Mi., 25.07.2018

Kommentar Der SCP steht an einer Schwelle der Vereinsgeschichte: Keine schönen Begleiterscheinungen

Kommentar: Der SCP steht an einer Schwelle der Vereinsgeschichte: Keine schönen Begleiterscheinungen

Bewährte Kraft zwischen den Pfosten: Max Schulze Niehues – er kämpft um seinen Platz mit Neuzugang Oliver Schnitzler. Foto: Jürgen Peperhowe

Auch wenn es die Verantwortlichen nicht mehr gerne hören und der Fußball am Samstag wieder vermehrt in den Fokus rückt: Preußen Münster steht in der Saison 2018/19 an einer Schwelle in der Vereinsgeschichte. 

Von Thomas Rellmann

Schafft es das Bundesliga-Gründungsmitglied, sich wieder fit für das Profi-Geschäft zu machen, Investoren für die Kapital­gesellschaft zu finden, das leidige Stadionthema zu lösen oder zuallererst mal einen Trikotsponsor zu generieren? Oder dümpelt der Club wie in den vergangenen Jahren weiter von einer finanziellen Verlegenheit in die nächste und muss ständig neue Lücken stopfen, anstatt die Zukunft planen zu können?

Diese Politik kann gut gehen, vielleicht sogar mittelfristig. Doch mit jedem Jahr, in dem die Taschen leer sind, steigt die Wahrscheinlichkeit, den Klassenerhalt zu verfehlen. Und ob es dann noch mal ein Zurück in die 3. Liga gibt, steht in den Sternen.

Fotostrecke: Preußen Münsters Kader für die Saison 2018/19 - Kurzporträts

Die jetzigen Bosse sind nicht zu beneiden. Sie haben auch ihre persönliche Zukunft von Ausgliederung und Arena-Neubau abhängig gemacht, sind aber nach dem erfolgreichen Abhaken des ersten Punktes beim zweiten elementar auf die Gunst anderer (Gemeinde- und Stadtrat, Grundstücksbesitzer) angewiesen.

Dass der SCP so hohe Verbindlichkeiten hatte, dass er in den Parteien kaum Lobby besitzt, und dass auch noch Vermarkter Lagardère seinen vordringlichsten Auf­gaben nicht wie erhofft nachgekommen ist, ist den Funktionsträgern schwerlich anzulasten. Beim Ausbaden dieser Probleme dürfen sie dennoch nicht die Fans, die dem Verein seit Jahren oder Jahrzehnten treu sind, aus den Augen verlieren. Die versprochene Transparenz nach der Gründung einer Kapitalgesellschaft blieb etwa bisher aus.

Auch auf den künftigen Hauptsponsor werden viele Anhänger kritisch schauen. Und da ist nicht von den Ultras die Rede, die sich zuletzt komplett zurückgezogen hatten und deren Rückkehr fraglich ist.

Es sind keine schönen Begleiterscheinungen, mit denen Trainer Marco Antwerpen und sein schmaler Kader in die Spielzeit gehen. Der Druck auf die Clubspitze ist wesentlich größer als der auf die Mannschaft. Vielleicht können die Spieler genau diesen Punkt nutzen, um zumindest sportlich mal viele positive Schlagzeilen zu produzieren.



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