Fußball: 3. Liga
Preußen Münster reicht in Frankfurt „formvollendete Unterlagen“ ein

Münster -

Seine Hausaufgaben hat der SC Preußen Münster gemacht und fristgerecht die Lizenzunterlagen beim Deutschen Fußball-Bund eingereicht. Große Überraschungen beinhaltet das Zahlenwerk nicht, der geplante Gesamtetat bewegt sich im Rahmen der laufenden Saison.

Dienstag, 05.03.2019, 16:44 Uhr aktualisiert: 06.03.2019, 10:52 Uhr
Garantiert eine gute Kulisse: Im Derby zwischen Münster und Osnabrück kamen 11 572 Zuschauer ins Preußenstadion. Möglicherweise fällt dieser Kassenmagnet in der nächsten Saison weg, weil der VfL Kurs auf die 2. Bundesliga genommen hat.
Garantiert eine gute Kulisse: Im Derby zwischen Münster und Osnabrück kamen 11 572 Zuschauer ins Preußenstadion. Möglicherweise fällt dieser Kassenmagnet in der nächsten Saison weg, weil der VfL Kurs auf die 2. Bundesliga genommen hat. Foto: Jürgen Peperhowe

Natürlich muss der SC Preußen Münster bereits die nächste Saison planen. Ende Februar lief die Frist für die Drittliga-Lizenzierung ab. Der Club aus Münster lieferte fristgerecht die entsprechenden Unterlagen beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) ab. Abgefragt werden die wirtschaftlichen Planzahlen sowie die organisatorisch-technischen Voraussetzungen. Die Planung für die neunte Saison in Folge in der Drittklassigkeit nimmt viele beim SCP in Anspruch. Und, wie Geschäftsführer Bernd Niewöhner mit einem Augenzwinkern sagt: „Wir haben natürlich auch die Anträge für die 2. Bundesliga und die Regionalliga gestellt. Stellen Sie sich das mal vor, es passiert etwas, und wir wären auf einmal die Deppen . . .“

Deppen – das wäre der Club, wenn der Zug nach oben oder unten abgehen würde, und der Verein keinerlei Lizenzen beantragt hätte. Nur für Statistiker sei gesagt, dass zum direkten Zweitliga-Aufstiegsrang (Karlsruher SC) zehn Punkte fehlen, zum Relegationsrang (Hallescher FC) derer acht Zähler bei noch 36 zu vergebenden Zähler. Zum ersten Abstiegsrang, hier ist Eintracht Braunschweig auf Platz 17 zu finden, sind es elf Punkte Polster.

Realistischer ist da schon die Beschäftigung des SCP mit Platz vier in der 3. Liga. Dieser würde zur lukrativen Teilnahme am DFB-Pokal berechtigen. Der SV Wehen Wiesbaden nimmt diese Position ein, fünf Punkte dahinter folgt der SCP, beide Teams treffen – auch nur so am Rande – am 16. März in der hessischen Hauptstadt aufeinander. Besagter vierter Platz würden dem SCP bei der Finanzierung des Budgets für die Saison 2019/20 in die Karten spielen. „Die Teilnahme am DFB-Pokal wäre für uns ein großer Schritt. Ich habe bei der letzten Jahreshauptversammlung davon gesprochen, dass wir weitere außerordentliche Erträge benötigen, um voranzukommen. Das wäre so ein Ertrag“, so Niewöhner.

Trainerfrage – Entscheidung noch im März?

„Ganz oben auf der Agenda steht die Beantwortung dieser Frage. Das ist die wichtigste Personalie“, sagt Sportchef Malte Metzelder, im März soll die Entscheidung fallen. Gemeint ist die Beantwortung der Trainerfrage beim SCP. Das Profil für den Nachfolger von Marco Antwerpen: ein Fußballlehrer, der mehr als nur Tuchfühlung zu den Regionalligen und Nachwuchs-Bundesligen hat, und „heiß“ auf einen Standort wie Münster ist.Zwei von 13 offenen Vertragsangelegenheiten hat Metzelder (Ole Kittner, Torwart Max Schulze Niehues) geklärt. Andere könnten folgen. Rechtsverteidiger Fabian Menig (25) weiß schon länger vom Interesse des SCP. „Mit ihm haben wir sehr früh schon gesprochen“, so Metzelder. Mit Lucas Cueto folgen Gespräche, der 22-Jährige spielte sich zuletzt in den Vordergrund. Metzelder: „Er hat in den letzten Wochen und Monaten richtig gut gearbeitet und zuletzt den Transfer vom Training ins Spiel geschafft.“ Auch Sandrino Braun (30) erhält gute Kritiken: „Er ist der Typ, der sich immer gut verhält, auch wenn er nicht spielt.“ Der routinierte Mittelfeldspieler könnte unter entsprechenden Voraussetzungen ein Angebot für einen Anschlussvertrag erhalten.

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Vom DFB hat er die Bestätigung bekommen, dass die eingereichten Lizenzunterlagen „formvollendet“ in Frankfurt angekommen wären. Nun erfolgt die erste Prüfung. Nach der erfolgreichen Nachlizenzierung hoffen die Preußen auch dieses Mal auf weißen Rauch aus der DFB-Zentrale.

Münsters Rahmenbedingungen orientieren sich dabei an der laufenden Saison. Der Gesamtetat dürfte bei rund 7,5 Millionen Euro taxiert sein, für das kickende Personal des Drittliga-Aufgebots stünden in diesem Fall rund drei Millionen Euro zu Verfügung. Das ist keine Summe, mit der große Sprünge gemacht werden können, aber der SCP ist damit auch nicht Schlusslicht der Liga.

Beim Zuschaueraufkommen wird mit rund 7500 Zuschauern im Durchschnitt je Punktspiel gerechnet. Aktuell sahen 108 858 Zuschauer die 14 Heimpartien, was einem Durchschnitt von 7775 Besuchern entspricht. Der SCP erwartet noch Hansa Rostock (12. März, Dienstag), SV Unterhaching (23. März, Samstag, SV Meppen (5. April, Freitag) sowie SG Sonnenhof Großaspach und den Karlsruher SC (beide noch nicht terminiert) im eigenen Stadion in dieser Saison.

Wesentliche Eckpfeiler des Etats sind zudem Sponsoreneinnahmen und TV-Gelder. Bei den Werbepartnern wird mit einer Summe oberhalb von vier Millionen Euro gerechnet. Der Verein hofft zudem, den Trikotsponsor dabei schneller präsentieren zu können als in dieser Saison. Der „Brustpartner“ Schauinsland-Reisen war erst Ende Juli, also nach Saisonstart, vorgestellt worden. Garantiert ist das TV-Geld, rund 800 000 Euro. Sollten Zweitvertretung wie die von Bayern München, Borussia Dortmund oder dem VfL Wolfsburg den Aufstieg in die 3. Liga schaffen, würde sich diese Summe für den SCP noch erhöhen.

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