Kommentar
Der SCP steht an einer Schwelle der Vereinsgeschichte: Keine schönen Begleiterscheinungen

Auch wenn es die Verantwortlichen nicht mehr gerne hören und der Fußball am Samstag wieder vermehrt in den Fokus rückt: Preußen Münster steht in der Saison 2018/19 an einer Schwelle in der Vereinsgeschichte. 

Mittwoch, 25.07.2018, 17:04 Uhr aktualisiert: 25.07.2018, 21:32 Uhr
Kommentar: Der SCP steht an einer Schwelle der Vereinsgeschichte: Keine schönen Begleiterscheinungen
Bewährte Kraft zwischen den Pfosten: Max Schulze Niehues – er kämpft um seinen Platz mit Neuzugang Oliver Schnitzler. Foto: Jürgen Peperhowe

Schafft es das Bundesliga-Gründungsmitglied, sich wieder fit für das Profi-Geschäft zu machen, Investoren für die Kapital­gesellschaft zu finden, das leidige Stadionthema zu lösen oder zuallererst mal einen Trikotsponsor zu generieren? Oder dümpelt der Club wie in den vergangenen Jahren weiter von einer finanziellen Verlegenheit in die nächste und muss ständig neue Lücken stopfen, anstatt die Zukunft planen zu können?

Diese Politik kann gut gehen, vielleicht sogar mittelfristig. Doch mit jedem Jahr, in dem die Taschen leer sind, steigt die Wahrscheinlichkeit, den Klassenerhalt zu verfehlen. Und ob es dann noch mal ein Zurück in die 3. Liga gibt, steht in den Sternen.

Preußen Münsters Kader für die Saison 2018/19 - Kurzporträts

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  • Der SC Preußen der Saison 2018/2019:

    Obere Reihe von links

    Julian Conze, Danilo Wiebe, Fabian Menig, Ole Kittner, Simon Scherder, René Klingenburg, Jannik Borgmann, Dominik Lanius, Cyrill Akono, Rufat Dadashov, Lion Schweers, Philipp Hoffmann, Tobias Warschewski

    Mittlere Reihe von links

    Marco Antwerpen (Trainer), Kurtulus Öztürk (Co-Trainer), Milenko Gilic (Torwarttrainer), Helge Dahm (Zeugwart), Sandrino Braun, Niklas Heidemann, Ugur Tezel, Christian Krabbe (Leitender Physiotherapeut), Lukas Brüggemann (Physiotherapeut), Cornelius Müller-Rensmann (Mannschaftsarzt), Harald Menzel (Teammanager), Malte Metzelder (Geschäftsführer Sport)

    Vordere Reihe von links

    Adrian Knüver, Philipp Müller, Martin Kobylanski, Benjamin Schwarz, Oliver Schnitzler, Maximilian Schulze Niehues, Marian Prinz, Moritz Heinrich, Tobias Rühle, Lucas Cueto, Kevin Rodrigues Pires

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Slalom ist nicht die Disziplin von Fabian Menig. Der Mann ist absolut linientreu und läuft zuverlässig rechts auf und ab.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jannik Borgmann ist groß und jung. Und weil er außerdem schon sehr abgeklärt und ruhig mit dem Ball umgeht, macht er den arrivierten Recken in der Innenverteidigung ordentlich Dampf.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Oliver Schnitzler ist die Nummer eins: So steht es zumindest auf seinem Trikot. Im Team muss er sich noch mit dem Kollegen Schulze Niehues über den Platz zwischen den Pfosten austauschen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sandrino Braun läuft, das haben jüngste Forschungen ergeben, mit Muskelkraft. Damit wären alle landläufigen Theorien, der Preußen-Dauerläufer sei duracell-betrieben, endlich entkräftet.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Müller ist technisch beschlagen und nach einer etwas längeren Fußballpause noch im Helene-Fischer-Modus, nämlich schnell atemlos. Die konditionellen Rückstände sollten aber bald behoben sein.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rufat Dadashov war der Schrecken der Regionalliga Nordost. Drum ist man dort heilfroh, den Scharfschützen los zu sein. Ab sofort nimmt er die Drittliga-Tore ins Visier. Alle, außer dem der Preußen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sportfreund Kevin Rodrigues Pires kennt sich in Münsters Mittelfeld bestens aus – auch wenn er dort zuletzt immer gegen den SCP gearbeitet hat. Doch jetzt gehört er zum Team, das Lotter-Leben ist vorbei.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Rühle ist der Marc Wilmots des SC Preußen. Kompakt, drahtig und ganz schwer vom Ball zu trennen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Martin Kobylanski ist der Mann für die besonderen Momente. Seine Freistöße können an guten Tagen Tor-des-Monats-Reife entwickeln. In diese Saison geht „Koby“ als Vize-Mapitän.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ole Kittner ist der Münsteraner bei Münster und als Zentrum der westfälischen Dreierkette kaum mehr wegzudenken.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Für Ugur Tezel ist Münster eine Kleinstadt. Der gebürtige Berliner ist aus der Bundeshauptstadt in die westfälische Provinz gewechselt. Es dürfte dem 21-Jährigen keine Probleme bereiten, sich hier zurechtzufinden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kapitän Simon Scherder ist einer der selbsternannten „Ochsen“, die in der münsterischen Dreierkette die gegnerischen Stürmer zur Weißglut bringen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rene Klingenburg hat auf Schalke schon am Prof-Fußball geschnuppert, war zuletzt aber nur noch für die Schalker Amateure im Einsatz. In Münster will sich der ehemalige Knappe jetzt zum Ritter schlagen lassen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Warschewski sucht eine Wohnung in Münster, auf dem Platz hat er schon eine Bleibe: In der Sturmspitze.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Marian Prinz hat seinen Platz im Tor sicher: Er sammelt Spielpraxis in der A-Junioren-Bundesliga.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Hoffmann ist der Mann für die schnellen Momente: Wenn es eilig ist, baut der SCP auf den Antritt des 25-Jährigen..

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Es ist ein Kreuz mit dem Band: Danilo Wiebe muss auf eine schnelle Heilung hoffen, damit er 2019 wieder zum Team stoßen kann.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Auch Benjamin Schwarz verbringt mehr Zeit in Warte- und Behandlungszimmern als auf dem Platz. Ist er gesund, dann ist er ein ganz wichtiger Leistungsträger.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Moritz Heinrich startet in sein zweites Preußen-Jahr und hat sich noch einige Ziele offengehalten. Die will er jetzt angehen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lion Schweers ist der Leisetreter in Münsters Abwehr-Dreigestirn. Seine Leistung ist aber auch ohne Worte immer ohne Fehl und Tadel.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Adrian Knüver trainiert mit der Ersten und spielt (noch) in der Zweiten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Cyrill Akono hat seine Drittliga-Feuertaufe bereits hinter sich, soll jetzt aber zunächst die A-Junioren zum Bundesliga-Klassenerhalt bomben.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Niklas Heidemann findet Münster gut und Münster findet Heidemann gut: Die Preußen und ihr 23-jähriger Linksverteidiger haben in Bestzeit zueinander gefunden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Max Schulze Niehues erwartet den nächsten Angriff auf den Posten zwischen den Pfosten, aber irgendwann steht der Mann aus Dreierwalde auf jeden Fall wieder im Kasten – versprochen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lucas Cueto wollte nicht gehen und jetzt sind alle froh, dass er bleibt. Der 22-jährige Kölner hat Stammplatz-Potenzial.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Dominik Lanius ist Innenverteidiger und damit in bester Gesellschaft. Der Ex-Kölner reiht sich ein in die Gruppe Hochbegabter in Münsters zentraler Abwehrreihe.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Die jetzigen Bosse sind nicht zu beneiden. Sie haben auch ihre persönliche Zukunft von Ausgliederung und Arena-Neubau abhängig gemacht, sind aber nach dem erfolgreichen Abhaken des ersten Punktes beim zweiten elementar auf die Gunst anderer (Gemeinde- und Stadtrat, Grundstücksbesitzer) angewiesen.

Dass der SCP so hohe Verbindlichkeiten hatte, dass er in den Parteien kaum Lobby besitzt, und dass auch noch Vermarkter Lagardère seinen vordringlichsten Auf­gaben nicht wie erhofft nachgekommen ist, ist den Funktionsträgern schwerlich anzulasten. Beim Ausbaden dieser Probleme dürfen sie dennoch nicht die Fans, die dem Verein seit Jahren oder Jahrzehnten treu sind, aus den Augen verlieren. Die versprochene Transparenz nach der Gründung einer Kapitalgesellschaft blieb etwa bisher aus.

Auch auf den künftigen Hauptsponsor werden viele Anhänger kritisch schauen. Und da ist nicht von den Ultras die Rede, die sich zuletzt komplett zurückgezogen hatten und deren Rückkehr fraglich ist.

Es sind keine schönen Begleiterscheinungen, mit denen Trainer Marco Antwerpen und sein schmaler Kader in die Spielzeit gehen. Der Druck auf die Clubspitze ist wesentlich größer als der auf die Mannschaft. Vielleicht können die Spieler genau diesen Punkt nutzen, um zumindest sportlich mal viele positive Schlagzeilen zu produzieren.

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