So., 16.12.2018

Fußball: 3. Liga Preußen kassieren gegen Zwickau dritte Pleite am Stück

Fußball: 3. Liga: Preußen kassieren gegen Zwickau dritte Pleite am Stück

Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Die Preußen stecken in einer kleinen Krise. Zum dritten Mal in Folge verloren die Münsteraner. Beim 0:2 (0:2) gegen den FSV Zwickau vergaben die Hausherren ohne Ende Großchancen und stellten sich hinten schlecht an.

Von Thomas Rellmann

Nichts Neues, aber auch nichts Gutes für Preußen Münster brachte der Samstagnachmittag. Beim 0:2 (0:2) gegen den FSV Zwickau haderten die Adlerträger mal wieder mit dem (diesmal aber nicht entscheidenden) Schiedsrichter, sie kassierten die dritte Niederlage hintereinander und sahen sich zudem mit einer enttäuschenden Zuschauerzahl (4976, Saisonminusrekord) konfrontiert. Die vielen eigenen Tormöglichkeiten blieben ungenutzt, am Ende war das durchaus bemühte Team ratlos. Mit konzentrierter Abwehrarbeit nahmen die Ostdeutschen drei einfache Punkte mit.

„Wir haben die ersten beiden Tore hergeschenkt“, sagte Kapitän Simon Scherder, der an beiden Treffern beteiligt war und weiter seine Form sucht. „Gegen einen abwehrstarken Gegner wird es dann schwer. Wir brauchen jetzt wieder defensive Stabilität.“

Der Gastgeber begann mit gleich vier Änderungen, zwei davon in der Viererkette, wo Scherder für den gesperrten Ole Kittner auflief und Benjamin Schwarz links sein Saisondebüt feierte, womit er Philipp Hoffmann ersetzte. Tobias Warschewski und Sandrino Braun rückten auf die Bank, Lucas Cueto und Philipp Müller kamen neu ins Team, das in einem Dreiersturm formiert war.

Zwickau stellt Münsters Aufbau zu

Zwickau lief bemerkenswert früh an, stellte den Aufbau der Münsteraner damit zu und hatte so schnell Erfolg. Scherder klärte eine harmlose Hereingabe völlig unzureichend in die Füße von Anthony Barylla. Der packte allerdings auch einen buchstäblichen Sonntagsschuss aus und jagte das Leder aus 24 Metern formvollendet ins kurze Eck (5.). Was für ein Minusbeginn für den SCP.

Fotostrecke: SC Preußen Münster - FSV Zwickau

Der Kapitän hätte seinen Lapsus beinahe zehn Minuten später wieder wettgemacht. Nach einem Freistoß von Martin Kobylanski landete der Ball vor seinen Füßen, doch FSV-Keeper Johannes Brinkies rettete mit einer super Parade (15.). Scherders Nachmittag blieb ein gebrauchter. Vor dem zweiten Zwickauer Tor ließ er sich von Ronny König zu leicht abschütteln, der trockene Abschluss ins kurze Eck rief bei Keeper Max Schulze Niehues keine Reaktion hervor, auch weil Lion Schweers das Leder wohl noch leicht abfälschte – 0:2 (21.). Vorausgegangen war ein Ballverlust in der Spieleröffnung von Kevin Rodrigues Pires.

Die Hausherren hatten kurz danach durch Schweers (29.) - eine riesige Gelegenheit - und Tobias Rühle (36.) zwei Megachancen zum Anschluss, doch sie schossen erst Brinkies und dann Toni Wachsmuth an. Das war kaum zu glauben. Auf der anderen Seite besaß der Gast durch Mike Könnecke (31.) und Morris Schröter (34.) gute Möglichkeiten, die Schulze Niehues vereitelte.

Hektische Schlussphase der ersten Halbzeit

Richtig hektisch wurde es in der Schlussphase des ersten Durchgangs. Plötzlich schoss sich alles auf Referee Frank Willenborg ein, der keinen leichten Stand hatte. Ein Halten von Wachsmuth gegen Scherder im Sechzehner ahndete er nicht, im Gegenzug aber kurz vor dem Strafraum einen Rempler von Rodrigues Pires gegen Schröter (42.). Die Tribüne und die Gegengerade tobten. Als auch noch Zwickaus Co-Trainer Danny König den Ball wegdrosch, wurde es richtig wild. Der Assistent von Coach Joe Enochs musste hinter die Absperrung. Half dem SCP aber auch nicht. Ein bitterer erster Abschnitt ging zu Ende.

Fotostrecke: Einzelkritik: SC Preußen Münster – FSV Zwickau

Mit Moritz Heinrich auf ungewohnter Position hinten rechts für Fabian Menig ging es nach der Pause weiter. Und mit einer ersten kleinen Cueto-Chance (47.), wieder geblockt von Wachsmuth. Noch dramatischer die Szene kurz darauf: Flanke Schwarz, Verlängerung Kobylanski – doch René Klingenburg drückte die Kugel Brinkies aus drei Metern in die Arme statt ins Tor (51.). Der Mittelfeldspieler verpasste zudem nach einem Kobylanski-Standard knapp (63.). Pech hatte der gerade eingewechselte Tobias Warschewski, als er nach Kobylanskis Freistoß den Ball an die Unterkante der Latte köpfte (65.). Die Sachsen verteidigten zwar gut, hatten aber aufgrund ihrer körperlichen Überlegenheit bei langen Bällen und Standards oft auch leichtes Spiel. Nach vorne kam dagegen nur noch wenig bis nichts von ihnen. Die Preußen hätten an diesem Tag noch Stunden spielen können. Am Ende probierten es Cueto (80.) und Heinrich (81.) noch mit Fernschüssen. Auch das fruchtete nicht.

Der Schiedsrichter trug diesmal nicht die Schuld. Förderlich war die Diskussion der vergangenen Woche allerdings offenbar nicht. Mit der dritten Niederlage am Stück hat sich der SCP wohl für längere Zeit (oder endgültig) aus der Spitzengruppe verabschiedet, der Blick geht ins Mittelfeld. Tristesse kurz vor den Feiertagen ist angesagt an der Hammer Straße.

SCP: Schulze Niehues – Menig (46. Heinrich), Schweers, Scherder, Schwarz – Rodrigues Pires (61. Warschewski) – Klingenburg, Kobylanski – Müller, Rühle (75. P. Hoffmann), Cueto

FSV: Brinkies – Barylla, Wachsmuth, Antonitsch, Lange – Schröter (86. Bonga), Frick, Könnecke, Miatke (58. Kartalis) – Bickel (71. K. Hoffmann), König

Schiedsrichter: Frank Willenborg (Osnabrück)

Tore: 0:1 Barylla (5.), 0:2 König (21.)

Zuschauer: 4976

Gelb: Rodrigues Pires, Müller, Schweers / König, Barylla



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