Mi., 07.11.2018

Fußball: 3. Liga SCP-Erfolgstrainer Marco Antwerpen bleibt bescheiden und angriffslustig

Erst Spieler bei den Preußen und in 184 Partien mit 66 Toren in achteinhalb Saisons als Angreifer erfolgreich. Seit Anfang des Jahres ist Marco Antwerpen nun als Trainer des Fußball-Drittligisten tätig.

Erst Spieler bei den Preußen und in 184 Partien mit 66 Toren in achteinhalb Saisons als Angreifer erfolgreich. Seit Anfang des Jahres ist Marco Antwerpen nun als Trainer des Fußball-Drittligisten tätig. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Die Mannschaft im Höhenflug, der Trainer mit beiden Füßen am Boden: Marco Antwerpen sorgt für die gesunde Mischung aus spielerischer Leichtigkeit und nötiger Bodenhaftung beim SC Preußen Münster.

Von Alexander Heflik

Seit seinem Dienstantritt Anfang des Jahres stand Marco Antwerpen in 33 Punktpartien beim SC Preußen Münster in der Verantwortung. Saisonübergreifend holte er im Durchschnitt 1,82 Punkte – damit kann eine Mannschaft aufsteigen, und Münster ist aktuell Tabellenzweiter.

Am Sonntag geht es nun zur SG Sonnenhof Großaspach. Der 47 Jahre alte Fußball­lehrer sprach mit unserem Re­daktionsmitglied Alexander Heflik über den Höhenflug der Adlerträger.

Fliegt der SC Preußen unter dem Radar der Konkurrenz?

Marco Antwerpen:  Warum?

Naja, weil niemand den SCP vor der Saison für einen Spitzenrang auf der Rechnung hatte?

Antwerpen: Das mag so sein. Vieles hängt immer von den Möglichkeiten ab, die waren bei uns vor der Saison nicht so offensichtlich. Aber wir haben das Gerüst der Vorsaison behalten und uns mit Augenmaß verstärkt. Die neuen Spieler haben uns verbessert, als Team sind wir zusammengewachsen. Wir hatten schon unsere erste Krise mit drei Niederlagen, haben dann aber die richtigen Schlüsse gezogen.

Zur Person: Marco Antwerpen

5. Oktober 1971 in Unna Königsborner SV, SV Holzwickede, RW Lüdenscheid, Hammer SV, Preußen Münster, RW Essen, Fortuna Köln, Schalke 04 II, FC Gütersloh. Stürmer (327 Spiele/118 Tore in Regionalliga und Oberliga) SG Burgsteinfurt, RW Ahlen, Viktoria Köln, Preußen Münster (seit 12. Dezember 2017)

Wie sieht denn das Gerüst aus?

Antwerpen: Wir hatten mit Kittner, Scherder und Schweers drei gestandene Innenverteidiger, mit Borgmann und Lanius kamen noch zwei junge Spieler dazu. Menig hatten wir für die rechte Seite, mit Heidemann haben wir das auf der linken Seite mit einem Neuen gut hinbekommen. Im Mittelfeld sollte Rodrigues Pires nun Rizzi ersetzen, mit Klingenburg als zweitem Neuen sind wir vorangekommen, zumal noch Kobalynski vom alten Gerüst auch noch da war.

Viele trauerten dem ab­gewanderten Torjäger Adri­ano Grimaldi hinterher...

Antwerpen: Wir haben Dadashov geholt und unser Personalpuzzle vervollständigt, der Plan ist aufgegangen. Wir sind sehr zufrieden mit den Jungs. Und nach Spielen wie gegen 1860 München (0:0, die Red.) sind wir wieder etwas schlauer. Die Gegner stehen gegen uns jetzt tiefer, dafür müssen wir uns etwas ein­fallen lassen.

Die Transfers im Sommer können bis hierhin als geglückt bezeichnet werden?

Antwerpen: Die Tabelle spiegelt das auch wider. Allerdings ist bis Platz acht alles eng beieinander.

Fotostrecke: SCP-Zwischenbilanz: Zugänge und Abgänge

Wie bewerten Sie die Liga insgesamt?

Antwerpen: Von Spieltag zu Spieltag kann sich das Bild verschieben. Würzburg habe ich richtig stark ge­sehen, nach drei Niederlagen in Serie wird so eine Mannschaft trotzdem in der Tabelle durchgereicht. Der Karlsruher SC ist schon sehr stabil. Das gilt auch für Osnabrück.

Und wo steht der SC Preußen in dieser Betrachtung?

Antwerpen: Auf Platz zwei.

Und?

Antwerpen: Wir versuchen das auszubauen und die Mannschaft heiß auf Großaspach zu machen. Natürlich wollen wir uns oben fest­beißen, aber andere drängen von unten nach wie Halle oder Rostock.

Bald kommt der Advent, was würden Sie sich für Verstärkungen wünschen, wenn Sie dürften?

Antwerpen: Das mache ich nicht, das nächste Ziel ist für uns ein Sieg in Großaspach.

Die Planungen für die Winterpause laufen an. Wäre ein Trainingslager im Süden für Ihre Mannschaft nicht wichtig – der Verein will ja darauf verzichten?

Antwerpen: Für mich ist das nicht so wichtig. Klar, man hat bessere ­Bedingungen für eine Woche – und dann kommt man zurück in den Schnee. Wir haben einen Kunstrasenplatz, das reicht dann. Für mich ist es in Ordnung, wenn wir hierbleiben.

Ihr Vertrag sowie der von 13 Spielern läuft im Sommer 2019 aus. Wie geht es weiter?

Antwerpen: Das muss der Verein wissen, wann er sich mit dem Trainer ­befassen will.

Sie denken ja nur von Spiel zu Spiel. Wann ­wäre dann ein richtiger Zeitpunkt zur Kurs­korrektur des Saisonziels?

Antwerpen: Ich freue mich auf das nächste Spiel, ich denke nicht weit in die Zukunft und auch nicht lange zurück. Damit sind wir gut gefahren. Was im April oder Mai sein wird, werden wir dann sehen.



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