Fußball: 3. Liga
Preußen runderneuert ins Heimdebüt gegen FC Carl Zeiss Jena

Münster -

Preußen Münster geht als Tabellenführer in das erste Heimspiel der neuen Saison gegen den FC Carl Zeiss Jena am Samstag um 14 Uhr. Trainer Marco Antwerpen erwartet einen heißen Tanz, nicht nur aufgrund der Witterung, sondern weil die Gäste mit „viel Wucht“ daherkommen werden.

Freitag, 03.08.2018, 16:12 Uhr aktualisiert: 03.08.2018, 16:54 Uhr
Das Trikot hat den ersten Härtetest bestanden: Sandrino Braun, Mittelfeldspieler, mit seinen Mitstreitern beim 4:1-Sieg in Köln auch.
Das Trikot hat den ersten Härtetest bestanden: Sandrino Braun, Mittelfeldspieler, mit seinen Mitstreitern beim 4:1-Sieg in Köln auch. Foto: Jürgen Peperhowe

Der SC Preußen Münster startet als Tabellenführer in die erste Englische Woche der Saison. Natürlich hat das kaum Aussagekraft, aber mitnehmen sollte man diesen statistischen Wert auf jeden Fall. Kaum auszudenken, wenn der Fußball-Drittligist am Samstag auch noch das saisonale Heimdebüt gegen den FC Carl Zeiss Jena (Anstoß 14 Uhr) gewinnen würde. Das wäre eine kleines Fest, und vor allem könnte der SCP mit Rückenwind und großem Selbstbewusstsein am Dienstag beim 1. FC Kaiserslautern antreten und dann zum Abschluss am 11. August im Nachbarschaftsvergleich SF Lotte erwarten.

Trainer Marco Antwerpen beschäftigt sich mit der Drittliga-Trilogie allerdings nur am Rande. Er weiß, dass das Training kurzkommen wird, dass die Hitze sowieso für Einschränkungen sorgt, und stets nur der nächste Gegner interessiert. Der Betzenberg ist noch so weit weg, und Lotte noch viel weiter.

Personelle Überraschungen?

Der SCP-Coach verrät von seiner Aufstellung – wie immer – recht wenig. Den einen oder anderen Coup hält er für möglich. Auch, dass genau die elf Spieler beginnen, die zuletzt beim Saisonstart gegen Fortuna Köln einen 4:1-Sieg hervorzauberten. Warum auch nicht? Könnte aber auch sein, dass Antwerpen auf eine Abwehr-Dreierkette setzt, weil Jena sich damit womöglich schwerer tut, als mit der SCP-Erfolgsformation von Köln.

„Jena wird gleich zu Beginn viel investieren, vielleicht fehlen ihnen dann am Ende die Körner. Wir müssen die Partie lange offen halten, unsere körperliche Fitness dürfte dann den Ausschlag geben“, vermutet Antwerpen. Der Gegner würde, anders als Köln, mit mehr Wucht, mit mehr Mentalität antreten. Beim SCP wird dabei Offensivkraft Tobias Rühle früher als erwartet wieder zum Aufgebot gehören. Benjamin Schwarz, Philipp Müller und Danilo Wiebe sind weiter außen vor. Tatsächlich müsste Antwerpen zwei Feldspieler auf die Tribüne verbannen.

Gegner-Check: Jena

Man sollte die Gunst der Stunde nutzen, deshalb ist das mal das Spitzenspiel zwischen dem Rangersten aus Münster und dem Verfolger aus Jena auf Platz fünf. Der SCP gewann mit 4:1 bei Fortuna Köln, Carl Zeiss mit 3:2 gegen die SG Sonnenhof Großaspach auf den letzten Drücker. Erst in der 83. Minute markierte der Gastgeber den Ausgleich, in der siebten Minute der Nachspielzeit war es Dominik Bock, der selbigen mit dem 3:2 umstieß. Außerdem hat Jena seit dem 0:6 in Paderborn Anfang April sechs Drittliga-Siege in Serie folgen lassen. Stürmer Julian Günther-Schmidt fällt verletzt lange aus, ein Ersatz wird bis Samstag nicht gefunden sein. Der Club versucht ein Leihgeschäft bei einem Bundesligisten, Ex-Preuße Marcel Reichwein (KFC Uerdingen) bleibt ein Thema. Siegtorschütze Bock rückt aus dem Mittelfeld vor, ein defensives 4-2-3-1 wird erwartet. Mark Zimmermann holte die Regionalliga-Meisterschaft und führte Jena 2017 in die 3. Liga, als Viktoria Köln in der Relegation dank der drei erzielten Auswärtstore bezwungen wurde. Münster musste seinen erfolgreichsten Angreifer mit Adriano Grimaldi (15 Tore) ziehen lassen, Jena mit Timmy Thiele (elf Treffer) auch. Doch der vertragsfreie Grimaldi brachte dem SCP kein Geld beim Transfer zu 1860 München, Thiele den Thüringern schon. Der 1. FC Kaiserslautern soll rund 400 000 Euro für ihn bezahlt haben.

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Trauma Relegation 2017

Jena also. Für Marco Antwerpen ist das mit seiner bittersten Niederlage als Fußballlehrer verbunden. „Das Trauma wird schwächer. Vielleicht denke ich in zehn Jahren nicht mehr daran“, erzählt der 47-Jährige. Diese Drittliga-Relegation von 2017 nagt an ihm, als er mit Viktoria Köln denkbar knapp den Kürzeren zog gegen eben FC Carl Zeiss Jena. Antwerpen gibt unumwunden zu, dass er gerade jetzt daran wieder erinnert wird. Keinesfalls sei das omnipräsent, aber es beschäftigt ihn weiter. Ein Erfolg seiner Preußen würden diese Schmach etwas kleiner werden lassen. Die Zeit wird am Ende alle Wunden heilen.

Mit 6500 Zuschauern ist dabei die Erwartung für das erste Heimspiel der Preußen doch sehr niedrig angesetzt. Hitze, Ferien und eine Form von Skepsis begleitet die Adlerträger. Ein Sieg über Jena könnte einiges in Bewegung setzen. Glaubt man Marco Antwerpen, sind seine Männer bereit dafür.

Preußen Münsters Kader für die Saison 2018/19 - Kurzporträts

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  • Der SC Preußen der Saison 2018/2019:

    Obere Reihe von links

    Julian Conze, Danilo Wiebe, Fabian Menig, Ole Kittner, Simon Scherder, René Klingenburg, Jannik Borgmann, Dominik Lanius, Cyrill Akono, Rufat Dadashov, Lion Schweers, Philipp Hoffmann, Tobias Warschewski

    Mittlere Reihe von links

    Marco Antwerpen (Trainer), Kurtulus Öztürk (Co-Trainer), Milenko Gilic (Torwarttrainer), Helge Dahm (Zeugwart), Sandrino Braun, Niklas Heidemann, Ugur Tezel, Christian Krabbe (Leitender Physiotherapeut), Lukas Brüggemann (Physiotherapeut), Cornelius Müller-Rensmann (Mannschaftsarzt), Harald Menzel (Teammanager), Malte Metzelder (Geschäftsführer Sport)

    Vordere Reihe von links

    Adrian Knüver, Philipp Müller, Martin Kobylanski, Benjamin Schwarz, Oliver Schnitzler, Maximilian Schulze Niehues, Marian Prinz, Moritz Heinrich, Tobias Rühle, Lucas Cueto, Kevin Rodrigues Pires

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Slalom ist nicht die Disziplin von Fabian Menig. Der Mann ist absolut linientreu und läuft zuverlässig rechts auf und ab.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jannik Borgmann ist groß und jung. Und weil er außerdem schon sehr abgeklärt und ruhig mit dem Ball umgeht, macht er den arrivierten Recken in der Innenverteidigung ordentlich Dampf.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Oliver Schnitzler ist die Nummer eins: So steht es zumindest auf seinem Trikot. Im Team muss er sich noch mit dem Kollegen Schulze Niehues über den Platz zwischen den Pfosten austauschen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sandrino Braun läuft, das haben jüngste Forschungen ergeben, mit Muskelkraft. Damit wären alle landläufigen Theorien, der Preußen-Dauerläufer sei duracell-betrieben, endlich entkräftet.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Müller ist technisch beschlagen und nach einer etwas längeren Fußballpause noch im Helene-Fischer-Modus, nämlich schnell atemlos. Die konditionellen Rückstände sollten aber bald behoben sein.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rufat Dadashov war der Schrecken der Regionalliga Nordost. Drum ist man dort heilfroh, den Scharfschützen los zu sein. Ab sofort nimmt er die Drittliga-Tore ins Visier. Alle, außer dem der Preußen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sportfreund Kevin Rodrigues Pires kennt sich in Münsters Mittelfeld bestens aus – auch wenn er dort zuletzt immer gegen den SCP gearbeitet hat. Doch jetzt gehört er zum Team, das Lotter-Leben ist vorbei.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Rühle ist der Marc Wilmots des SC Preußen. Kompakt, drahtig und ganz schwer vom Ball zu trennen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Martin Kobylanski ist der Mann für die besonderen Momente. Seine Freistöße können an guten Tagen Tor-des-Monats-Reife entwickeln. In diese Saison geht „Koby“ als Vize-Mapitän.

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  • Ole Kittner ist der Münsteraner bei Münster und als Zentrum der westfälischen Dreierkette kaum mehr wegzudenken.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Für Ugur Tezel ist Münster eine Kleinstadt. Der gebürtige Berliner ist aus der Bundeshauptstadt in die westfälische Provinz gewechselt. Es dürfte dem 21-Jährigen keine Probleme bereiten, sich hier zurechtzufinden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kapitän Simon Scherder ist einer der selbsternannten „Ochsen“, die in der münsterischen Dreierkette die gegnerischen Stürmer zur Weißglut bringen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rene Klingenburg hat auf Schalke schon am Prof-Fußball geschnuppert, war zuletzt aber nur noch für die Schalker Amateure im Einsatz. In Münster will sich der ehemalige Knappe jetzt zum Ritter schlagen lassen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Warschewski sucht eine Wohnung in Münster, auf dem Platz hat er schon eine Bleibe: In der Sturmspitze.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Marian Prinz hat seinen Platz im Tor sicher: Er sammelt Spielpraxis in der A-Junioren-Bundesliga.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Hoffmann ist der Mann für die schnellen Momente: Wenn es eilig ist, baut der SCP auf den Antritt des 25-Jährigen..

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Es ist ein Kreuz mit dem Band: Danilo Wiebe muss auf eine schnelle Heilung hoffen, damit er 2019 wieder zum Team stoßen kann.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Auch Benjamin Schwarz verbringt mehr Zeit in Warte- und Behandlungszimmern als auf dem Platz. Ist er gesund, dann ist er ein ganz wichtiger Leistungsträger.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Moritz Heinrich startet in sein zweites Preußen-Jahr und hat sich noch einige Ziele offengehalten. Die will er jetzt angehen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lion Schweers ist der Leisetreter in Münsters Abwehr-Dreigestirn. Seine Leistung ist aber auch ohne Worte immer ohne Fehl und Tadel.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Adrian Knüver trainiert mit der Ersten und spielt (noch) in der Zweiten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Cyrill Akono hat seine Drittliga-Feuertaufe bereits hinter sich, soll jetzt aber zunächst die A-Junioren zum Bundesliga-Klassenerhalt bomben.

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  • Niklas Heidemann findet Münster gut und Münster findet Heidemann gut: Die Preußen und ihr 23-jähriger Linksverteidiger haben in Bestzeit zueinander gefunden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Max Schulze Niehues erwartet den nächsten Angriff auf den Posten zwischen den Pfosten, aber irgendwann steht der Mann aus Dreierwalde auf jeden Fall wieder im Kasten – versprochen.

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  • Lucas Cueto wollte nicht gehen und jetzt sind alle froh, dass er bleibt. Der 22-jährige Kölner hat Stammplatz-Potenzial.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Dominik Lanius ist Innenverteidiger und damit in bester Gesellschaft. Der Ex-Kölner reiht sich ein in die Gruppe Hochbegabter in Münsters zentraler Abwehrreihe.

    Foto: Jürgen Peperhowe
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