Fußball: 3. Liga
Kobylanskis herrlicher Schlenzer bringt Preußen drei Punkte gegen Würzburg

Münster -

Der Lauf der Preußen geht weiter. Zu Hause besiegten sie am Sonntagnachmittag die Würzburger Kickers mit 1:0 (0:0) und kletterten in der Tabelle auf Platz zwei. Dass die Partie nicht gerade zuschauerfreundlich war, juckte hinterher niemanden mehr. Das hatte was von Spitzenmannschaft.

Sonntag, 21.10.2018, 16:08 Uhr aktualisiert: 21.10.2018, 16:56 Uhr
Fußball: 3. Liga: Kobylanskis herrlicher Schlenzer bringt Preußen drei Punkte gegen Würzburg
Der Preuße Tobias Rühle gegen den Würzburger Daniel Hägele Foto: Jürgen Peperhowe

Nicht alles lief rund für Preußen Münster an diesem Sonntag, aber das Wichtigste stimmte im Heimspiel gegen die Würzburger Kickers. Die Ausbeute. Ein Traumtor von Martin Kobylanski brachte den 1:0 (0:0)-Sieg. Der Gastgeber stand hinten relativ sicher und hatte vorne die nötige Geduld. Platz zwei nach zwölf Spielen ist schon mal eine Ansage. Und der Gegner hatte zuvor acht Mal nicht verloren.

SC Preußen Münster - Würzburger Kickers

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  • SC Preußen Münster - Würzburger Kickers Foto: Jürgen Peperhowe
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Preußen starten zögerlich

Zwei Änderungen nahm Trainer Marco Antwerpen vor. Tobias Rühle begann vorne für Lucas Cueto, den es gleich auf die Tribüne verschlug. Zudem spielte etwas überraschend auf der linken Außenbahn Moritz Heinrich für Dauerbrenner Niklas Heidemann.

Die Münsteraner starteten zögerlicher als gewohnt, Dominic Baumann (8.) und Peter Kurzweg (12.) gaben für den Gast die ersten Schüsse ab. Würzburgs Trainer Michael Schiele hatte extra wieder auf eine Dreierkette umgestellt. Dieser Kniff wirkte, die Hausherren blieben gerade im dichten Zentrum harmlos.

Taktik prägt die Partie

Die Partie war allgemein extrem taktikgeprägt. Ein bisschen einfallsreicher spielten aber die Mainfranken, die ihre beste Chance durch Simon Skarlatidis hatten, doch SCP-Keeper Max Schulze Niehues parierte (19.).

Nach gut 20 Minuten wurden die Gastgeber etwas aktiver, aber sowas wie latente Gefahr erzeugten allenfalls die zahlreichen Einwürfe von Innenverteidiger Lion Schweers, die er bereits kurz hinter Mittellinie Richtung Strafraum schleuderte. Ansonsten war oft das Nachrückverhalten lange zu dezent, um ernsthaft in Tornähe zu gelangen.

Tobias Rühle brachte nach einer Kopfballverlängerung von Jannik Borgmann stark bedrängt im Sechzehner nur ein Schüsschen zustande (35.), ein Versuch von René Klingenburg wurde geblockt (36.), und Rühle zwang aus der Distanz Leon Bätge zum ersten und auch zweiten Eingreifen (40./41.). Zumindest eine Schlussoffensive durften die Preußen in dieser Halbzeit verbuchen.

Einzelkritik: Preußen Münster vs. Würzburger Kickers

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  • Jannik Borgmann: Hatte vor der Pause einige Abspielfehler. Überzeugte indes durch sein Stellungsspiel und räumte vor Tormann Schulze Niehues so einiges aus dem Weg. Note: 3

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  • Fabian Menig: Ein Lichtblick, dieser „Eisen“ Menig. Schmiss sich in jeden Angriff, ohne Skrupel. Und trieb den Ball immer wieder nach vorne. Note: 2

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  • Kevin Rodrigues Pires: Bei Eckbällen neben Martin Kobylanski immer wieder gefragt. Versprühte vor der Kette wenig Elan und Ideenreichtum. Sah zu allem Überfluss seine fünfte Gelbe Karte und ist in Meppen gesperrt. Note: 4

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  • Lion Schweers: Behielt auch in gefährlichen Situationen den Kopf oben. Seine weiten Einwürfe sind immer wieder eine Augenweide. In der Kette ein unverzichtbares Element. Note 2,5

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  • Martin Kobylanski: Dieser Junge hat was drauf. 80 Minuten relativ unauffällig und ohne den ganz großen Drang zum Tor unterwegs, gelingt ihm nach einer Ecke aus spitzem Winkel ein echter Geniestreich. Ein typisches Kobylanski-Tor. Note: 2,5

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  • Max Schulze Niehues: Ruhender Pol, wirkte souverän, klärte nach 20 Minuten mit einem blitzartigen Reflex gegen Simon Skarlatidis. Hielt das, was zu halten war. Note: 2,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Moritz Heinrich: Überraschend für Niklas Heidemann auf der linken Außenbahn im Team. Hatte speziell vor der Pause gute Szenen im Zusammenspiel mit Tobias Rühle. Note: 3,5

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  • Ole Kittner: Spielte nicht unbedingt zimperlich, aber so, dass er die drohende Gelbsperre umschiffte. Mit Übersicht. Segelte nach 25 Minuten nach einem Eckball am Leder vorbei. Hielt den defensiven Laden mit Schweers und Borgmann zusammen. Note: 3

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  • Philipp Hoffmann: Einsatzgeld verdient. Mehr war nicht drin nach seiner Einwechslung in Minute 90 für Dadashov.

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  • Philipp Müller: Kam nach 70 Minuten für Tobias Rühle. Versuchte Akzente zu setzen. Blieb eher unauffällig. Keine Note

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  • René Klingenburg: Stand mehr neben sich und hatte zu wenige gute Aktionen nach vorne. Nach hinten machte er aber die Meter. Im offensiven Mittelfeld besser platziert als im Sturmzentrum wie in Rödinghausen. Note: 4,5

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  • Rufat Dadashov: Wirkte erschöpft, müde nach seiner Länderspielreise. Das auffälligste waren seine roten Treter. Bekam dennoch bei seiner Einwechslung donnernden Applaus von den Rängen. Note: 4,5

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  • Simon Scherder: Der Kapitän ersetzte nach 80 Minuten Martin Kobylanski. Riegelte hinten nochmals alles ab. Keine Note 

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  • Tobias Rühle: Immer anspielbar, kam viel über die linke Seite und überzeugte durch sein Kämpferherz. Ab und an übertrieb er es mit seinen Dribblings. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe

Beide Teams vorsichtig

Das optische Übergewicht konservierten die Münsteraner über die Pause. Ein Volleyschuss von Kevin Rodrigues Pires blieb aber im Kickers-Dickicht hängen, Sekunden später war Fabian Menig freistehend zu überrascht (56.). Doch insgesamt dominierte eine abwartende und vorsichtige Haltung beider Teams, sie hatten eben großen Respekt voreinander.

Preußen gehen in Führung

Gleichsam fehlten bei den Offensivaktionen Präzision und Durchsetzungskraft. Es lief auf ein 0:0 hinaus, doch einer hatte etwas dagegen. Kobylanski. Aus dem Spiel ging wenig. Aber bei Standards haben die Preußen vielleicht den Ligabesten in ihren Reihen. Die erste scharfe Ecke faustete Würzburgs Torwart Leon Bätge wieder zurück zu Münsters Zehner, der den etwas besseren Winkel perfekt ausnutzte und die Kugel fast von der Seitenlinie ins lange Eck schlenzte. Herrlich anzusehen, aber vor allem die unglaublich wichtige Führung (76.).

Ein bisschen zittern mussten die Preußen noch, etwa bei Chancen für Skarlatidis und Janik Bachmann binnen weniger Momente (80.). Zudem war Schulze Niehues gegen Skarlatidis auf dem Posten (85.). Glück kam auch noch dazu, als Bachmanns Kopfball auf die Latte tropfte (89.). Doch dann war dieser Arbeitssieg eingetütet. Die Liga zieht den Hut vor diesem SCP. 

Daten und Fakten zum Spiel

SCP: Schulze Niehues - Schweers, Kittner, Borgmann - Menig, Rodrigues Pires, Heinrich - Kobylanski (81. Scherder), Klingenburg - Rühle (70. Müller), Dadashov (90. Hoffmann)

Kickers: Bätge - Hägele, Bachmann, Schuppan - Göbel, Skarlatidis, Gnaase (86. Küc), Kurzweg (86. Elva) - Baumann (65. Mast) - Kaufmann, Ademi

Schiedsrichter: Florian Heft (Neuenkirchen)

Tore: 1:0 Kobylanski (76.)

Zuschauer: 7116

Gelb: Rühle, Rodrigues Pires, Heinrich / Kurzweg, Schuppan

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