Do., 21.06.2018

Fußball: 3. Liga Der frühere Preußen-Kapitän Kühne: „Eine überragende Aktion“

Öfter auch mal Torjäger: Stefan Kühne.

Öfter auch mal Torjäger: Stefan Kühne. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Er war vielleicht das Gesicht des Aufstiegs 2011: Stefan Kühne. Natürlich darf er also am Samstag beim Allstar-Spiel in Handorf nicht fehlen. Seine Vorfreude verhehlt der heutige Jugend-Coach des SV Wehen Wiesbaden im Vorfeld nicht.

Von Thomas Rellmann

Ob der „Capitano“, wie Ziehvater und Ex-Trainer Marc Fascher ihn in Anlehnung an Michael Ballack gerne nannte, am Samstag auch die Binde trägt, ist noch gar nicht geklärt. „Darüber habe ich noch keine Sekunde nachgedacht“, sagt Stefan Kühne. „Ich freue mich einfach nur riesig, eine überragende Aktion“, sagt er vor dem Kick der Preußen-Allstars gegen die aktuelle Profi-Truppe. „Sowas habe ich noch nie erlebt, das ist in Deutschland wahrscheinlich einmalig. Alle, denen ich davon erzählt habe, fanden es total geil. Und sie meinten, dass sie das auch mal anzetteln müssten.“

Der 37-Jährige, der Münster 2014 verließ, wurde danach kurzzeitig Co-Trainer unter Fascher bei RW Essen. Nun arbeitet er als Jugend-Coach beim SV Wehen Wiesbaden. Zuletzt war er Assistent der U 19, nach dem Abstieg in die Hessenliga übernimmt er das Team nun als Chef. Daneben hat Kühne eine Umschulung abgeschlossen und ist als Kaufmann für eine Großspedition am Frankfurter Flughafen tätig. „Ein Plan B war mir nach Essen wichtig. Ich kann mir gut vorstellen, irgendwann wieder fest in den Fußball zurückzukehren, wenn auch nicht sofort.“

Rückblick auf 2010: SCP am Scheideweg

Halbwegs fit ist der einstige Sechser schon noch. Er geht laufen, spielte bis vor zwei Jahren auch noch als Co-Trainer beim Verbandsligisten Fortuna Mombach. „Ganz im Saft sind die meisten von uns nicht mehr, aber allzu sehr hinterherlaufen werden wir am Samstag hoffentlich nicht.“ Dass er und seine alten Kollegen den ersten SCP-Sparringspartner in der Vorbereitung stellen, wertet er als große Ehre.

Fotostrecke: Preußen Münster Allstars gegen aktuellen Kader

Eine entsprechende Zuschauerkulisse dürfte sich am Samstag (13 Uhr) in Handorf also einfinden. „Das wird eine runde Sache. Münster war eine besondere Station, hier wurde ja auch mein Sohn geboren“, so Kühne. Als er 2010 von Carl Zeiss Jena an die Hammer Straße wechselte, befand sich der SCP gerade am Scheideweg. „Der Aufstieg in die 3. Liga war fast schon Pflicht“, erinnert sich der Ex-Profi. „Anfangs kamen nur 2500 Zuschauer ins Stadion. Bei der Meisterschaft und später in der 3. Liga war die Hütte dann ständig voll. Wir hatten über 9000 Besucher im Schnitt, darauf können wir stolz sein.“

Nur über den verpassten Sprung in die Zweitklassigkeit 2013 ärgert sich Kühne noch heute etwas. „Aber dass wir damals einen besonderen Teamgeist hatten, sieht man ja auch daran, dass kaum einer abgelehnt hat und auch die Verletzten kommen. Wenn andere Traditionsmannschaften Leute zusammentrommeln, hagelt es oft genug Absagen.“

Um möglichst gut auszusehen gegen die Folge-Generation, wirft Kühne wirklich alles in die Waagschale – nicht nur sportlich. Am Mittwoch stand extra noch ein Friseurtermin an.



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