Do., 20.09.2018

Fußball: 3. Liga Preußen-Pechvogel Wiebe setzt auf Geduld statt Tempo

Der Schockmoment: Gestützt von Sandrino Braun und Physio Christian Krabbe verlässt Danilo Wiebe das Magdeburger Feld.

Der Schockmoment: Gestützt von Sandrino Braun und Physio Christian Krabbe verlässt Danilo Wiebe das Magdeburger Feld. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Der Pechvogel der Rückserie war beim SC Preußen zweifellos Danilo Wiebe, der sich mitten im sportlichen Aufschwung, einen Kreuzbandriss zuzog. Nun kämpft er um sein Comeback, ist auch guter Dinge, möchte sich allerdings keinen Druck auferlegen.

Von Thomas Rellmann

Seit 2015, also seit mehr als drei Jahren steht Danilo Wiebe bei Preußen Münster unter Vertrag. Er sah den Trainer Ralf Loose gehen, Horst Steffen ebenfalls, zuletzt Benno Möhlmann. Marco Antwerpen, der aktuelle Coach, war zweifellos derjenige, unter dem der Mittelfeldspieler das beste Standing besaß. Dabei machte er Anfang des Jahres nur fünf Spiele unter dem 46-Jährigen. Aber die alle von Anfang an und immer überzeugend. Das Tragische an dieser Verbindung: Gerade, als Wiebe als Nebenpart von Sandrino Braun auf dem Weg zur Unersetzlichkeit war, riss ihm das Kreuzband. Am 10. Februar, beim 1:3 in Magdeburg, passierte es kurz vor der Pause. Ein Comeback ist sieben Monate nach dem Malheur noch nicht in Aussicht. Dabei käme genau dieser Spielertyp dem SCP in der augenblicklichen Minikrise gerade recht.

Was den 24-Jährigen aktuell auszeichnet, ist: Geduld. „Ich war von Anfang an darauf eingestellt, mir etwas mehr Zeit zu nehmen. Die brauche ich auch. Ansonsten wäre das Risiko des Rückfalls zu groß.“ Bisher blieben ihm weitere Nackenschläge erspart. Das Knie ist stabil, die aktuelle Verfassung gut. Für den Kopf war der jüngste Fortschritt wichtig, wieder an der frischen Luft Laufeinheiten absolvieren zu können. „Immer drinnen arbeiten, das war auf die Dauer sehr miefig“, sagt Wiebe.

Dass nicht nur das Kreuz-, sondern auch das Außenband gerissen war, verkomplizierte sich die Heilung. „Die Ärzte haben mir daher sofort vermittelt, dass es nicht hopplahopp geht“, sagt er. Die OP nahm Prof. Mirco Herbort Ende Februar in der Uni-Klinik vor. Es folgten ein paar Wochen Ruhe, ehe Anfang Mai die Reha bei PhysioSport in der Mediapark-Klink Köln begann. Ganz bewusst in der Heimat, bei Familie und Freunden. Nicht in Münster im Umfeld der Kollegen. „Ein wichtiger Aspekt. Wäre ich in der Stadt geblieben, hätte ständig meine Mannschaft im Training gesehen, hätte ich mich zu sehr unter Druck gesetzt“, sagt der Rheinländer. „Davon haben mir viele abgeraten, die auch mal länger verletzt waren.“

Zu den Heimspielen kommt der Rechtsfuß, wann immer es möglich ist, an die Hammer Straße. „Das Miteinander in der Kabine vermisse ich schon“, sagt er. „Aber es ist besser so.“ Ein konkretes Ziel für die Rückkehr haben er und die Mediziner sich nicht gesetzt. „Wir schauen von Monat zu Monat.“ Die Vorbereitung zur Rückrunde wäre ein logischer und realistischer Moment. „Aber auch da gilt: kein Druck. Wenn es vier Wochen später wird, auch kein Ding“, sagt Wiebe.

Kurz nach seiner Verletzung verlängerten die Preußen den Vertrag mit dem Profi. Das war keineswegs nur Goodwill, das Vertrauen in seine Fähigkeiten ist da. „Das spüre ich schon. Der Trainer und Sportdirektor Malte Metzelder kennen mich. Eine gewisse Wertschätzung kann einen in so einer langen Pause auch mal hochziehen.“ 2019 läuft der neue Kontrakt auch schon wieder aus. Noch, so Wiebe, sei es zu früh, mit den Verantwortlichen zu sprechen. Fit werden hat eben Priorität. Ohne jeden Zwang.

In Rödinghausen am 10. Oktober

Das Westfalenpokal-Achtelfinale beim SV Rödinghausen findet am 10. Oktober um 19 Uhr im Häcker-Wiehenstadion des Regionalligisten statt.



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