Di., 03.07.2018

Fußball: 3. Liga Geduld statt Druck für Preußen Münsters Neuzugang Rufat Dadashov

Große Schritte, gute Ballbehandlung: Rufat Dadashov sagt über sich, dass er sich am wohlsten im gegnerischen Strafraum fühlt.

Große Schritte, gute Ballbehandlung: Rufat Dadashov sagt über sich, dass er sich am wohlsten im gegnerischen Strafraum fühlt. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Im Sturm des SC Preußen Münster tummelt sich jetzt Neuzugang Rufat Dadashov. Die Drittliga-Verstärkung hält wenig davon, sich einem Vergleich zu stellen.

Von Thomas Rellmann

Diese Aufgabe ist nicht ohne. Keinen geringeren als den bisherigen Kapitän, den besten Torschützen, den robusten und laufstarken Adriano Grimaldi soll Rufat Dadashov beim SC Preußen ersetzen. Der Druck scheint gewaltig zu sein, die Vergleiche werden kommen.

Und was macht der Betroffene selbst? Er bleibt gelassen, aber sowas von gelassen. „Nee, damit beschäftige ich mich gar nicht. Wenn, dann käme das von außen“, sagt er. „In der Mannschaft ist das kein Thema, seitens der Trainer auch nicht.“

Wäre das also schon mal geklärt. Dieser Dadashov ist schon ein eigener Spielertyp, der eher zufällig die gleiche Position ausfüllt wie sein Vorgänger. Regionalliga war bisher das Maximum für den Angreifer, dort aber schoss er zuletzt im Nordosten 25 Tore in 25 Partien für den BFC Dynamo. Aus Berlin also nach Münster. „Das ist schon eine kleine Umstellung, an das Tempo muss ich mich gewöhnen“, gibt er zu.

Ein Treffer im Test gegen Münster 08 steht bisher zu Buche. Das war eine schöne Einzelaktion. Ansonsten ist die Bindung noch nicht vollständig da. Doch das soll sich bald ändern. „Ich bin ein Stürmer, der gern mitspielt, der Bälle festmacht, der Mitspieler einsetzt“, sagt der 26-Jährige. Das ist das, was sich ja jeder Coach wünscht. Der Zusatz lässt nicht lange auf sich warten: „Aber am stärksten bin ich in der Box.“ Die Torquote von 1,0 wird er kaum in der 3. Liga halten können. Doch ein Ziel hat sich Dadashov schon gesetzt. Nur verraten will er es nicht.

Eine andere Ambition verhehlt er hingegen nicht. Unter Nationaltrainer Berti Vogts absolvierte der Mann, der in Baku geboren wurde, 16 Länderspiele für Aserbaidschan und traf dabei auch vier Mal. Seit 2014, also seit der Deutsche nicht mehr verantwortlich ist, ruht diese Karriere allerdings. „Natürlich habe ich noch ein Auge drauf“, sagt er. „Es gab auch in den letzten Jahren immer wieder Kontakt. Zuletzt hieß es, dass ich eine Liga höher spielen muss.“ Diese Prämisse wäre in Münster also schon mal erfüllt.

Ob er gleich einschlägt beim SCP? Schwer zu sagen. Verrückt lässt sich der Goalgetter aber bestimmt nicht machen. Und eines ist verbrieft: Grimaldi startete auch nicht gleich durch, hatte immer mal wieder Schwächephasen. Geduld hat Dada­shov an der Hammer Straße also ebenfalls verdient.



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