Di., 13.11.2018

Fußball: 3. Liga Scherder, Hoffmann, Braun – prominentes Preußen-Trio im Wartestand

Simon Scherder (l.) rutschte nach einer Sperre aus dem Team, Philipp Hoffmann (M.) auch systembedingt und Sandrino Braun nach dem 1:4 in Aalen.

Simon Scherder (l.) rutschte nach einer Sperre aus dem Team, Philipp Hoffmann (M.) auch systembedingt und Sandrino Braun nach dem 1:4 in Aalen. Foto: Montage

Münster - 

Sie waren in der vergangenen Rückrunde noch Leistungsträger, derzeit müssen sich Simon Scherder, Sandrino Braun und Philipp Hoffmann aber mit der Bank begnügen. Preußen-Trainer Marco Antwerpen erklärt, warum jeder Spieler separat zu bewerten ist und was er an diesem Trio auch auf der Bank schätzt.

Von Thomas Rellmann

Als im Sommer die Wunschformationen für die neue Saison gesucht wurden, gab es kaum eine Aufstellung, in der Simon Scherder, Sandrino Braun oder Philipp Hoffmann fehlten. Alle drei waren in der Rückserie der vergangenen Spielzeit nicht nur Stammkräfte, sondern auch Leistungsträger des SC Preußen. Abwehrchef, Mittelfeldrenner oder Pressingmaschine – das Trio war besonders gefragt bei Trainer Marco Antwerpen, der immer wieder Loblieder auf Einstellung, Laufbereitschaft oder Zweikampfverhalten dieser Spieler sang.

Das ist länger her. Die Bank oder im Fall Hoffmann sogar ab und an die Tribüne sind aktuell das Zuhause der Profis. Die – am Sonntag durch das 1:3 in Großaspach vorerst gestoppte – Erfolgsserie des SCP gab dem Coach wenig Anlass zu wechseln.

Beispiel Hoffmann. In der ersten Jahreshälfte wirkte der 26-Jährige (abgesehen von einer Gelbsperre) immer mit, stand bei 16 seiner 18 Einsätze in der Anfangself. Er schoss zwei Tore und bereitete drei vor. In der laufenden Hinrunde lesen sich die Zahlen ganz anders. Bereits zum Auftakt in Köln langte es nur für einen Joker-Einsatz. Danach lief der Rechtsfuß, der auf der Außenbahn, aber auch zen­tral als zweite Spitze agieren kann, nur drei Mal in der Liga von Beginn an auf, unter anderem bei den beiden höchsten Niederlagen in Osnabrück (0:3) und Aalen (1:4), dazu beim Westfalenpokal-Aus in Rödinghausen (1:2).

Unzufriedenheit ist normal

„Anfangs kam die Bank teilweise überraschend, aber die Ergebnisse sprechen jetzt dafür, wenig zu ändern“, sagt Hoffmann. „Also muss man sich auch mal unterordnen.“ Drei Mal fehlte er gänzlich im Kader, am Sonntag in Großaspach allerdings wegen eines grippalen Infekts. Seit Mitte September reichte es aber allenfalls für die Bank. Immerhin gelang ihm nach seiner Einwechslung gegen Wiesbaden (3:0) noch sein erster Assist.

„Dass ich unzufrieden bin, ist ganz normal. Aber es liegt auch daran, dass es meine besten Positionen in unserem System nicht mehr gibt“, sagt er. Das unterstreicht auch Antwerpen: „Im 3-5-2 ist es für ihn schwieriger. Aktuell passt vorne Tobias Rühle besser zu Rufat Dadashov, weil er geradliniger ist, Bälle festmacht. Philipp braucht Raum und ist nicht immer abschlussstark.“

Neue Besetzung in der Zentrale

Auch Braun ging als uneingeschränkter Fixpunkt im Mittelfeldzentrum in die Saison. Unter Antwerpen hatte er 2018 sämtliche 18 Partien (Gelbsperre am 38. Spieltag) über 90 Minuten bestritten. Auch in dieser Serie gab’s sieben Begegnungen lang nichts zu rütteln am Abräumer. Nach der Pleite in Aalen musste aber auch der 30-Jährige seine Stelle räumen. „Wir wollten nach dieser Niederlage etwas machen, da hat es ihn getroffen“, so Antwerpen. „Danach hat es funktioniert, so ist das manchmal.“

Fotostrecke: Preußen Münsters Kader für die Saison 2018/19 - Kurzporträts

Der Coach brachte Braun gegen Cottbus (3:0) noch einmal für 20 Minuten, ehe dieser sieben Mal vergeblich auf eine Einwechslung hoffte. Im Zen­trum des Feldes haben René Klingenburg, Kevin Rodrigues Pires und Martin Kobylanski dem früheren Stuttgarter längst den Rang abgelaufen. Auch Scherder steht noch dazwischen parat.

Steigende Chancen

Der wiederum ist sicher ein Spezialfall, weil ihn Antwerpen im Juni frühzeitig zum Kapitän ernannte. Doch auch das Eigengewächs ist seit seiner Ampelkarte gegen Cottbus (schon in Osnabrück hatte er eine gesehen) nur noch Reservist. „Wir haben ohne ihn in Rostock eine Bombenpartie abgeliefert. Und defensiv wechselst du eben nicht so schnell, auch nicht während des Spiels“, sagt Antwerpen.

Auch in der Dreierkette bekamen seitdem andere (Jannik Borgmann, Ole Kittner, Lion Schweers) regelmäßig den Zuschlag. Der Spielführer, der zuvor in allen 25 Begegnungen unter Antwerpen nie ausgewechselt worden war, kam noch vier Mal als Joker rein, zuletzt wartete er aber zwei Mal vergeblich auf das Signal vom Trainer.

Fotostrecke: SCP-Zwischenbilanz: Zugänge und Abgänge

Der sagt: „Alle Spieler müssen separat betrachtet werden. Wichtig ist auch, dass sie im Training gut sind, um dort das Niveau hochzuhalten.“ Vor der nächsten Partie in zwölf Tagen gegen Braunschweig werden die Karten ohnehin neu gemischt. „Für uns war Großaspach ein Rückschritt, jetzt ist die Chance für sie natürlich größer“, so der Coach. „Alle drei sind Teamplayer, super Jungs. Für mich ist es auch überhaupt nicht leicht, sie draußen zu lassen.“



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