Di., 24.07.2018

Fußball: 3. Liga Der Konkurrenzkampf lebt bei den Preußen kurz vor dem Start

Kevin Rodrigues Pires (M.) kommt sowohl für die Achter als auch die Zehner-Position infrage, Sandrino Braun (r.) ist ohnehin gesetzt.

Kevin Rodrigues Pires (M.) kommt sowohl für die Achter als auch für die Zehner-Position infrage, Sandrino Braun (r.) ist ohnehin gesetzt. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Wenige Tage vor dem Saisonstart muss sich Preußen-Trainer Marco Antwerpen immer klarer werden, wen er am Samstag zum Auftakt bei Fortuna Köln aufstellt. Auf einigen Positionen scheint eine Entscheidung gefallen, auf anderen geht es sehr eng zu.

Von Thomas Rellmann

Die Zielgerade der Vorbereitung ist erreicht, alles blickt beim SC Preußen auf den Samstag. Punkt 14 Uhr, Südstadion Köln – die laufende Woche ist komplett auf den Tag X ausgerichtet. Lange war schwer absehbar, wie und vor allem mit wem Trainer Marco Antwerpen in seiner Startelf plant. Allmählich zeichnet sich an einigen Stellen aber ab, was der 46-Jährige vorhat. Überraschungen, und genau die liebt der Coach ja, wenn er an seiner Aufstellung und dem taktischen Schema bastelt, niemals ausgeschlossen.

Tor : Vielleicht fällt am Mittwoch schon eine (interne) Entscheidung. Der „ewige“ und zuverlässige Max Schulze Niehues, dem Antwerpen „eine super Verfassung“ attestierte? Oder doch Herausforderer Oliver Schnitzler, der – ähnlich wie sein Vorgänger Nils Körber – etwas draufgängerischer und offensiver daherkommt und ebenfalls überzeugt hat. Ein enges Rennen, vielleicht mit einem minimalen Vorteil für den Platzhirsch. Marian Prinz hält sich als Nummer drei in der U 19 bereit.

Innenverteidiger : Zunächst mal ist offen, ob die Preußen mit Dreier- oder Viererkette spielen. Auswärts bietet sich tendenziell die stabilere Variante mit drei zentralen Abwehrspielern an. Zumal diese Formation in der Vorsaison ein Erfolgsgarant war. Lion Schweers zeigt sich in guter Form. Simon Scherder, der neue Kapitän, leistete sich ab und an Fehler in der Vorbereitung. Und Ole Kittner verpasste zuletzt einige Tage krank. Ideale Voraussetzungen sind das nicht, doch Antwerpens Vertrauen in das Trio ist groß. Hat er Bedenken, stehen mit Dominik Lanius, auf den er große Stücke hält, und Jannik Borgmann, der nach seinem Aufstieg aus der U 23 gute Fortschritte macht, zwei Alternativen bereit. Die Auswahl ist auf dieser Position am größten, auch qualitativ. Aktuell spricht jedenfalls viel für die bewährte Variante.

Außenbahnen : Hier scheint alles klar. Niklas Heidemann ist der Gewinner der letzten Wochen schlechthin. Alternativen gibt es links auch kaum, da Benjamin Schwarz wieder länger ausfällt und Borgmann seine Stärke eher im Zentrum hat. Rechts führt an Kämpfervorbild Fabian Menig kein Weg vorbei, auch wenn Neuling Ugur Tezel viel Vorwärtsdrang mitbringt und dadurch auch eine taktische Option ist.

Mittelfeldzentrum : Sandrino Braun ist fit und wieder gesetzt. Was fehlt, ist ein ähnlicher Spielertyp als Abräumer-Ersatz. Zumal ja Schwarz nicht voll einzuplanen ist. Der Posten daneben ist umkämpft zwischen zwei Neuen. René Klingenburg trat selbstbewusst auf und bereit, Verantwortung zu übernehmen. Das galt für Kevin Rodrigues Pires aber auch. Dem Ex-Lotter fehlt vielleicht die Körpergröße seines Rivalen, dafür spielt er den feineren Pass. Ein enges Rennen, in das Martin Kobylanski eher nicht eingreift, weil seine Qualitäten schon weiter vorne liegen. Danilo Wiebe ist erst in der Rückserie zurück.

Offensive : Frage eins, die zu klären wäre: Wie ordnet Antwerpen sein vorderstes Trio an: Mit zwei Außen als Dreierreihe oder mit einem Zehner und zwei Spitzen nebeneinander. In beiden Varianten ist Philipp Hoffmann unumstritten, allein aufgrund seiner Lauf- und Pressingaufgaben. Im aktuell präferierten 3-4-3 sieht es für Lucas Cueto nach starker Vorbereitung auf der linken Seite sehr gut aus. So bliebe noch die Mittelstürmer-Stelle frei, um die sich Tobias Warschewski und Rufat Dadashov, der sich langsam an den Drittliga-Standard herantastet, streiten.

Option zwei wäre demnach das 3-4-1-2, in dem Kobylanski als Zehner ins Spiel kommt – diese Position können auch Rodrigues Pires oder Klingenburg für die defensivere Lösung einnehmen. Tobias Rühle (Muskelfaserriss) kann den harten Kampf gegen neue Konkurrenz vorerst nicht weiterführen. Philipp Müller hat noch physischen Nachholbedarf, Moritz Heinrich ist ein wenig hintendran. Neun bis zehn Spieler (plus der zur U 19 geschickte Cyrill Akono in der Hinterhand) für drei Stellen – nominell ist die Auswahl auch nach den ersten Verletzungsausfällen noch groß. Zumindest im Vergleich zu anderen Positionen.



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