Di., 11.12.2018

Fußball: 3. Liga Doch Angst vorm schwarzen Mann? Preußen-Ärger nach 0:5 nicht verraucht

Men in black: SCP-Trainer Marco Antwerpen trifft bereits in der Halbzeitpause auf der Schiedsrichtergespann um Sven Jablonski, der auch Kevin Rodrigues Pires die Gelbe Karte zur Verwarnung zeigte.

Men in black: SCP-Trainer Marco Antwerpen trifft bereits in der Halbzeitpause auf der Schiedsrichtergespann um Sven Jablonski, der auch Kevin Rodrigues Pires die Gelbe Karte zur Verwarnung zeigte. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Der Ärger ist bei Preußen Münster noch lange nicht verraucht. Der Fußball-Drittligist ist nach der 0:5-Auswärtspleite beim Karlsruher SC angefasst, jetzt soll auch noch Abwehrchef Ole Kittner für drei Spiele gesperrt werden. Sportchef Malte Metzelder sucht auch deshalb den Dialog mit dem DFB.

Von Alexander Heflik

Woche für Woche, Spieltag für Spieltag arbeitet sich der frühere Erstliga-Referee Babak Rafati für das Portal „liga3online.de“ an strittigen Entscheidungen ab. Exemplarisch sucht der 48-Jährige besonders auffällige Momente aus. Und genau an dieser Stelle könnten auch Verschwörungstheoretiker voll auf ihre Kosten kommen. Denn der SC Preußen Münster führt an dieser Stelle die 3. Liga an. Mittlerweile haben sich die Benachteiligungen in Form von nicht gegebenen Strafstößen, verhängten Platzverweisen oder dem Gegner vorenthaltenen Feldverweise sowie gegen den SCP verhängte Elfmeter auf ein glattes Dutzend angestaut.

Höhepunkt für die Preußen war das 0:5 beim Karlsruher SC am Samstag, als beim Spielstand von 0:0 zwei fragwürdige Elfmeter und eine umstrittene Rote Karte (Ole Kittner) verhängt wurden. Nach dem 2:0, als Schiedsrichter Sven Jablonski die Preußen zum Anstoß bat, war nach knapp 40 Minuten die Partie entschieden. Der Rest war Schaulaufen für Karlsruhe, Münster zog bedröppelt ab. Das miese Wetter auf der Rückfahrt entlang der Sauerland-Linie passte dazu.

Fotostrecke: Karlsruher SC - Preußen Münster

Buhmann Jablonski

Jablonski wurde so zum Buhmann der Preußen. Er, der zuvor in sieben Partien seit 2010 Partien Münsters geleitet hatte. Noch in der Regionalliga beim 2:1-Sieg der Preußen in Verl war er 2010 erstmals im Einsatz. In sechs Partien in der 3. Liga konnte der SCP nur wenig am Referee aus Bremen aussetzen, die Bewertung nach Schulnoten variierte zwischen 2 und 3,5, also gut bis befriedigend minus. Geht schlimmer, am Samstag gab es einen blauen Brief: Fünf minus, setzen.

Kittner und Sportchef Malte Metzelder suchten den Schiedsrichter in Karlsruhe noch in der Umkleidekabine auf und schilderten ihre Sicht der Dinge. Vom DFB gab es bereits die Strafe für den Abwehrchef der Preußen, drei Partien soll er aussetzen, weil er Marc Lorenz von hinten von den Beinen geholt hat. Damit würde er erst am 1. Februar im Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern wieder mit von der Partie sein können. „Wir sind damit nicht einverstanden“, sagte Metzelder am Montag, die Preußen legen Einspruch ein. Ähnlich häufig wie der SCP wurden im Übrigen auch noch Hansa Rostock und der TSV 1860 München benachteiligt.

Dialog mit dem DFB?

„Uns beunruhigt die Fülle der Fehlentscheidungen. Wir wollen deshalb mit dem DFB auch in den Dialog treten“, meinte Metzelder. Wie gesagt, zwölf Fehlentscheidung allein in der Bewertung von Rafati. Nur mal angenommen, der SCP hätte gegen Jena (1:2) und Halle (1:2) einen berechtigten Elfmeter zugesprochen bekommen, wären Punktegewinne möglich gewesen.

Im Übrigen findet sich der SCP auch im Ranking an erster Stelle wieder, wenn es um Vorteilnahme aus strittigen Situationen geht. Nicht einmal in dieser Saison, so die Analyse von „liga3online.de“, sei das der Fall gewesen. Profiteure von Fehlentscheidungen gibt es auch, der 1. FC Kaiserslautern mindestens acht Mal, Energie Cottbus, die Würzburger Kickers und – hier zumindest ausgleichend – München auch.

„Müssen uns positionieren“

Die Gefahr, dass der SC Preußen und Trainer Marco Antwerpen nun als „Jammerer“ und „Nörgler“ abgestempelt werden, oder gar auf eine „ungeschriebene schwarze Liste“ der Drittliga-Referees rutschten nach der Kritik von Karlsruhe, befürchtet Metzelder nicht: „Die Fehlentscheidungen von Karlsruhe sind nicht nur unser subjektives Empfinden. Wir wollen das nicht in verpasste Punkte umrechnen, aber wir müssen uns positionieren.“

Coach Antwerpen hat da schon gerechnet, sieht gut und gerne sechs Punkte weniger auf der Habenseite. Nur mal angenommen: Mit diesen sechs Punkten mehr wäre das Rang zwei. Antwerpen: „Das konterkariert die gesamte Saison.“

Fotostrecke: Einzelkritik: Karlsruher SC - Preußen Münster



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