Di., 06.11.2018

Preußen Münsters Stadionpläne Bösensell auf der langen Liste der Streichkandidaten

Preußen Münsters Stadionpläne: Bösensell auf der langen Liste der Streichkandidaten

Das Gelände in Bösensell ist bereits der achte Standort aus der engeren Auswahl, der wieder verworfen wurde, weitere in einer Potenzialstudie gelisteten Alternativen nicht einmal mitgezählt. Foto: Karte: Open Street Map/ Grafik: Jürgen Christ

Münster - 

Am Tag drei nach dem „Aus“ für ein neues Preußen-Stadion in Bösensell sind noch viele Fragen offen. Eines indes ist für das schwarz-grüne Ratsbündnis geklärt: Die im Oktober 2017 eingestellte Suche nach einem neuen Stadion-Standort auf dem münsterischen Stadtgebiet wird nicht wieder aufgenommen. 

Von Klaus Baumeister

Der CDU-Fraktionschef Stefan Weber sowie sein GAL-Kollege Otto Reiners erklärten am Montag übereinstimmend, dass der seinerzeit gefasste Ratsbeschluss Bestand habe. Er besagt, dass sich die Stadt Münster auf den bestehenden Standort Hammer Straße konzentrieren wird.

Die SPD sieht das natürlich anders. Bei einem insgesamt 300 Quadratkilometer großen Stadtgebiet müsse es möglich sein, eine Fläche für ein modernes Fußballstadion ausfindig zu machen, so der SPD-Faktionschef Dr. Michael Jung. Dass man zwischenzeitlich auf Bösensell ausgewichen sei, „war ohnehin nur eine Notlösung“.

Drei Standorte in engerer Auswahl

Zu Erinnerung: Als der Vorstand des SC Preußen vor rund zwei Jahren hinter die Zukunft des Stadions an der Hammer Straße ein Fragezeichen setze, startete die Stadt Münster eine sogenannte Potenzialstudie mit 24 alternativen Standorten, von denen später aber nur drei in die engere Wahl kamen. Es waren die Areale Nieberdingstraße am Stadthafen II, Steinfurter Straße (nördlich der Austermannstraße) sowie der Hansa-Business-Park in Amelsbüren nahe der Autobahnauffahrt zur A 1.

Für den Standort Nieberding­straße hat die Stadt schon zu einem früheren Zeitpunkt die planungsrechtlichen Voraussetzungen für ein Stadion geschaffen. In der Bewertung der Preußen ist das Areal aber zu klein. Würde an dieser Stelle gebaut werden, kämen nach Informationen unserer Zeitung auf die Stadt rund 35 Millionen Euro Kosten für Erschließung und Infrastruktur zu.

Übersicht: Chronologie: Überblick: Die Preußen und ihr Stadion

Stadtgebiet zu wertvoll

Bei den Standorten Steinfurter Straße und Hansa-Business-Park kamen die von FDP und SPD beantragten Prüfungen durch ein neutrales Gutachterbüro erst gar nicht zustande, weil CDU und Grüne im Herbst 2017 einen entsprechenden Antrag ablehnten.

Nach einer internen Vorprüfung im Rathaus hatte Schwarz-Grün erklärt, dass die Flächen als Wohnbauland (Steinfurter Straße) und Gewerbegebiet (Hansa-Business-Park) zu wertvoll seien. Die städtischen Infrastrukturkosten lägen hier bei 45 beziehungsweise 49 Millionen Euro.

In den Jahren 2001 bis 2004 hatte die Stadt bereits unter anderem die Standorte Hessenweg, Theodor-Scheiwe-Straße, Loddenheide und Haus Uhlenkotten geprüft und aus verschiedenen Grünen wieder verworfen, etwa aus Gründen des Lärmschutzes oder der Flächenkonkurrenz beziehungsweise wegen fehlender Abstandsflächen.

Von 2004 bis 2016 kreiste die Stadiondebatte ausschließlich um den Standort Hammer Straße.



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