Stadionpläne des SC Preußen für Bösensell
Gemeinsame Stellungnahme von Politik und Bürgermeister

Senden -

Die Sprecher aller Fraktionen im Sendener Rat und der Bürgermeister haben sich mit einer gemeinsamen Stellungnahme in die Debatte um die Stadionpläne des SC Preußen für Bösensell eingeschaltet.

Dienstag, 23.10.2018, 16:42 Uhr aktualisiert: 23.10.2018, 19:00 Uhr
Die Sprecher aller Fraktionen – hier versammelt bei der Verabschiedung des jüngsten Gemeindeetats im Rathaus – sprechen sich gemeinsam für eine sachorientierte Prüfung der SCP-Pläne aus.
Die Sprecher aller Fraktionen – hier versammelt bei der Verabschiedung des jüngsten Gemeindeetats im Rathaus – sprechen sich gemeinsam für eine sachorientierte Prüfung der SCP-Pläne aus. Foto: Harhues

Die Front steht – geschlossen. Die Sprecher aller Ratsfraktionen und der Bürgermeister haben am Dienstag eine gemeinsame Stellungnahme zu den Plänen des SC Preußen abgegeben, in Bösensell eine Bundesliga-taugliche Arena zu errichten. Der Tenor: „Wir, die im Rat vertretenen Parteien, setzen uns für eine ergebnisoffene und sachorientierte Prüfung ein und stehen für eine interkommunale Zusammenarbeit bereit.“

Kritik an Informationspolitik wird zurückgewiesen

Damit haben die Politiker und der Chef im Rathaus, Sebastian Täger, ihre bisherige Haltung bekräftigt. Die Kritik der Bürger, die vor allem auf mangelnde Transparenz gezielt hatte, lassen die Politiker nicht gelten: „Zunächst weisen wir den Vorwurf einer unzureichenden Information der Öffentlichkeit entschieden zurück!“ Wie sehr den Vertretern der Parteien und der Kommune dieser Vorwurf zusetzt, lässt nicht nur am Rufzeichen, sondern daran erkennen, dass diese Einlassung gleich am Anfang einer langen Mitteilung steht. Warum konnte es aus ihrer Sicht keine proaktive Information geben?

Die Antwort von Fraktionsvorsitzenden und Verwaltungleitung lautet: „Bei einem Projekt dieser Größenordnung sind umfangreiche Vorprüfungen notwendig, um Vor- und Nachteile für alle Beteiligten abwägen zu können. Darum waren wir uns einig, dass zunächst Bürgermeister Sebastian Täger mit den überörtlichen Behörden, dem Münsteraner Oberbürgermeister Markus Lewe und Vereinsvertretern des SCP Gespräche führen soll, die den Zweck haben, die grundsätzlichen Realisierungsmöglichkeiten für ein solches Vorhaben zu prüfen.“ Die Gespräche seien nicht abgekoppelt von den politischen, den Volks-Vertretern geführt worden: „Bürgermeister Täger hat uns über den Inhalt laufend informiert“, unterstreichen die Parteien.

Wir wollen und werden die Sorgen der Bevölkerung ernst nehmen.

Gemeinsame Erklärung der Fraktionen und des Bürgermeisters Sendens

Ein Treffen zwischen Politik, Verwaltung und Vertretern des SC Preußen hat demnach am 6. September im Sendener Rathaus stattgefunden. Dabei, so die Mitteilung im Wortlaut, „konnten wir zudem selber feststellen, dass weiterhin keine ausreichenden Informationen vorliegen, um sich mit der Thematik vertiefend beschäftigen zu können.

Eine öffentliche Debatte könne nach Auffassung der Fraktionssprecher aber nur anhand von sorgfältig herausgearbeiteten Fakten und auf der Grundlage eines prüffähigen Konzeptes erfolgen. „Beides liegt bislang nicht vor!“, heben die Mandatsträger und der Bürgermeister hervor. Bisher seien vom SCP lediglich erste Grundüberlegungen und Zielsetzungen formuliert worden, wie diese auch der Presse zu entnehmen waren.

Die Bürger sollen im weiteren Verlauf mitgenommen werden: „Wir wollen und werden die Sorgen der Bevölkerung, zum Beispiel auch im Hinblick auf mögliche Verkehrs- oder Lärmbelästigungen, ernst nehmen. Und wir wollen auf berechtigte Fragen auch konkrete und belastbare Antworten geben können.“

Für eine sachliche Prüfung sei es aber auch „unerlässlich, die möglichen Chancen eines ,Münsterlandstadions‘ für die Stadt Münster, die Gemeinde Senden und die Region bewerten zu können“. Zu den positiven Effekten werden Gewerbesteuererträge, Arbeitsplätze, Förderung und Ausbau der touristischen Infrastruktur – zum Beispiel durch Tagungen, Kongresse, kulturelle Veranstaltungen – und damit eine Belebung des Wirtschaftsstandortes gezählt.

Positionierung der Stadt Münster von „wesentlicher Bedeutung“

Hierbei sei es von wesentlicher Bedeutung, wie sich die Stadt Münster positionieren werde, was Voraussetzung für die Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie sei. „Aktuell liegt kein prüffähiges Gesamtkonzept und kein schlüssiges Investoren- und Finanzierungsmodell vor“, heißt es in der Mitteilung. Dieses könne auch nur durch eine gemeinsame Prüfung aller Beteiligter entwickelt werden.

Die Durchführung öffentlicher Veranstaltungen ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht zielführend.

Gemeinsame Erklärung

Die Sendener Politik und Verwaltung hält es für „äußerst unglücklich, dass Stellungnahmen und Meinungsäußerungen Einzelner sowie vorschnelle und nicht abgestimmte Aktivitäten zu Irritationen führen, die keine Klarheit schaffen, sondern nur zur Verunsicherung beitragen“. Eine klare Absage geben Fraktionen und Verwaltung einem Vorstoß, wie er von der Bösenseller CDU unternommen worden ist: „Die Durchführung öffentlicher Veranstaltungen ist zum aktuellen Zeitpunkt mangels Fakten nicht zielführend.“ Ratsmitglieder und Bürgermeister versprechen im Gegenzug: „Wir werden die Sendener Bevölkerung jedoch umfassend und transparent informieren, sobald sich diese Sachlage verändert und wir selbst über entsprechende Informationen verfügen.“

 

 

Pressemitteilung der CDU in Münster

Die CDU in Münster veröffentlichte am Dienstag eine Pressemitteilung zu den Vereinsplänen in Bösensell an. Hier die Mitteilung im Wortlaut:
"Angesichts der unsicheren Pläne des SC Preußen Münster für den Bau eines Stadions in Bösensell hat der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Weber in einem Schreiben an die SCP-Führung die Bereitschaft bekräftigt, dem Verein das Stadion an der Hammer Straße weiter auszubauen. „Das ist eine realistische Perspektive für die Preußen.“ Die Stadt hat als Eigentümerin in das Preußenstadion, das sie dem Verein kostenfrei überlassen hat, in den vergangenen Jahren bereits 10 Mio. Euro investiert. Nach der Verabschiedung des Bebauungsplans „Sportpark Berg Fidel“ in diesem Jahr sind nun auch die planungsrechtlichen Voraussetzungen eines mindestens zweitligatauglichen städtischen Fußballstadions mit 20.000 Zuschauern geschaffen. Die CDU ist laut Weber zu weiteren Investitionen in die Spielstätte bereit, was dank des aktuellen sportlichen Erfolgs der Fußballprofis in der dritten Liga neue Bedeutung bekommen könne.

Nach einem Gespräch der CDU mit der Preußen-Führung hatte die städtische Fachverwaltung erhebliche Bedenken zu den Bösenseller Preußen-Plänen im Hinblick auf Kosten, Zeitvorstellungen und Infrastruktur deutlich gemacht. Zudem hat die dafür allein zuständige Gemeinde Senden bisher nicht erkennen lassen, die erforderlichen planungsrechtlichen Grundlagen in ihrem Ortsteil zu schaffen. Wenn der „Sturmlauf der SCP-Führung auf eine hochstehende Bösenseller Abwehr“ stoße und es selbst unter den Preußen-Fans Zweifel an dem Standort gebe, dann gilt für die CDU laut Stefan Weber: „Wir werden die Preußen keinesfalls im Stich lassen und uns nicht leichtfertig von einem mindestens zweitligatauglichen Stadion an der Hammer Straße verabschieden.“ Wenn sich die Bösenseller SCP-Überlegungen doch realisieren ließen, sei es umso besser."

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