So., 09.12.2018

Fußball: 3. Liga Antwerpen fassungslos – Referee Jablonski der böse Bube

Fußball: 3. Liga: Antwerpen fassungslos – Referee Jablonski der böse Bube

Gesprächsbedarf: SCP-Coach Marco Antwerpen (l.) mit Schiedsrichter Sven Jablonski (mit Ball). Foto: Jürgen Peperhowe

Karlsruhe - 

Marco Antwerpen, Trainer des SC Preußen Münster, war nach der 0:5-Niederlage beim Karlsruher SC geschockt. Weniger vom Auftritt seiner Mannschaft, die bis zum ersten Gegentor nach 32 Minuten gut stand, als vielmehr von der Leistung von Schiedsrichter Sven Jablonski.

Von Alexander Heflik

Um 15.49 Uhr an diesem Samstag waren die Spieler und der Funktionsstab um Trainer Marco Antwerpen und Sportchef Malte Metzelder um eine unerwünschte Erfahrung reicher. Das 0:5 (0:3) beim Karlsruher SC war das eine, die Leistung des Schiedsrichters Sven Jablonski das andere. „Ich bin echt geschockt. Wir sind jetzt bei zwölf krassen Fehlentscheidungen gegen uns innerhalb von 18 Spieltagen“, sagte Antwerpen zwar mit ruhiger Stimme, doch innerlich brodelte es im SCP-Coach.

In der anschließenden Pressekonferenz zerpflückte der 47-Jährige die Leistung des Erstliga-Schiedsrichters: „Er sollte erstmal wieder in der Regionalliga anfangen. Sportlich kann ich unsere Leistung nur in der ersten halben Stunde bewerten, danach hat der Schiedsrichter gravierend in die Partie eingegriffen.“

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Er sollte erstmal wieder in der Regionalliga anfangen.

Preußen-Trainer Marco Antwerpen

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Es habe ab dem ersten Elfmeterpfiff für den KSC nicht mehr in den Händen der Preußen gelegen, irgendwas aus dem Spiel machen zu können. Alles habe Jablonski gegen Münster ausgelegt.

Lange Liste der Fehlentscheidungen

Antwerpens Litanei war ellenlang, vieles davon war richtig. Der erste Elferpfiff - ganz eindeutig falsch; die Rote Karte gegen Ole Kittner - zu hart; die Entstehung des zweiten Elfmeters - falsch ausgelegt; dazu zwei Handelfmeter für Münster nicht gegeben, zwei Tätlichkeiten aufseiten der Hausherren nicht geahndet, auch für den KSC noch einen Handelfmeter übersehen.

Antwerpen schüttelte den Kopf, seiner Mannschaft sei in der letzten Viertelstunde vor der Pause der Nerv gezogen worden durch die beiden verwandelten Elfmeter von Anton Fink und Marc Lorenz sowie den Platzverweis für Kittner. Burak Camoglu mit einem Doppelpack zum 4:0 sowie Marvin Pourie mit dem 5:0 nutzten die numerische Überlegenheit zugegebenermaßen clever. Münster wehrte sich, aber spätestens nach dem 2:0 in der 40. Minute war in Karlsruhe für die Preußen kein Blumentopf mehr zu gewinnen.

Fotostrecke: Karlsruher SC - Preußen Münster

Anfangsphase ohne Höhepunkte

Antwerpen sagte nach der Partie: „Sportlich kann ich nur die Anfangsphase bewerten, wo unser Plan aufgegangen war in einem fairen Spiel ohne Höhepunkte.“ Es war ein typisches 0:0-Spiel, Kampf war Trumpf auf einem schwer bespielbaren Platz. Dann wandte Antwerpen sich noch einmal dem Referee Jablonski zu. In der Halbzeitpause fragte er das Gespann, ob sie sich sicher bei ihren Entscheidungen gewesen wären. Die Antwort sei „Ja“ gewesen.

Nach der Partie bot Antwerpen dem Schiedsrichter an, dass sie miteinander telefonieren könnten in naher Zukunft. Und, so der SCP-Coach mit einem Anflug von bitterbösem Zynismus: „Bei der Gelegenheit kann er sich auch bei uns entschuldigen.“

Schwartz bringt Antwerpen zum Lachen

Der KSC nutzte das Momentum allerdings im Stile einer Spitzenelf. Über den Referee wollte KSC-Coach Alois Schwartz nichts sagen: „Ich bin nur dafür da, meine Mannschaft zu bewerten. Die Elfmeter muss man als Gegner auch mal hinnehmen. Nach dem 3:0 haben wir das sauber runtergespielt.“ Antwerpen lachte spöttisch auf, als er von Schwartz zur nonchalanten Akzeptanz der Schiedsrichter-Entscheidungen aufgerufen worden war.

Metzelder und Kittner in der Schiedsrichterkabine

Derweil kehrte Sportchef Malte Metzelder beim Schiedsrichter in der Kabine ein, im Schlepptau Abwehrchef Ole Kittner. Es ging in der Nachbereitung um die Bewertung des Fouls, das zur Roten Karte geführt hat, denn davon wird Kittners Sperre abhängen. Metzelder war ratlos, als die Frage darum ging, wie die Mannschaft ein solches Spiel verarbeiten kann: „Das ist eine gute Frage.“ Die Antwort gibt es bereits am nächsten Samstag im Heimspiel gegen den FSV Zwickau.

 

Fotostrecke: Einzelkritik: Karlsruher SC - Preußen Münster

 


Karlsruhe: Uphoff - Thiede, Gordon (46. Kobald), Pisot, Roßbach - Stiefler, Wanitzek - Camoglu (65. Choi), Lorenz - Pourie (82. Sane), Fink. - Trainer: Schwartz
Ersatzbank: Müller (Tor), Sane, Kircher, Hanek, Batmaz.

Münster: Schulze Niehues - Menig, Schweers, Kittner, Hoffmann - Braun - Klingenburg, Rodrigues Pires (46. Scherder) - Rühle (63. Borgmann), Kobylanski, Warschewski (46. Cueto). - Trainer: Antwerpen
Ersatzbank: Schnitzler (Tor), Müller, Tezel, Heinrich

Tore: 1:0 Fink (32., Foulelfmeter, Schweers an Pourie), 2:0 Lorenz (40. Foulelfmeter, Braun an Stiefler), 3:0 Camoglu (43.), 4:0 Camoglu (56.), 5:0 Pourie (80.) - Zuschauer: 10613 - Schiedsrichter: Jablonski (Bremen) - Rote Karte: Kittner (36. Foul an Lorenz) - Gelbe Karten: Gordon / Rodrigues Pires, Schulze Niehues



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