Fußball: 3. Liga
Hübscher ist eine „spannende Personalie“ für Preußen-Sportchef Metzelder

Münster -

Sven Hübscher scheint beim SC Preußen Münster ein heißer Kandidat auf die Nachfolge von Marco Antwerpen als Trainer zu sein. Vielleicht ist der 40-Jährige, der Werder Bremen II in der Regionalliga Nord betreut, sogar die 1a-Lösung für den Fußball-Drittligisten – wenn er die vorzeitige Freigabe erhält.

Dienstag, 12.03.2019, 12:56 Uhr aktualisiert: 12.03.2019, 14:09 Uhr
Erstliga-Einsatz in der Schalker Arena: Sven Hübscher (links) mit Roberto di Matteo 
Erstliga-Einsatz in der Schalker Arena: Sven Hübscher (links) mit Roberto di Matteo  Foto: Witters

Diese Spur führt in den Norden. Wird Sven Hübscher wirklich der nächste Trainer beim SC Preußen Münster? Einiges deutet daraufhin, dass der 40 Jahre alte Fußballlehrer seine Zelte bei Werder Bremen abbaut. Dort trainiert er den Tabellendritten der Regionalliga Nord, die U-23-Auswahl. Das Thema Aufstieg dürfte dabei für die Werder-Reserve keines mehr sein – 19 Punkte beträgt der Rückstand auf Spitzenreiter VfL Wolfsburg II. Allerdings: Hübscher hat noch einen über den Sommer hinaus laufenden Kontrakt an der Weser. SCP-Sportchef Malte Metzelder sagte auf Anfrage: „Das ist eine spannende und interessante Personalie.“ Wie heiß die Personalie noch werden kann, hängt vor allem von Hübschers Arbeitgeber in Bremen ab.

Hübscher in der Pole-Position, der SCP soll zudem Interesse an Hannes Drewes haben oder gehabt haben. Der 36-Jährige betreute bei Holstein Kiel von 2011 bis 2016 sowohl die U 17 wie auch die U 19. In der vergangenen Saison war er Coach bei Zweitligist Erzgebirge Aue. Keine Kandidaten in Münster sind dagegen wohl Nils Drube (SF Lotte), Ismail Atalan (zuletzt VfL Bochum) oder Dimitrios Grammazis (jetzt Darmstadt 98).

Lange Zeit bei Schalke

Hübscher beendete verletzungsbedingt Anfang 20 seine Karriere als Spieler, war zunächst Junioren-Coach beim DSC Wanne-Eickel. Seit 2000 war er bei Schalke 04 aktiv, zunächst als Junioren-Coach. Im Zuge der Beförderung von Jens Keller zum Chefcoach des Erstligisten stieg auch Hübscher zum Co-Trainer des Bundesliga-Teams aus. Keller war vor der Beförderung U-17-Trainer, Hübscher U-16-Coach. Als Assistent von Keller wurde ihm der Spitzname „The Brain“ verpasst, er soll das „Gehirn“ in der Co-Trainerriege unter Keller gewesen sein.

In Bremen heuerte er im Sommer 2017 als U-17-Trainer an, wurde dann aber nach der Beurlaubung von Oliver Zapel (Februar 2018) Cheftrainer der U 23, die aus der 3. Liga abstieg. Münster gewann dabei am 3. Februar 2018 nach 0:2-Rückstand mit 4:2 gegen die Werder-Zweite. Michele Rizzi drehte mit vier Treffern nach der Pause die Partie für den SCP, zwei Tage später war Zapel nicht mehr Trainer - und Hübscher befördert.

Hübschers Vorgänger alle in der Bundesliga gelandet

Pikanterie am Rande: Die letzten drei U-23-Trainer von Werder wurden mit der Zeit auch Chefcoach in der 1. Bundesliga, erst war es Viktor Skripnik, dann Alexander Nouri und zuletzt Florian Kohfeldt. Hübscher gilt als sogenannter Konzepttrainer, der sich in den Regionalligen und U-19-Bundesligen auskennt. Das passt in das Profil des SCP perfekt.

Die Trainer des SC Preußen Münster seit 2010

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  • Sven Hübscher (Bildmitte) als Chef- und Tobias Hellwig (nicht im Bild) als Co-Trainer übernehmen an der Hammer Straße ab der Saison 2019/2020. Beide erhalten Verträge bis zum 30. Juni 2021.

    Foto: Witters
  • Im Dezember 2017 trat Marco Antwerpen den Trainerjob bei Preußen Münster an. Seinen bis Sommer 2019 laufenden Vertrag wird er nicht verlängern.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Benno Möhlmann kam im Herbst 2016 in höchste Not und rettete mit einer starken Rückserie den SCP vor dem Abstieg. Der Routinier war im Verein extrem beliebt, doch im Dezember 2017 musste auch er gehen, nachdem die Preußen wieder auf einen Abstiegsplatz gerutscht waren und der Trend fatal wirkte. 

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Horst Steffen kam an Heiligabend 2015 als Nachfolger von Ralf Loose und musste Anfang Oktober 2016 die Preußen wieder verlassen. Als Trainer ist er gescheitert, das belegte die Tabelle, die saisonübergreifende Schreckensbilanz des 47-Jährigen und vor allem die allzu häufig leb- und ratlosen Vorstellungen der Spieler. Dennoch hat Steffen in Münster Eindruck hinterlassen. Er war immer gesprächsbereit, stets offen, selbstkritisch und bei Fans wie Spielern beliebt – vor allem war er angetreten mit der Idee eines sehenswerten Offensivfußballs. Leider schaffte diese Idee viel zu selten die Platzreife. Außerhalb des Platzes stimmte die Chemie – auf dem Feld verpuffte das Experiment mit einem leisen Zischen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Nach einer Talfahrt trennte sich der SC Preußen im Dezember 2015 von Ralf Loose (5.9.2012 bis 19.12.2015). Der 52-Jährige war der elfte Trainer, der im dritten Jahrtausend die Adlerträger betreute, der neunte, der vorzeitig seine Aufgabe beenden musste, aber wohl auch der, der mit der hochkarätigsten Platzierung seinen Dienst quittieren musste. Loose hinterließ seinen SCP auf Platz sechs der 3. Liga. Lediglich Georg Kreß war im April 2007 besser platziert.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Carsten Gockel war vom 5. bis 15.9.2012 Interimstrainer.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Pavel Dotchev trainierte die Preußen vom 24.1.2012 bis 5.9.2013. Dotchev hatte den SCP im Januar 2012 im Abstiegskampf ans sichere Ufer geführt, dann fußballerisch weiterentwickelt. Der Vertrag des 47-Jährigen wäre noch bis Sommer 2014 gelaufen und hätte sich im Fall des Zweitliga-Aufstiegs bis 2015 verlängert. In der Vorsaison aber verpasste der SCP auf der Zielgeraden den Zweitliga-Aufstieg und stolperte bis auf Rang 16 – drei Punkte vor einem Abstiegsrang. Beim Abschied des Trainers schwang viel Sympathie mit. Einige Spieler rangen mit den Tränen, auch Dotchev kämpfte um Fassung. Interimsmäßig sprangen Gockel und Co-Trainer Babacar N´Diaye ein.

    Foto: Christian Butzhammer
  • Marc Fascher trainierte die Preußen vom 21.3.2010 bis 23.1.2012. Der gebürtige Hamburger hatte im März 2010 beim damaligen Regionalligisten aus Münster den beurlaubten Roger Schmidt ersetzt. In der Saison 2010/11 gelang der Gewinn der Meisterschaft und der Aufstieg in die 3. Liga. Es war Münsters erster Aufstieg seit 1989, Faschers Renommee glich ab sofort fast schon dem eines Helmut Horsch. Letztgenannter hatte 1989 den SCP in die 2. Bundesliga geführt. Nach einer Talfahrt der Preußen beendete Fascher im Januar 2012 die Debatten um seine Person, die Hängepartie um eine Vertragsverlängerung, mit einem Handstreich, und ging.

    Foto: Wilfried Hiegemann
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