Fußball: 3. Liga
Preußen Münster hebt ab und arbeitet unter Zeitdruck

Münster -

Wann ist der SC Preußen zuletzt geflogen? Wahrscheinlich im Herbst und da aus dem Pokal. Jetzt hebt der Drittligist erneut ab und steuert das Stadion der Freundschaft in Cottbus an, wo selbstverständlich der jüngst eingeleitete Höhenflug fortgesetzt werden soll ...

Freitag, 08.03.2019, 14:40 Uhr aktualisiert: 10.03.2019, 14:50 Uhr
Münsters Juwel: Cyrill Akono soll behutsam aufgebaut werden. In Cottbus könnte er auf die Bank rotieren.
Münsters Juwel: Cyrill Akono soll behutsam aufgebaut werden. In Cottbus könnte er auf die Bank rotieren. Foto: Jürgen Peperhowe

Ein Grundsatz von Kommunikation ist es, mit Menschen zu reden, um sie auf die Reise mitzunehmen. Cottbus eingeschlossen. Dorthin zieht es die Preußen an diesem Samstag (14 Uhr). Erstmals hob das Team in dieser Saison ab – am Freitag ging es über Düsseldorf und Dresden gen Brandenburg. Ein Trip, der im Flieger bei genauerem Hinblick nicht weniger stressfrei daherkam als die alternative Anfahrt im Teambus. Der wird erst nach den 90 Minuten für ein paar Stunden zur rollenden Heimat der Jungs. Coach Marco Antwerpen hätte es sich liebend gern anders herum gewünscht. „Aber mich hat keiner gefragt“, sagt der 47 Jahre junge Fußball-Lehrer. So viel in Sachen Kommunikation.

Die Gründe, den Flieger auf der Heimreise zu nehmen oder sogar einen Zwischenstopp auf dem Rückweg in einem Hotel einzulegen, liegen für den Coach auf der Hand: „Im Schlaf kann der Körper am besten regenerieren. Wir werden irgendwann nachts in Münster eintreffen und dann überlegen müssen, wann wir am Sonntag und Montag trainieren. Was zwingend erforderlich ist.“ Hintergrund: Schon am Dienstag steigt das Duell mit Hansa Rostock. Eine weitere Englische Woche. Puh, da bleibt wenig Zeit, um den mitunter geschundenen und entkräfteten Leib mal zu schonen. Ein hartes Los.

Gegnercheck: Energie Cottbus

Im Vergleich zu den finanzstarken Aufsteigern KFC Uerdingen und 1860 München backte Cottbus kleine Brötchen. Die Quittung zahlen die Brandenburger im Laufe dieser Saison: Als Vorletzter mit 24 Punkten befindet sich Energie in höchster Not. Der letzte Sieg datiert vom 22. Dezember 2018 (2:0 im Ostduell in Rostock). Danach gab es vier Niederlagen und ein Remis. Während die Preußen aus dem Vollen schöpfen können, hat Cottbus reichlich Ausfälle zu beklagen. Philipp Knechtel (Oberschenkel), Niklas Geisler (Innenbandriss), Tim Kruse (Achillessehnenanriss), Daniel Stanese (Mittelfußbruch), Jonas Zickert (Fuß), Maximilian Zimmer (Kreuzbandriss) und Kevin Scheidhauer (Schambein) fehlen. Claus-Dieter Wollitz, genannt „Pele“, brennt für den Fußball. Seine Wutausbrüche sind mitunter legendär. Kollege Marco Antwerpen schätzt seinen Gegenüber für seine direkte Art: „Ich finde es klasse, Emotionen zu zeigen. Man schläft doch sonst ein.“ Gemeinsam mit Polizei und Verfassungsschutz will Energie gegen den Einfluss seiner rechtsextremistischen Fans vorgehen. Dazu gab es am Mittwochabend einen „Runden Tisch der Vielfalt“.

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Es ist, wie es ist. Antwerpen weiß das. Und versucht, seine Elf unter Zeitdruck bestmöglich auf die beiden Ost-Duelle einzustellen. Ganz nebenbei geht es samstags drauf weiter mit dem schweren Spiel beim SV Wehen Wiesbaden. Besser wird es nicht. Die gute Nachricht: Münster kann in voller Montur in Brandenburg auflaufen. Nur Marian Prinz, die etatmäßige Nummer drei zwischen den Pfosten, plagt sich mit einem Infekt dieser Tage herum.

Das 4:0 gegen den VfR Aalen hat ein wenig die Blockade im Sturm gelöst. Wenngleich dieses Bild trügerisch ist. Die Preußen haben ja nur einen gelernten Angreifer, wie Antwerpen immer wieder betont. Und das ist Rufat Dadashov. Der stand zuletzt gegen die Schwaben zwar im Kader, schafft es aber nicht in die Spieltags-Mannschaft. Was nicht bedeutet, dass er auch bei Energie außen vor ist. „Wir werden daran festhalten, im System zu variieren und dem Gegner immer was Neues anbieten“, so Antwerpen. Möglich, dass der junge Cyrill Akono für den erfahreneren Aserbaidschaner auf die Bank rutscht. „In Heimspielen tut sich Cyrill momentan etwas leichter. Wir müssen und wollen ihn behutsam aufbauen“, sagt sein Mentor.

Gut 200 Preußen-Fans dürften den SCP am Samstag auf die gut 570 Kilometer lange Reise nach Cottbus begleiten. Ein überschaubares Völkchen, das trotzdem für prächtige Stimmung im altehrwürdigen Stadion der Freundschaft sorgen will.

SC Preußen: Schulze Niehus – Menig, Kittner, Scherder, Heidemann – Braun, Klingenburg – Rühle, Kobylanski, Cueto – Dadashov

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