Fußball: 3. Liga
Warschewski kämpft bei den Preußen um den Anschluss

Münster -

Die Berg- und Talfahrt des Tobias Warschewski soll Mitte Februar beendet sein. Dann soll der 21 Jahre alte Angreifer des SC Preußen Münster wieder in das Mannschaftstraining zurückkehren – nach einer „langen Pause, die auf eine familiär bedingte Belastungsreaktion zurückzuführen ist“.

Samstag, 09.02.2019, 13:35 Uhr aktualisiert: 09.02.2019, 16:11 Uhr
Fußball: 3. Liga: Warschewski kämpft bei den Preußen um den Anschluss
Tobias Warschewski (l.) Foto: Jürgen Peperhowe

Tobias Warschewski kämpft um den Anschluss beim SC Preußen Münster, der Verein um eines seiner großen Talente. Der 21 Jahre alte Angreifer soll Mitte Februar, vermutlich nach dem Auswärtsspiel am Montag bei SF Lotte und dem am darauffolgenden Samstag stattfindenden Derby gegen den VfL Osnabrück im Preußenstadion, wieder in das Mannschaftstraining zurückkehren.

Das teilte der Verein am Samstag per Presseinformation mit: „Wie sich nach intensiven Bemühungen des SCP-Mannschaftsarztes Dr. Tim Hartwig herausstellte, ist die lange Pause auf eine familiär bedingte Belastungsreaktion zurückzuführen“, heißt es da. Und, so der Mediziner weiter: „Tobias Warschewski braucht weiterhin Zeit, um gewisse Dinge zu verarbeiten. Dabei wird er von der medizinischen Abteilung nach Kräften unterstützt.“ Auch Malte Metzelder, Geschäftsführer Sport beim Adlerclub, sichert dem Angreifer die volle Unterstützung des Vereins zu. „Tobi ist schnell in den Mittelpunkt gerückt und wurde angesichts seiner tollen Entwicklung mit einer großen Erwartungshaltung konfrontiert, die er am Ende so nicht erfüllen konnte. Umso wichtiger ist jetzt, ihm die nötige Zeit zu geben und ihn, mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln, wieder zu seiner vollen Leistungsfähigkeit zu führen.“

Profi-Debüt zum Saisonstart 2016/17

Der gebürtig aus Dortmund kommende Warschewski war 2015 zum SCP gewechselt, er flog etwas unter dem Radar, Borussia Dortmund sicherte sich in der A-Jugend nicht seine Dienste. Von Eintracht Dortmund ging es deshalb nach Münster. Beim SCP in der A-Jugend erzielte er in 32 Partien bemerkenswerte 15 Treffer. Warschewski hatte ein gutes Stellungsspiel und vor allem einen Torriecher. Unter Trainer Horst Steffen feierte er im Derby zum Saisonstart 2016/17 gegen den VfL Osnabrück (0:1) sein Profi-Debüt in der 3. Liga. Unter anderem sollen der FC Augsburg, RB Leipzig oder auch der SC Freiburg frühzeitig Interesse an Warschewski gehabt haben. 2017 nominierte ihn U-19-Bundestrainer Frank Kramer für internationale Partien, in dieser Phase sammelte der 1,87 Meter große Stürmer vier Länderspieleinsätze mit zwei Toren. Das war vielversprechend, weil er auch in der 3. Liga dauerhaft zum Kader gehörte. Eine gute Premierensaison.

Preußen-Stürmer Tobias Warschewski

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  • Beim Torjubel mit dem Stürmerkollegen Adriano Grimaldi.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Offizielles Kader-Foto aus der Saison 2016/2017.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zusammen mit Rufat Dadashov im Spiel gegen Fortuna Köln.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mit voller Konzentration am Ball.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Im Zweikampf mit Unterhachings Maximilian Bauer.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Beim Torjubel mit Tobias Rühle und mit ...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • ... Martin Kobylanski.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Doch zuletzt war es still um Warschewski geworden. Zum einen, weil ein Mittelfußbruch ihn lange aus der Spur warf, dazu kamen noch eine Reihe von Erkrankungen. Zwischen seinem vierten Drittligator, geschossen am 5. Februar 2017 gegen Hansa Rostock, und seinem fünften, erzielt am 1. Dezember 2018 gegen den Halleschen FC, lagen 30 Drittliga-Einsätze. Warschewski (46 Drittligaspiele/5 Tore), der im Sommer ausgeliehen werden sollte, für den sich aber kein Abnehmer fand, schien im Advent wieder so etwas wie Anschluss hergestellt zu haben – ehe er wieder ausfiel.

Vertrag läuft bis Sommer 2020

Jetzt also versucht der 21-Jährige erneut, fester Bestandteil des Kaders zu werden. Der Verein, so viel ist im Umfeld zu hören, steht trotz aller Schwierigkeiten dem Spieler bei diesem Versuch bei. Sportlich hat Warschewski allemal das Zeug für die 3. Liga, mental gibt es offenbar viel Nachholbedarf. Der Vertrag des Twens läuft bis Sommer 2020, die nächsten Wochen oder vielleicht Monate bis zum Saisonende im Mai werden schon zeigen, ob Tobias Warschewski die Karriere als Berufssportler einschlagen wird. Der SCP hat sich die Nachwuchsarbeit auf die Fahnen geschrieben, die Entwicklung von jungen Spielern, die dauerhaft den Sprung ins Drittliga-Team schaffen sollen oder gar für höhere Aufgaben ausgebildet werden. Deshalb wird bei der schwierigen Gesamtgemengelage bei Tobias Warschewski auch nicht die Flinte ins Korn geworfen. Er wagt einen weiteren Anlauf bei den Preußen. Sportchef Metzelder stellte jedenfalls klar, dass man dem Angreifer auf dem vermutlich langen und mühsamen Weg zurück zur Drittliga-Tauglichkeit helfen wird.

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