Fußball: 3. Liga
Das Angriffsspiel steht auf dem Stundenplan der Preußen

München -

Eine Torchance in 90 Minuten – ein bisschen wenig für Preußen Münster beim 1:1 in München zum Auftakt. Doch die Protagonisten suchten nicht nach Ausflüchten, sondern gelobten Besserung für das Offensivspiel. Die Grundordnung, für die zuvor viel Zeit verwendet wurde, passt ja schon mal.

Sonntag, 21.07.2019, 13:34 Uhr aktualisiert: 21.07.2019, 13:40 Uhr
Die Abwehrleistung stimmte: Hier stemmen sich (v.l.) Niklas Heidemann, Ole Kittner, Nico Brandenburger, Simon Scherder und Keeper Max Schulze Niehues gemeinsam gegen den Löwen Herbert Paul.
Die Abwehrleistung stimmte: Hier stemmen sich (v.l.) Niklas Heidemann, Ole Kittner, Nico Brandenburger, Simon Scherder und Keeper Max Schulze Niehues gemeinsam gegen den Löwen Herbert Paul. Foto: Jürgen Peperhowe

Auf den allerletzten Metern war die Sorge um Ole Kittner plötzlich groß. Der Preußen-Routinier hatte in der Nachspielzeit Timo Gehbart, Joker des TSV 1860 München, geschickt ausgebremst und dabei das ausgestreckte Bein des 30-Jährigen vors Schienbein bekommen. Der Abwehrmann blieb liegen, wälzte sich und brüllte vor Schmerz.

Kurz darauf war er aber schon wieder gut zu Fuß. „Er hat mich hart getroffen“, sagte der Münsteraner hinterher und deutete auf den blutigen Stutzen. „Ein Krampf kam dann auch noch dazu. Und ja, ein bisschen Zeit von der Uhr wollte ich auch nehmen.“ Was in der ersten Hälfte beim 1:1 (1:0) zum Saisonauftakt noch locker aussah, wurde später zum Abnutzungskampf, zu einer wahren Abwehrschlacht.

Mehr Torchancen müssen her

„Mit unserer Leistung können wir zufrieden sein“, sagte Kittner. „Auch wenn wir noch ein paar Ideen mehr benötigen. Ich glaube, man hat in vielen Szenen vorne unser Potenzial gesehen, aber jetzt läuft die Liga, da muss von uns was kommen.“ Sah sein Trainer ganz genauso. „Wir brauchen mehr Ruhe am Ball. Es hat in der Vorbereitung doch länger gedauert, bis wir defensiv alles drin hatten. Da kam zum Beispiel das Umschaltespiel etwas kurz, aber das folgt jetzt.“

TSV 1860 München - Preußen Münster

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  • Özcan vom SCP im Duell gegen Daniel Wein von 1860 München.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heidemann gegen Orestis Kiomourtzoglu

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kittner gegen Efkan Bekiroglu

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mörschel gegen Phillipp Steinhart

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • TSV 1860 München - Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • TSV 1860 München - Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • TSV 1860 München - Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • TSV 1860 München - Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • TSV 1860 München - Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • TSV 1860 München - Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • TSV 1860 München - Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • TSV 1860 München - Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • TSV 1860 München - Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe

Dass Seref Özcan eine Waffe werden kann, deutete er in der ersten Hälfte an. Heinz Mörschel wies zumindest eine gewisse Präsenz nach, Maurice Litka deutete Ballfertigkeit und Spielverständnis an. Aussichtslos ist das alles also keineswegs. Aber logisch, in den nächsten Spielen müssen Torchancen her.

Heimpremiere gegen Jena

Der Führungstreffer durch Julian Schauerte war de facto die einzige Annäherung des SCP am Freitag. „Zu dem Zeitpunkt sicher verdient“, sagte der Kapitän selbst. „Wir wussten, dass die Löwen bei vollem Haus direkt Gas geben würden, aber anfangs haben wir es im Mittelfeld besser gelöst.“ Die fehlende Power im Angriff sah er aber auch: „Vielleicht müssen wir noch mehr Willen entwickeln, mehr Aktivität. Aber es war auch schwierig für die Stürmer, da müssen wir besser nachrücken“, sagte der 31-Jährige.

Für Hübscher, dessen Stimme „wie immer nach dem ersten Saisonspiel“ etwas angeschlagen war, hing die schwächere zweite Halbzeit auch damit zusammen, dass ein paar Akteure auf dem Rasen standen, die eine Reihe Trainingseinheiten in den vergangenen Wochen verpasst hatten (Nico Brandenburger, Simon Scherder, Kittner, Mörschel). Seine Personalentscheidungen für die Startelf, die fast wie erwartet ein paar Überraschungen – Brandenburger statt Kevin Rodrigues Pires, Özcan rechts statt links, Bankplatz für Rufat Dada­shov und Mörschel als Solostürmer – enthielt, erklärte der 40-Jährige plausibel.

„Ich habe ja immer gesagt, dass die Aufstellungen in den letzten Testspielen nicht in Stein gemeißelt sind. Wir gucken auch immer, wer am besten auf den Gegner passt. Und natürlich zählt die Trainingswoche.“ In der hatte sich zum Beispiel Lucas Cueto empfohlen, während Dadashov noch leicht lädiert war. „Es ist gut, dass alle Spieler verstehen, dass sie sich immer anbieten können“, so der Coach. Das nächste Etappenziel am Samstag heißt Carl Zeiss Jena. Für die Heimpremiere wird der Kampf um die erste Elf wieder ein heißer.

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