Do., 26.07.2018

Fußball: 3. Liga Zum Saisonstart herrscht Zuversicht beim SC Preußen Münster

Fußball: 3. Liga: Zum Saisonstart herrscht Zuversicht beim SC Preußen Münster

Preußen-Neuzugang Niklas Heidemann (l., im Zweikampf mit BVB-Amateur Amos Pieper) ist schon jetzt eine feste Größe in Antwerpens Preußen-Gerüst. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Der SC Preußen Münster ist gerüstet für die neue Saison: Das zumindest vermitteln glaubhaft die Erkenntnisse aus der langen Testphase. Marco Antwerpen kann sein Team mit breiter Brust zum Auftakt nach Köln schicken, allerdings auch mit leerer Brust. Vielleicht helfen drei Punkte zum Start bei der Sponsorensuche...

Von Thomas Rellmann

Wer den Blick noch einmal ganz genau auf das Mannschaftsfoto richtet und dann die Herren mit den schwarz-grünen Längsstreifen durchzählt, mag sich wundern. 27 Fußballer haben sich da formiert. Trainer Marco Antwerpen aber beklagt einen zu schmalen Kader, fordert bis zu drei weitere Spieler und weist darauf hin, dass er seine Trainingseinheiten ab Mitte der Woche künftig in der Intensität massiv drosseln möchte, damit er keine weiteren Ausfälle riskiert.

Eine etwas genauere Betrachtung erklärt die Sorge des 46-Jährigen. Da wären Cyrill Akono und der dritte Keeper Marian Prinz, die in der U 19 Praxis sammeln sollen, oder Julian Conze und Adrian Knüver, die ihr erstes Lehrjahr wohl ausschließlich in der U 23 bestreiten werden. Außerdem ist mit Danilo Wiebe nach seinem Kreuzbandriss erst im nächsten Jahr wieder zu rechnen, und wie oft ­Dauer-Pechvogel Benjamin Schwarz wirklich einsatz­fähig ist, bleibt auch offen.

Alle ziehen voll mit

Schwupps, bleiben nur noch 21 Profis, mit denen Antwerpen fest plant. Das ist in der Tat nicht üppig, aber mehr sitzt in wirtschaftlich komplizierten Zeiten für den SCP aktuell einfach nicht drin. Die ­gute Nachricht lautet: Die, mit denen der Coach seit Wochen regelmäßig arbeitete, ziehen voll mit, besitzen schon Klasse oder mindestens großes Potenzial und haben in den Testspielen angedeutet, dass sie individuell wie als Team einiges zu leisten imstande sind.

Fotostrecke: Preußen Münsters Kader für die Saison 2018/19 - Kurzporträts

Von den Neuzugängen hat sich gerade Niklas Heidemann in den Fokus gespielt, der Linksverteidiger bringt für diese Position alles mit. René Klingenburg und Kevin Rodrigues Pires sind bereit, Verantwortung im Zentrum zu tragen, Rufat Dadashov sucht den Weg zum Tor, Philipp Müller zeigte trotz Fitness-Rückstands schon besondere Fähigkeiten. Oliver Schnitzler ließ im Kasten bislang keine Schwäche erkennen, ­Dominik Lanius bringt viel Talent mit, Ugur Tezel beackert konsequent die rechte Bahn, und Jannik Borgmann ist hinten äußerst lernwillig.

Dazu kommt ein stabiles Gerüst mit erfahrenen Leuten wie Keeper Max Schulze Niehues, den Verteidigern und Kapitänen Ole Kittner und Simon Scherder, dem begabten Lion Schweers, Kämpfer­natur Fabian Menig, Abräumer Sandrino Braun, Laufwunder Philipp Hoffmann, Standard-Spezialist Martin Kobylanski oder Wusel­könig Tobias Rühle. Selbst die eigentlich aussortierten Tobias Warschewski und Lucas Cueto spielten sich in den vergangenen Wochen vehement in den Vordergrund und waren in den acht Testpartien die erfolgreichsten Preußen-Schützen.

Jüngste und formbarste Truppe der 3. Liga

So schlecht liest sich all das also gar nicht. Klar, die Konkurrenz hat Millionen in die Hand genommen. Allein namentlich klingen Eintracht Braunschweig, der 1. FC Kaiserslautern, KFC Uerdingen, 1860 München, Karlsruher SC oder Hansa Rostock furchteinflößend. Aber auch Münster hat ja einiges zu bieten.

In der vergangenen Rückserie holte Antwerpen mit einer Mannschaft, die er gar nicht zusammengestellt hatte, 34 Punkte in 19 Partien. Das war die fünftbeste Ausbeute der Liga. Ein guter Teamgeist, vor allem aber taktische Flexibilität und ein Plan für jeden Gegner waren damals ausschlaggebend. Diese Punkte möchte der Coach bewahren und verfeinern. Drei, vier unterschiedliche Systeme hat er seinen Schützlingen eingebrannt, dazu diverse Grundeinstellungen, die von eigener Dominanz über aggressives Pressing bis zu einem Defensivriegel mit Fokus auf schnellem Umschalten reichen.

Bis vor wenigen Jahren hatten die Preußen noch regelmäßig den ältesten Kader. Heute ist das völlig anders. 23,5 Jahre alt sind die 27 im Schnitt. Damit haben die Münsteraner, die vermehrt auf die eigenen Jugend vertrauen und bauen, mit die jüngste und formbarste Truppe der 3. Liga.

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