Di., 26.06.2018

Fußball: 3. Liga Preußen schnappen mit gutem Umschaltspiel gegen Ajax zu

Gastspieler René Klingenburg, hier gegen Amsterdams David Neres (l.), durfte sich 70 Minuten präsentieren.

Gastspieler René Klingenburg, hier gegen Amsterdams David Neres (l.), durfte sich 70 Minuten präsentieren. Foto: SCP

Münster - 

Da steckt offensichtlich eine Menge Potenzial in der teilweise erneuerten Preußen-Mannschaft. Zumindest lassen Spielweise und Resultat gegen Ajax Amsterdam darauf schließen. Beim 3:1-Sieg in Marienfeld wiegelte auch der Trainer kaum ab.

Von Thomas Rellmann

Es weiß ja jeder, wie das so ist mit der Bewertung von Testspiel-Ergebnissen im Sommer. Wenn ein deutscher Drittligist aber Hollands Rekordmeister mit 3:1 (1:1) schlägt, dann horchen aber doch viele auf. Preußen Münster erwies sich am frühen Dienstagmittag im ostwestfälischen Marienfeld jedenfalls als schwer zu knackender Sparringspartner für Ajax Amsterdam und wies auch Qualität mit einer Spielweise, die bisher unter Trainer Marco Antwerpen nur vereinzelt zum Tragen kam: tief stehen, umschalten, eiskalt zustechen.

Der Coach war auch gar nicht bemüht, das Resultat kleinzureden: „In der Vorbereitung kann sowas immer zustande kommen, aber die Leistung war gut, die wollen wir nicht schmälern. Wir haben das gespielt, was wir spielen wollten – und ordnen alles vernünftig ein.“

Die Ajacieden mit prominenten Figuren wie dem Ex-Schalker Klaas-Jan Huntelaar oder Abwehr-Supertalent Matthijs de Ligt angetreten, diktierten die erste Hälfte zwar klar, kamen auch zu guten Torszenen, aber nur zu einem Treffer durch den Dänen Rasmus Kristensen (27.) – es war der Ausgleich, weil zuvor Kevin Rodrigues Pires nach einem guten Lauf von Philipp Hoffmann über die rechte Seite mit einem verzögerten Abschluss für den Underdog getroffen hatte (17.). Nach der Pause gestattete der SCP den Niederländern, die komplett durch­gewechselt hatten, keine klare Chance mehr und fuhren brandgefährliche Gegenstöße in Serie. Exemplarisch der vor dem 2:1: Tobias Warschewski legte nach einem langen Pass mit der Hacke auf Philipp Müller ab, der steckte durch auf Martin Kobylanski, dessen Flanke von rechts Tobias Rühle am langen Pfosten ins Netz drückte (63.). Beim 3:1 (76.) bediente Rühle den eingewechselten Lucas Cueto, der erneut punktete, einen Gegenspieler aussteigen ließ und einschob. „Er war wie alle anderen auch engagiert und hat sich defensiv gut verhalten“, sagte Antwerpen über den vor wenigen Tagen noch chancenlosen Außenspieler.

Mehr als 70 Minuten im Einsatz war auch Gastspieler René Klingenburg, über dessen Verpflichtung in der nächsten Woche entschieden werden soll. „Die Zeit nehmen wir uns. Wir waren ja nur wegen der Verletzung abwartend. Aber wenn er so lange gegen Ajax durchhält, ist das ein gutes Zeichen“, so Antwerpen, der auf die leicht angeschlagenen Max Schulze Niehues (kurzfristig), Dominik Lanius, Jannik Borgmann und Benjamin Schwarz verzichten musste.

Diese kleinen (und nicht ungewöhnlichen) Blessuren mal ausgeklammert, läuft es für die Preußen ganz gut seit dem Trainingsstart. Der Auftritt am Hotel Klosterpforte bestätigte den Eindruck. „Wir haben technisch gute Spieler, die auch Kontersituationen nutzen können“, sagt Antwerpen, der in diesem Bereich in der Rückrunde ab und an Defizite ausgemacht hatte. Neuzugang Philipp Müller fällt etwa in diese Rubrik. „Wir geben ihm Zeit nach seiner langen Zwangspause, aber man sieht, dass er kreativ sein kann“, so der Coach. „Natürlich besaß Ajax spielerisch hohes Niveau, hat aber vor allem durch das Zentrum gespielt.“ Und hier schnappten die Preußen an diesem Tag clever zu. SCP : Schnitzler – Tezel, Kittner, Schweers (46. Scherder), Heidemann (61. Menig) – Klingenburg (70. Cueto), Braun – Hoffmann (46. Müller), Rodrigues Pires (61. Kobylanski), Heinrich (61. Rühle ) – Dadashov (61. Warschewski)



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