Mo., 30.07.2018

Fußball: 3. Liga Oliver Schnitzler macht das Rennen um die Nummer eins

Applaus für die eigene Vorstellung und natürlich für die eindrucksvolle Teamleistung: Preußen-Torwart Oliver Schnitzler (l.) nach seiner gelungenen SCP-Premiere in Köln.

Applaus für die eigene Vorstellung und natürlich für die eindrucksvolle Teamleistung: Preußen-Torwart Oliver Schnitzler (l.) nach seiner gelungenen SCP-Premiere in Köln. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Schnitzler ja – Schnitzer nein: Die Aufgabe für Preußen-Neuzugang Oliver Schnitzler ist klar. Zwischen den Pfosten soll der ehemalige Junioren-Europameister nichts anbrennen lassen – und gleichzeitig seine Vorderleuten auf Trab bringen.

Von Thomas Rellmann

Geradezu exem­plarisch für die Vorzüge von Oliver Schnitzler war im Südstadion die 17. Minute. Mit reichlich Mut und auch einer Portion Risiko eilte die neue Nummer eins des SC Preußen aus seinem Kasten und klärte in allerhöchster Not vor Moritz Hartmann, dem Bundesliga-erprobten Stürmer von Fortuna Köln. Dass die Abwehr nicht hundertprozentig gelang und Mitspieler die Situation endgültig ausbügeln mussten – geschenkt. Schnitzler steht für modernes Torwartspiel. Diese Eigenschaft brachte dem Neuzugang vom Halleschen FC seinen neuen Status ein.

Erst am Samstag in der Mannschaftssitzung hatte er erfahren, dass er den Zuschlag erhält und dass Max Schulze Niehues einmal mehr in die Röhre guckt. „Ich glaube, ich habe eine gute Vorbereitung hingelegt“, sagt Schnitzler. Trotzdem konnte er sich seiner Sache natürlich nicht sicher sein, denn Coach Marco Antwerpen hatte noch vor eineinhalb Wochen seinem Konkurrenten ebenfalls eine starke Form attestiert. „Wir haben brutal lange diskutiert und viele, viele Punkte einfließen lassen“, betonte der Coach. Dass er und Torwarttrainer Milenko Gilic sich erst auf den letzten ­Drücker entschieden, spricht ja Bände. „Es ging uns letztlich auch um die Stärke, ­Bälle abzulaufen und hoch zu stehen.“

Der Keeper, der die Eins auch auf dem Rücken trägt, betonte, dass das Verhältnis zu seinem Rivalen top sei. „Max ist auch ein sehr guter Torwart, zwischen uns hat offenbar wirklich nur ein Hauch entschieden. Wenn es andersherum ausgefallen wäre, hätte ich das auch ­professionell aufgenommen und harmonisch weiter­gearbeitet. Zwischen uns steht wirklich nichts, das ist zu 100 Prozent fair.“

Bliebe noch die Frage nach der wilden Szene, gut eine Viertelstunde nach dem Anpfiff im Rheinland. „Wir wollen ja, dass der Torwart hoch steht“, sagt Schnitzler. „Wäre ich nicht herausgekommen, wäre der Stürmer allein auf mich zugelaufen und hätte sich die Ecke aussuchen können. Also bin ich raus­gekommen und habe geklärt. Zum Glück ist danach auch kein Tor gefallen.“

Der 22-Jährige, der 2014 U-19-Europameister unter anderem mit Julian Brandt und Davie Selke wurde, hatte ansonsten in Köln gar nicht so viel zu tun. Ein paar Flanken, die er sicher runterfischte, ein paar Rückpässe, die er mühelos nach vorne schlug – das war es auch fast schon. „Das spricht ja für die Mannschaft. Wir haben gut verteidigt.“ Und wenn das mal nicht so ­klappen sollte, lauert mit Schnitzler ja noch ein ex­trem ehrgeiziger Mann zwischen den Pfosten.



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