Fußball: 3. Liga
Preußen Münster unterliegt gegen Jena im ersten Heimspiel

Münster -

Kalte Dusche für den Spitzenreiter: Nach der furiosen Gala beim 4:1 in Köln kassierte Fußball-Drittligist Preußen Münster am Samstag im ersten Heimspiel der neuen Serie eine bittere 1:2-Pleite gegen Carl Zeiss Jena.

Samstag, 04.08.2018, 16:37 Uhr aktualisiert: 04.08.2018, 17:19 Uhr
Fußball: 3. Liga: Preußen Münster unterliegt gegen Jena im ersten Heimspiel
Treffsicher: René Klingenburg (rechts) war bereits zum dritten Mal für die Preußen erfolgreich. Trotz seines Treffers in der 48. Minute ging Münster gegen Jena leer aus. Foto: Jürgen Peperhowe

Maximilian Wolfram (25.) und Felix Brügmann (38.) trafen für die Thüringer, die durch den zweiten Sieg an die Spitze stürmten, für Münster schürte René Klingenburg mit seinem Anschluss zumindest die Hoffnung, das Ding noch wenden zu können. Aber sein Treffer aus der 48. Minute blieb der einzige Einschlag im Gehäuse von Jenas belgischem Tormann Jo Coppens, der sich als Meister seines Faches im Spiel gegen die Uhr entpuppte. Zu Recht wurde er mehrfach vom Preußen-Publikum mit Pfiffen bedacht.

Preußen Münster gegen Carl Zeiss Jena

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  • Heimspiel Foto: Jürgen Peperhowe
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Preußen-Trainer Marco Antwerpen nahm einen Wechsel gegenüber dem siegreichen Köln-Spiel vor, für Tobias Warschewski sollte Martin Kobylanski die rechte Seite beackern. Nicht im Kader standen dagegen abermals Moritz Heinrich und Dominik Lanius, der weichen musste, weil Tobias Rühle nach überstandenem Muskelfaserriss in der Wade wieder auf die Bank rückte.

Bei den Gästen aus Thüringen fand sich Dominik Bock, der in der Vorwoche selbigen in der sechsten Minute der Nachspielzeit gegen Großaspach mit seinem 3:2 umgestoßen hatte, wieder. In der ersten Reihe stürmte Manfred Starke, zweifache Schütze gegen die SGS.

In den ersten 20 Minuten rigoros

Der Spitzenreiter wirkte in den ersten 20 Minuten bei 30 Grad im Schatten rigoros, überzeugte mit einer guten Körpersprache, spielte aggressiv in den Zweikämpfen und hatte schon nach sechs Minute den Torschrei auf den Lippen, als Lucas Cueto Stürmer Rufat Dadshov bediente, der knapp verzog. Kevin Pires-Rodrigues und Kobylanski probierten es in der Folge aus der Entfernung, richtig knapp wurde es nie.

Orientierungslose Defensive

Das 0:1 für die Ostdeutschen mit der ersten echten Chance traf Münster ins Mark. Starkes Ecke fand in Wolfram den perfekten Abnehmer (25.). Der SCP taumelte, Kapitän Simon Scherder leistete sich ungewohnt viele Fehlpässe wie Sandrino Braun auf der Sechs. Letzgenannter leitete mit einem Patzer das 0:2 ein. Eine orientierungslose Defensive der Preußen ließ Felix Brügmann gewähren. So schnell geht es.

Doppelwechsel in der Pause

In der Pause nahm Münsters Trainer Marco Antwerpen einen Doppelwechsel vor, was blieb ihm auch anderes übrig. Für Rufat Dadashov kam Tobias Warschewski, für Martin Kobylanski Philipp Hoffmann. Das fruchtete, Warschewski setzte nach 48 Minuten Fabian Menig in Szene, dessen gefühlvolle Flanke verwerte René Klingenburg sehenswert per Kopf. Der dritte Treffer des Neuzugangs aus Gelsenkirchen. Jetzt aber! Eindrucksvoll, dieser Start in den zweiten Abschnitt. Die Platzherren stemmten sich nun mit aller Macht gegen die drohende Niederlage.

Ich ärgere mich, dass wir uns durch einen Eckball aus dem Spiel bringen haben lassen. 20 Minuten haben wir gut gespielt, dann haben wir aufgehört, vernünftig gegen den Ball zu spielen, waren komplett raus und kassieren noch das 0:2. Nach der Pause ging es wieder von vorne los, nach dem Anschluss sind wir wieder drin im Spiel. Die letzten 15 Minuten sind wir vom strukturierten Spiel nach vorne weggegangen, das war wilder Fußball, der so leider nicht funktioniert hat. Das tut weh, wir sind extrem gefrustet.

Marco Antwerpen (SC Preußen)

Scherder bediente nach 53 Minuten Hoffmann, der allein vor Coppens links verzog. Das hätte der Ausgleich sein müssen. Braun, Warschewski, Hoffmann hatten im Anschluss weitere Möglichkeiten, so richtig gefährlich wurde es indes nicht mehr. Das war hinten heraus zu wenig. Da fehlte die Power, das Ding vor 7214 Besuchern zu wenden.

Einzelkritik: Preußen Münster gegen Carl Zeiss Jena

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  • Mittelfeldspieler Kevin Rodrigues-Pires, Note 3, versuchte lange das Spiel der Preußen zu sortieren, spielte eine Reihe guter Pässe. Dürfte ein Kandidat für die Standardsituation beim SCP werden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rechtsverteidiger Fabian Menig, Note 3, wie immer auf Betriebstemperatur bei dieser Hitzeschlacht, bereitete den Anschlusstreffer zum 1:2 gut vor.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Lion Schweers, Note 3, überzeugte bei den Aufräumarbeiten in der Preußen-Defensive, kämpfte bis zum Umfallen, hielt trotz einer Sprunggelenks-Verletzung bis zum Abpfiff durch - und fällt wohl gegen Kaiserslautern am Dienstag aus.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Lucas Cueto, Note 3,5, überzeugte kämpferisch und läuferisch, allerdings konnte der Linksaußen keine entscheidenden Akzente im Strafraum setzen. Wurde nach 64 Minuten ausgewechselt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Martin Kobykanski, Note 4, hatte zwei, drei gute Szenen, mehr aber auch nicht. Auf der rechten Offensivseite ist er falsch aufgehoben. Musste zur Pause raus.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Torwart Oliver Schnitzler, Note 2,5, hielt zwei, drei schwierige Bälle, ein sicherer Rückhalt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Philipp Hoffmann, Note 3, hätte seine Einwechselung für Martin Kobylanski mit dem 2:2 krönen können. Mit ihm kam frischer Wind ins Spiel, mehr Tempo.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler René Klingenburg, Note 2,5, im Mittelfeld stark und als einziger Preuße mit einem konzentrierten Abschluss. Erneut eine starke Partie vom Neuzugang.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angreifer Rufat Dadashov, Note 4,5, erlebte einen schwarzen Tag. Erhielt kaum Anspiele, und wenn, dann konnte er diese Bälle weder absichern noch weiterleiten. Blieb zur Pause in der Kabine.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Sandrino Braun, Note 3, leistete sich einen kapitalen Fehlpass vor dem 0:2. Kehrte aber nach der Pause bärenstark zurück und betrieb Wiedergutmachung.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Simon Scherder, Note 3,5, streute überraschenderweise eine Reihe von Fehlpässen nach dem 0:1 und vor der Pause ein. Nach dem Wechsel marschierte er vorne weg.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Tobias Rühle, keine Note, ersetzte Lucas Cueto und sorgte für etwas Rabatz in der Defensive der Gäste. Unterstrich nach überstandener Verletzung, wie wertvoll er für die Preußen sein kann.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Tobias Warschewski, Note 3,5, machte es deutlich besser als Rufat Dadashov, gerade in den Zweikämpfen agiler und bissiger. Allerdings blieb ihm als Stoßstürmer eine echte Chance versagt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Linksverteidiger Niklas Heidemann, Note 3,5, fehlte der ganz große Schwung im Spiel nach vorne. Defensiv war alles in Ordnung.

    Foto: Jürgen Peperhowe

So wie in der vergangenen Spielzeit, als Adriano Grimaldi nach einem 0:2-Rückstand gegen Jena per Doppelpack zumindest einen Zähler rettete. Der Deutsch-Italiener trifft jetzt für München und feierte gegen Lotte sein Tor-Debüt für 1860. Kein Trost.

Jena löst SCP an der Spitze ab

Während Jena die Preußen an der Spitze ablöst, rutschte das Team von Marco Antwerpen auf Rang sieben ab. Am Dienstag geht nach Kaiserslautern, Montag drauf kommen die Sportfreunde aus Lotte. Kein guter Start in die erste Englische Woche der neuen Saison.

Preußen Münster: Schnitzler - Menig, Scherder, Schweers, Heidemann - Braun - Pires-Rodrigues, Klingenburg - Kobylansk (46. Hoffmann)i, Dadashov (46. Warschewski), Cueto (63. Rühle). CZ Jena: Coppens - Florian Brügmann, Grösch, Slamar, Sucsuz - Eckardt, Erlbeck (81. Schau) - Wolfram, Starke (69. Bock), Tchenkoua (58. Pannewitz) - Felix Brügmann.

Tore: 0:1 Wolfram (25.), 0:2 Felix Brügmann (38.), 1:2 Klingenburg (48.). Zuschauer: 7214.

Ich bin glücklich und froh, dass wir ein ganz enges Spiel für uns entscheiden konnten. Die ersten Minuten hatte ich das Gefühl, dass wir uns im Kreis drehen, wir hatten keine Ordnung. Nach 15 Minuten haben wir dann mutiger gespielt und einige Lücken im Spielaufbau gefunden. Ganz entscheidend war der Standard zum 1:0, das uns Selbstvertrauen gegeben hat. Nach der Pause hat Münster enorm viel Druck gemacht, wir haben uns mit Glück gewehrt.

Mark Zimmermann (CZ Jena)
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