Fußball: 3. Liga
Der frühere Preußen-Kapitän Kühne: „Eine überragende Aktion“

Münster -

Er war vielleicht das Gesicht des Aufstiegs 2011: Stefan Kühne. Natürlich darf er also am Samstag beim Allstar-Spiel in Handorf nicht fehlen. Seine Vorfreude verhehlt der heutige Jugend-Coach des SV Wehen Wiesbaden im Vorfeld nicht.

Donnerstag, 21.06.2018, 14:42 Uhr aktualisiert: 22.06.2018, 07:34 Uhr
Öfter auch mal Torjäger: Stefan Kühne.
Öfter auch mal Torjäger: Stefan Kühne. Foto: Jürgen Peperhowe

Ob der „Capitano“, wie Ziehvater und Ex-Trainer Marc Fascher ihn in Anlehnung an Michael Ballack gerne nannte, am Samstag auch die Binde trägt, ist noch gar nicht geklärt. „Darüber habe ich noch keine Sekunde nachgedacht“, sagt Stefan Kühne. „Ich freue mich einfach nur riesig, eine überragende Aktion“, sagt er vor dem Kick der Preußen-Allstars gegen die aktuelle Profi-Truppe. „Sowas habe ich noch nie erlebt, das ist in Deutschland wahrscheinlich einmalig. Alle, denen ich davon erzählt habe, fanden es total geil. Und sie meinten, dass sie das auch mal anzetteln müssten.“

Der 37-Jährige, der Münster 2014 verließ, wurde danach kurzzeitig Co-Trainer unter Fascher bei RW Essen. Nun arbeitet er als Jugend-Coach beim SV Wehen Wiesbaden. Zuletzt war er Assistent der U 19, nach dem Abstieg in die Hessenliga übernimmt er das Team nun als Chef. Daneben hat Kühne eine Umschulung abgeschlossen und ist als Kaufmann für eine Großspedition am Frankfurter Flughafen tätig. „Ein Plan B war mir nach Essen wichtig. Ich kann mir gut vorstellen, irgendwann wieder fest in den Fußball zurückzukehren, wenn auch nicht sofort.“

Rückblick auf 2010: SCP am Scheideweg

Halbwegs fit ist der einstige Sechser schon noch. Er geht laufen, spielte bis vor zwei Jahren auch noch als Co-Trainer beim Verbandsligisten Fortuna Mombach. „Ganz im Saft sind die meisten von uns nicht mehr, aber allzu sehr hinterherlaufen werden wir am Samstag hoffentlich nicht.“ Dass er und seine alten Kollegen den ersten SCP-Sparringspartner in der Vorbereitung stellen, wertet er als große Ehre.

Preußen Münster Allstars gegen aktuellen Kader

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  • Trainer Marc Fascher (r.) bringt die Allstars zusammen. Der Meistertrainer von 2011 hat nur noch wenige Tage Vertrag bei den SF Lotte.

    Foto: Jürgen peperhowe
  • Benjamin Siegert: In der Landesliga in der Vorsaison noch für den SC Münster 08 am Ball. Der Berliner Junge ist hier heimisch geworden. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Stefan Kühne: Zwischendurch war er mal Co-Trainer von Marc Fascher bei RW Essen, heute ist er Jugend-Trainer bei seinem Heimatverein SV Wehen Wiesbaden. Bald übernimmt er die U 19.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jens Truckenbrod: Ausbildung beendet, nun kaufmännischer Leiter sowie Coach von A-Ligist Concordia Albachten vor der Haustür. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Stephan Küsters: Er kommt als einziger noch aus einer anderen Preußen-Generation. Bis vor kurzem Sportlicher Leiter bei Viktoria Köln, nun zurück im Münsterland und weiter Inhaber eines Sportgeschäfts mit Dennis Grote. Kapitän zu Beginn des Jahrtausends und später auch eine Art Teammanager. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Daniel Chitsulo: Die Geschichte wurde schon bundesweit erzählt. Der Ex-Zweitligaspieler verdingt sich als Landeschaftsgärtner in Köln und ist nebenbei Co-Trainer der SG Worringen in der Bezirksliga. 

    Foto: Peter Leßmann
  • Babacar N‘Diaye: Hat er den größten Sprung gemacht? Der Senegalese ist Teammanager bei Bundesligist RB Leipzig, auch dort eine gute Seele – und oft auf der Bank der Sachsen im TV zu sehen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Marc Heitmeier: Kaum zu glauben, aber der Defensivmann hörte nach der Saison 2016/17 beim FSV Frankfurt auf und ließ sich zum Yoga-Lehrer umschulen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Wojciech Pollok (vorne): Nach seiner Preußen-Zeit noch in der Regionalliga am Ball, zuletzt auch in unteren Klassen. Daneben schlug er eine Laufbahn als Spielerberater ein.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Fabian Hergesell: Verletzungen zwangen ihn bei RW Erfurt zum Karriereende. Hat beruflich in seiner Heimat Leverkusen Fuß gefasst. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kevin Schöneberg ist leider verletzt und wird als Zuschauer teilnehmen. Mit Westfalia Kinderhaus gerade in die Landesliga aufgestiegen, aber nun am Wadenbein verletzt. Hat sich in Münster auch anderweitig ein Standbein aufgebaut.

    Foto: Rene Penno
  •  Dominique Ndjeng: Nach seiner Preußen-Zeit noch kurz bei Fortuna Köln, danach verliert sich die Spur. Michael Holt: Nach längerer Auszeit kickt er wieder beim SV Meppen II und ist zudem in der Sportförderung aktiv. 

    Foto: Peter Leßmann
  •  Sercan Güvenisik: Nach seinem MLS-Abenteuer wurde er Spielerberater. Lebt in Miami und fliegt extra ein. Björn Kluft: Stieg zuletzt mit dem Chemnitzer FC aus der 3. Liga ab. Endlich mal fit, aber derzeit vertragslos. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mehmet Kara: Der SCP-Rekordspieler musste ein Jahr mit der Westfalenliga-Elf seines Herzensclubs vorliebnehmen. Nun ist der Vertrag ausgelaufen, aufhören will der 34-Jährige aber nicht.

    Foto: Jürgen peperhowe
  • Patrick Huckle: Waldhof Mannheim und RW Essen waren seine Stationen nach Münster, nun geht er in sein zweites Jahr beim Regionalligisten FSV Frankfurt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rogier Krohne: Der Edeljoker ist beim Amateurclub VV Winsum in seiner niederländischen Heimat gelandet. Ob er wie so oft in der Vergangenheit in der 69. Minute eingewechselt wird?

    Foto: R. Penno
  • Malte Grashoff: Beim KSV Baunatal in der Hessenliga fünftklassig am Ball. Seine SCP-Zeit war kurz für den gebürtigen Bremer. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Robin Neupert: Nach einem Intermezzo in Mannheim und weiteren Blessuren zurück in der Heimat und Kapitän der Neckarsulmer SU.

    Foto: Peter Leßmann
  • Clement Halet ist leider verletzt und wird als Zuschauer teilnehmen. Regelmäßiges Verletzungspech zwang den Franzosen 2016 beim FC Homburg zum Karriereende. Heute im Spielerberater-Metier tätig.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Patrick Kirsch wird als Zuschauer teilnehmen. Sein Knie lässt weiter keinen Sport zu. Hat sich als Fitnesscoach weitergebildet und parallel eine kaufmännische Ausbildung angefangen.

    Foto: Peter Leßmann
  • Daniel Masuch: Hat eine Ausbildung als Kaufmann für Marketingkommunikation bei Ex-Vermarkter Cocnito absolviert und erfolgreich den Sprung ins Berufsleben geschafft. Nebenbei kickte er bis zuletzt für den TuS Hiltrup III in der Kreisliga C – als Feldspieler.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Marco Aulbach: Weil Masuch wackelt, könnte der Keeper einspringen. Ist auch beim FSV Frankfurt aktiv.

    Foto: Wilfried Hiegemann

Eine entsprechende Zuschauerkulisse dürfte sich am Samstag (13 Uhr) in Handorf also einfinden. „Das wird eine runde Sache. Münster war eine besondere Station, hier wurde ja auch mein Sohn geboren“, so Kühne. Als er 2010 von Carl Zeiss Jena an die Hammer Straße wechselte, befand sich der SCP gerade am Scheideweg. „Der Aufstieg in die 3. Liga war fast schon Pflicht“, erinnert sich der Ex-Profi. „Anfangs kamen nur 2500 Zuschauer ins Stadion. Bei der Meisterschaft und später in der 3. Liga war die Hütte dann ständig voll. Wir hatten über 9000 Besucher im Schnitt, darauf können wir stolz sein.“

Nur über den verpassten Sprung in die Zweitklassigkeit 2013 ärgert sich Kühne noch heute etwas. „Aber dass wir damals einen besonderen Teamgeist hatten, sieht man ja auch daran, dass kaum einer abgelehnt hat und auch die Verletzten kommen. Wenn andere Traditionsmannschaften Leute zusammentrommeln, hagelt es oft genug Absagen.“

Um möglichst gut auszusehen gegen die Folge-Generation, wirft Kühne wirklich alles in die Waagschale – nicht nur sportlich. Am Mittwoch stand extra noch ein Friseurtermin an.

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