Sa., 08.12.2018

3. Liga Preußen Münster kassiert denkwürdige 0:5-Klatsche im Wildpark

3. Liga: Preußen Münster kassiert denkwürdige 0:5-Klatsche im Wildpark

Foto: Jürgen Peperhowe

Karlsruhe - 

Der SC Preußen Münster kassiert in Karlsruhe eine ganz bittere Niederlage, geht auf der Wildpark-Baustelle mit 0:5 (0:3) unter, verliert Abwehrchef Ole Kittner durch einen frühen Platzverweis und die Tabellenspitze nach zwei Niederlage in Folge aus den Augen. Die erhoffte Jahresendrallye der Preußen entwickelt sich zu einem veritablen Rohrkrepierer.

Von Ansgar Griebel

Die drei Fragezeichen haben im Karlsruher Wildparkstadion für eine Menge Frust bei den Preußen und letztlich für drei verlorene Punkte gesorgt. In einer chancenarmen Auseinandersetzung sorgte letztlich Schiedsrichter Sven Jablonski für die Entscheidung zugunsten der Gastgeber, die sich selbst mit dem 5:0(3:0)-Erfolg an die Fersen von Tabellenführer VfL Osnabrück hefteten und die Preußen tabellarisch weit zurück ins zweite Glied schickten.

Fragezeichen Nummer eins (32.): Lion Schweers klammert gegen Karlsruhes Torjäger Marvin Pourié (32.) und der lässt sich fallen: Jablonski steht unmittelbar daneben, pfeift – und liegt daneben: Pourié lässt sich fallen, als Schweers längst losgelassen hat. Anton Fink ist es egal: Er tritt an und versenkt einen haltbaren Elfer zum 1:0. „Ich merke eine leichte Berührung, dann falle ich“, lautete das vielsagende Zitat von Marvin Pourié zum ersten Elfmeterpfiff. „Ich muss mir das noch mal angucken.“

Fragezeichen Nummer zwei (36.): Die Preußen im Angriff, verlieren den Ball an der 16er-Linie das KSC. Ole Kittner will das Leder zurückerobern, setzt mit einer dynamischen Grätsche von hinten nach. Klarer Platzverweis – hätte er den Gegner denn getroffen, hat er aber nicht, Rot gab es trotzdem. „Ich glaube nicht, dass ich ihn überhaupt berührt habe“, so Kittner.

Fotostrecke: Karlsruher SC - Preußen Münster

Fragezeichen Nummer drei (40.): Sandrino Braun will im eigenen 16er klären, Stiefler bekommt sein Bein zwischen Fuß und Ball und wird getroffen. Der nächste Elferpfiff – alleine vielleicht unglücklich, aber allemal vertretbar. Allerdings hätte die Partie zuvor nach einem grobe Foul von Daniel Gordon abseits des Balls bereits unterbrochen werden müssen. Marc Lorenz tritt an und entschlossen zu: 2:0.

Bis dahin hatte es vor 10.613 Zuschauern wenig zu melden gegeben, Münster lebte zurückgezogen und hielt das Tor bei den seltenen Besuchen der Gastgeber konsequent geschlossen, hatte selbst aber nach vorne auch nichts zu melden. Doch nach dem Platzverweis für Kittner, spätestens jedoch nach dem 0:2 war diese Partie entschieden.

Als die Fragezeichen abgearbeitet waren, folgten noch die Ausrufezeichen durch Burak Camoglu (42. und 56.) und Marvin Pourié. Fertig war die 0:5-Klatsche und damit die höchste Niederlage in Münsters Drittliga-Geschichte.

Antwerpen erwartet Anruf des Schiedsrichters

Doch so eindeutig wie das Ergebnis, so fragwürdig war dessen Zustandekommen. Schon zur Pause hatte Marco Antwerpen Gesprächsbedarf bei den Unparteiischen angemeldet – natürlich ergebnislos. „Wir können nur eine halbe Stunde von diesem Spiel bewerten, weil sich danach nichts mehr wie im Fußball üblich zugetragen hat“, befand Antwerpen. Er wartet jetzt auf einen Anruf von Schiedsrichter Sven Jablonski. „Ich habe ihn gebeten, sich das in Ruhe noch mal anzuschauen und mich dann in der Woche mal anzurufen und sich zu entschuldigen.“

Fotostrecke: Einzelkritik: Karlsruher SC - Preußen Münster

Die Partie war nach 45 Minuten entschieden: Der Rest war mehr oder weniger gelungene Schadensbegrenzung. Nach dem Abpfiff war der Ärger noch lange nicht verraucht. Es wird schwer, dieses Spiel aus dem Gedächtnis zu streichen, obwohl es schnellstmöglich geschehen sollte.

Karlsruhe: Uphoff - Thiede, Gordon (46. Kobald), Pisot, Roßbach - Stiefler, Wanitzek - Camoglu (65. Choi), Lorenz - Pourie (82. Sane), Fink. - Trainer: Schwartz
Ersatzbank: Müller (Tor), Sane, Kircher, Hanek, Batmaz.

Münster: Schulze Niehues - Menig, Schweers, Kittner, Hoffmann - Braun - Klingenburg, Rodrigues Pires (46. Scherder) - Rühle (63. Borgmann), Kobylanski, Warschewski (46. Cueto). - Trainer: Antwerpen
Ersatzbank: Schnitzler (Tor), Müller, Tezel, Heinrich

Tore: 1:0 Fink (32., Foulelfmeter, Schweers an Pourie), 2:0 Lorenz (40. Foulelfmeter, Braun an Stiefler), 3:0 Camoglu (43.), 4:0 Camoglu (56.), 5:0 Pourie (80.) - Zuschauer: 10613 - Schiedsrichter: Jablonski (Bremen) - Rote Karte: Kittner (36. Foul an Lorenz) - Gelbe Karten: Gordon / Rodrigues Pires, Schulze Niehues



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