Fr., 10.08.2018

Fußball: 3. Liga Ex-Preußen Al-Hazaimeh im Interview: „Klassenerhalt ist kein Selbstläufer“

Noch läuft es für Rückkehrer Jeron Al-Hazaimeh in Lotte nicht rund. Diesen Strafstoß vergab er am Mittwoch.

Noch läuft es für Rückkehrer Jeron Al-Hazaimeh in Lotte nicht rund. Diesen Strafstoß vergab er am Mittwoch. Foto: Jörg Wahlbrink

Münster - 

In den vergangenen beiden Jahren war Jeron Al-Hazaimeh noch für den SC Preußen am Ball, nun verteidigt er wieder für die SF Lotte. Vor dem Nachbarschaftsduell der beiden Clubs sprach der 26-Jährige im Interview über seine Beziehungen nach Münster und den Fehlstart.

Von Thomas Rellmann

Nein, nach Plan läuft es bislang wirklich noch nicht. Weder für die Sportfreunde Lotte, noch für Jeron Al-Hazaimeh. Tabellenplatz 19 nach drei Partien, ein Punkt nur – das ist nicht der Anspruch am Autobahnkreuz. Und der Defensivmann persönlich kann auch kaum zufrieden sein. Zwei Mal schmorte er 90 Minuten auf der Bank. Als er am Mittwoch gegen die SG Sonnenhof Großaspach im Abwehrzentrum von Beginn an spielen durfte, vergab er einen späten Elfmeter beim 0:2. Am Montag (19 (Uhr) kommt es, nur drei Monate nach seinem letzten Spiel für Preußen Münster (insgesamt 62 Drittliga-Partien und sechs Tore) zum Wieder­sehen mit dem Ex-Club. Im Interview sprach er mit Redakteur Thomas Rellmann.

Der Vorteil Ihres Wechsels nach Lotte war ja auch die Nähe zu Münster. Wohnen Sie weiter hier?

Al-Hazaimeh: Ja. Die Entfernung ist kurz. Mit Alexander Langlitz und Aygün Yildirim, der in Ahlen lebt, bilde ich eine Fahrgemeinschaft nach Lotte.

Sie waren nach dem Aus in Münster auch beim Halleschen FC und bei Zweitligist Jahn Regensburg im Gespräch. Warum wurde es am Ende wieder Lotte?

Al-Hazaimeh: Es gab die konkreten Kontakte zu anderen Clubs, aber so konnte ich hier wohnen bleiben und bin weiter nah bei meiner Familie, was für mich auch wichtig ist.

Sie sind 2016 mit den

Al-Hazaimeh: Eine ganze Menge, das ist ja so im Fußballer. Viele Mitarbeiter sind neu, die Mannschaft zu großen Teilen natürlich auch. Der Verein hat sich auf allen Ebenen professionalisiert. Natürlich sind wir immer noch ein Dorfclub, aber die letzten beiden Jahre waren aufreibend und prägend.

Sie hatten bei Preußen ­viele Freunde im Team.

Al-Hazaimeh: Na klar. Wir telefonieren, schreiben miteinander, treffen uns, gehen essen. Lion Schweers, Philipp Hoffmann, Simon Scherder, Tobias Rühle, Martin Kobylanski – das sind alles noch Freunde.

Kevin Rodrigues Pires ist in diesem Sommer den umgekehrten Weg gegangen. Wie sieht es da aus?

Al-Hazaimeh: Auch mit ihm verstehe ich mich sehr gut. Wir haben ja in Lotte schon zusammengespielt.

Also schon ein besonderes Spiel am Montag?

Al-Hazaimeh: Kein normales jedenfalls. Vorfreude ist bei mir vorhanden, zumal wir uns nach so kurzer Zeit schon wieder treffen.

Zu den Fans auf der Gegengerade hatten Sie immer eine sehr enge Bindung, wenn Sie die Außenbahn beackert haben.

Al-Hazaimeh: Das stimmt – die haben mich wirklich immer super unterstützt. Wenn sie nach mir fragen, schaue ich nach dem Abpfiff auch gern mal kurz vorbei, ergebnisunabhängig.

Warum läuft es für die Sportfreunde noch nicht?

Al-Hazaimeh: Es war klar, dass die Saison wie für viele andere bei vier Absteigern schwer wird. Bei dieser Konstellation ist der Klassenerhalt für keinen ein Selbstläufer. Bei 1860 sind wir untergegangen. Aber wir haben auch schon gezeigt, dass wir an guten Tagen ­gewinnen können. Gegen Großaspach hatten wir nach der Pause viele Chancen.

Ihr Elfmeter aber . . .

Al-Hazaimeh:  . . . war nicht optimal geschossen. Halbhoch, das macht es dem Torwart leicht. Das werfe ich mir schon vor.

Sind Sie als einer der erfahrensten Spieler im jungen Kader auch Teil des Lotter Mannschaftsrats?

Al-Hazaimeh: Nein, den gab es hier noch nie. Alles wird mit allen besprochen.



https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5964698?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686215%2F