Fußball: 3. Liga
Preußen sind noch nicht aller Sorgen ledig

Münster -

Und weiter stellt sich die Frage: Abstiegskampf ja oder nein? So richtig schlau sind die Preußen nach dem 1:1 gegen Meppen am Freitag immer noch nicht. Der Abstand nach unten könnte am Montag noch mal zusammenschrumpfen.

Sonntag, 07.04.2019, 18:06 Uhr aktualisiert: 08.04.2019, 13:42 Uhr
Viel Kampf im Nachbarschaftsduell gegen Meppen: Hier ringen Markus Ballmert und Ole Kittner um den Ball, Sandrino Braun (l.) eilt zur Hilfe.
Viel Kampf im Nachbarschaftsduell gegen Meppen: Hier ringen Markus Ballmert und Ole Kittner um den Ball, Sandrino Braun (l.) eilt zur Hilfe. Foto: Jürgen Peperhowe

Die beiden vielleicht entscheidenden Schritte verpasste der SC Preußen Münster. Nun gut, es war ein 1:1 (1:1) der besseren Sorte, als die Flutlicht-Partie vor 9394 Zuschauern abgepfiffen wurde. Aber beim Blick auf die Tabelle der 3. Liga bleibt ein mulmiges Gefühl. Denn so richtig in Gefahr wähnt man den SCP unter der Regie von Trainer Marco Antwerpen nicht. Andererseits gibt es keine Gewissheiten in dieser verrückten Spielklasse. „Wir haben einfach verpasst, den Deckel draufzumachen“, sagte der Coach. Aber, so sein letzter Satz, ehe er in die Nacht des Freitags entschwand: „Das ist immer eine Frage der Qualität.“

Gegen Meppen hatte René Klingenburg das Zeug zum tragischen Held, er zeigte eines seiner besten Spiele im Jahr 2019. Nach nicht einmal 150 Sekunden traf er auf glänzende Vorarbeit von Niklas Heidemann zum 1:0. Keine 150 Sekunden waren in der Nachspielzeit noch zu absolvieren, als Klingenburg vor Meppens Tormann Eric Domaschke auftauchte und mit aller Gewalt den Ball in den Nachthimmel drosch.

Es gab nicht zu viel zu bemängeln bei den Preußen, die es spielerisch versuchten und dabei auch den harten Kampf mit dem Gegner suchten. Eine deutliche Leistungssteigerung war das im Vergleich zum 2:3 im Auswärtsspiel in Würzburg. Vor allem, weil der SCP 90 Minuten voll da war und nicht nur eine gute Halbzeit hatte wie eine Woche zuvor. „Das wollen wir auch auswärts mal anbieten“, sagte Abwehrchef Ole Kittner, der nicht unwesentlich am Ausgleich von Steffen Puttkammer beteiligt war. Auswärts mal über 90 Minuten voll überzeugen, das wäre die neue Aufgabe.

Sperren drohen

In der Fairplay-Tabelle des DFB für die 3. Liga findet sich der SC Preußen Münster auf Rang 14 wieder. 73 Verwarnungen, drei Ampelkarten und eine Rote Karte führen zu dieser Platzierung. Offiziell fairste Mannschaft der Spielklasse ist der Karlsruher SC, die Badener wie auch neun andere Clubs kamen ohne glatten Platzverweis durch die Saison. Schlusslicht ist der KFC Uerdingen mit nun schon 102 Gelbe Karten. Der SCP hielt sich dabei gegen Meppen schadlos, nicht einmal eine Verwarnung wurde ausgesprochen. Zuletzt mussten Niklas Heidemann und gegen die Emsländer Dauerbrenner Fabian Menig mit einer fünften Gelben Karte pausieren. Wie üblich zum Saisonende droht einigen Akteuren eine Sperre: Simon Scherder, Moritz Heinrich, Martin Kobylanski und Tobias Rühle sahen viermal den Karton. Somit bleibt aus dem aktuellen Preußen-Kader nur noch Martin Kobylanski die Chance, am Ende auf 38 Einsätze zu kommen.

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Allerdings haben die Preußen in den letzten Wochen und Monaten gerade in der Fremde alles andere als überzeugt. Aus den letzten acht Gastspielen gab es gerade mal zwei Punkte (0:0 gegen Jena und Uerdingen). Und der letzte Auswärtssieg? Man muss etwas nachdenken, ehe man auf das 2:1 in Meppen Ende Oktober 2018 kommt. Zudem ist der SCP in der Rückrunde alles andere als stabil und sattelfest. 13 Punkte aus 13 Partien, keine gute Ausbeute, nur vier Vereine haben weniger Punkte geholt. Und da genau der negative Trend immer wieder nur kurzzeitig gestoppt wird, muss das Team weiter den Blick nach unten richten. Die Situation ist nicht aussichtslos, sie könnte aber noch brandgefährlich werden. Nur zwei Heimspiele (Großaspach und Karlsruhe) bestreitet der SCP noch, viermal muss er reisen.

Am Samstag geht es zum TSV 1860 München ins legendäre Stadion an der Grünwalder Straße. Es dürfte mit 15 000 Zuschauern ausverkauft sein. Die Löwen von Trainer Daniel Bierofka befinden sich sechs Spieltage vor dem Saisonende zwischen Baum und Borke, nach oben geht kaum was, nach unten auch nicht – obwohl die „Sechzger“nur zwei Punkte mehr als der SCP gesammelt haben. Die 3. Liga bleibt eine Wundertüte.

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