denke nicht, dass der Sport noch mehr ins Private eingreift als bisher schon.“ Abschalten und Abstand gewinnen, das ist Scherder nach wie vor wichtig – der Kontakt zur Familie und Freunden steht obenan, das seit zwei Jahren betriebene Fernstudium im Fach Sportmarketing verfolgt er weiter.

In die „lange und angesichts der finanzstarken namhaften Gegner auch schwierige Saison“ (Scherder) geht er mit seinen Stellvertretern Ole Kittner und Martin Kobylanski. Mindestens zwei weitere Spieler komplettieren nach der Wahl durch die Kollegen den Mannschaftsrat – wenn sich denn alle richtig kennen­gelernt haben.► Kandidat René Klingenburg setzt wegen einer Reizung im Knie aktuell aus. Nach Rückkehr soll seine ­Belastungsfähigkeit getestet werden. Andere Gastspieler lädt der Verein aktuell nicht zum Vorspielen ein.



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