Fr., 29.06.2018

Fußball: 3. Liga Die Neuen hinterlassen Spuren beim SC Preußen Münster – Testspielsieg bei Borussia Dortmund II

Erntete Lob vom Trainer: Lukas Heidemann, hier im Zweikampf mit Dortmunds Amos Pieper.

Erntete Lob vom Trainer: Lukas Heidemann, hier im Zweikampf mit Dortmunds Amos Pieper. Foto: Jürgen Peperhowe

Dortmund - 

Das sieht doch schon ganz gängig aus. Nach dem Sieg gegen Ajax Amsterdam legten die Preußen am Freitag einen bei der Reserve des BVB nach. 2:1 hieß es nach 90 Minuten – in denen wieder mal die Neuzugänge überzeugten.

Von Thomas Rellmann

Die ganz großen Sprünge waren für den SC Preußen auf dem Transfermarkt in diesem Sommer nicht drin. Vielleicht verhelfen dem Drittligisten ja viele kleine zu einem am Ende doch bemerkenswerten Satz. Zumindest deuten die Neuzugänge bisher allesamt an, dass sie für die Startelf zum Saisonauftakt Ende Juli in Frage kommen könnten. „Ja, zweifellos“, sagt auch Trainer Marco Antwerpen. „Alle haben Potenzial, Perspektivspieler haben wir genug in den eigenen Reihen.“

Am Freitag beim Test im Trainingszentrum Brackel gegen Borussia Dortmund II gehörte die Bühne unter anderem Niklas Heidemann. Der Linksverteidiger, der vom Wuppertaler SV kam, hat beste Aussichten, eine feste Größe zu werden, da er Robustheit, Tempo, Offensivgeist und Ideenreichtum vereint. Ihm gehörte beim 2:1 (1:0)-Sieg der Münsteraner die erste Viertelstunde. Erst ein strammer Schuss von der Strafraumgrenze (9.), der etwas zu hoch angesetzt war, dann ein schneller Lauf mit viel Willenskraft über die Außenbahn, den Tobias Rühle innen mit dem 1:0 (15.) veredelte.

Doch auch andere zeigten Potenzial, wenn auch noch nicht unter Pflichtspielbedingungen. Kevin Rodrigues Pires möchte etwa im Zentrum gleich Verantwortung tragen (Antwerpen: „Dafür haben wir ihn geholt“). Oder Ugur Tezel, der rechts zuverlässig und zweikampfstark agiert. Oder Philipp Müller mit guten Ideen im Angriff. Oder Oliver Schnitzler, ein solider und unaufgeregter Mann zwischen den Pfosten.

Fotostrecke: Testspiel: Borussia Dortmund II - Preußen Münster

Natürlich muss sich diese Formation erst noch bewähren, doch das BVB-Ensemble bot wieder einmal einen guten Gradmesser auf dem Weg dorthin. „Die äußeren Umstände waren auch schon extrem“, sagte Antwerpen mit Blick auf die Temperatur. Seine Elf gab nach gutem Beginn das Zepter etwas aus der Hand, ohne dass die Gastgeber wirklich zwingend wurden.

Nicht konsequent im Abschluss 

Schnitzler und die bewährten Abwehrkräfte hatten alles im Griff. „Nach dem 1:0 haben wir vorne nicht mehr konsequent den Abschluss gefunden“, bemängelte der SCP-Coach. „In der zweiten Hälfte hat der Gegner uns dann wieder mehr Räume angeboten.“ Es gab aber auch ein paar heikle Phasen. Vor dem Ausgleich durch Dominik Wanner verlor Dominik Lanius den Ball unglücklich im Aufbau (62.).

Wenig später traf Ex-Preuße Massimo Ornatelli aus der Distanz den Pfosten (70.). Dann aber kam von draußen das Signal: „Wir gehen noch mal drauf.“ Mit Erfolg. Sandrino Braun setzte den Ball ans Aluminium, im folgenden Gewühl sprang Denzeil Boadu der Ball an die Hand – Elfmeter. Lucas Cueto verwandelte (82.). Wieder Cueto also. Antwerpen, der den eigentlich ausgebooteten Flügelmann von außen intensiv coachte, sagte: „Er macht seine Sache richtig gut.“ Schnitzler rettete schließlich mit einer Parade gegen den Fernschuss von Sören Dieckmann (85.) den Sieg.

Gut fürs Gefühl

Es war der dritte im dritten Vorbereitungsspiel hintereinander, gut fürs Gefühl ist das allemal. Außerdem bewies der SCP über die 90 Minuten, dass er in dieser Saison nicht leicht auszurechnen ist. Mal Ballbesitzfußball, mal eine tiefe Staffelung, mal aktives Pressing, dazu erst Vierer-, dann Dreierkette – variabel wirkt das Team schon jetzt.

► Die Ex-Junioren Adrian Knüver und Julian Conze trainieren trotz Profivertrag vorerst nur noch in der U 23.

► Die Aufstellung des SCP: Schnitzler – Menig (46. Tezel), Schweers (46. Lanius), Scherder (58. Kittner), Heidemann – Kobylanski (46. Rodrigues Pires), Klingenburg (46. Braun) – Rühle (64. Burchardt), Müller (64. Hoffmann), Cueto – Warschewski (46. Dadashov)



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