Fußball: 3. Liga
Ferien verhindern gegen BVB erneut Verkaufsschlager im Preußenstadion

Münster -

Zumindest fünfstellig soll es werden. Auf rund 10 000 Zuschauer hofft Preußen Münster am Samstag beim Testspiel gegen Borussia Dortmund. Allerdings erschweren die Sommerferien wie schon in den beiden ersten Liga-Heimspielen den Verkauf. Und die meisten Besucher dürften wegen des Gastes kommen.

Donnerstag, 08.08.2019, 17:04 Uhr aktualisiert: 08.08.2019, 17:36 Uhr
Abzuwarten ist, wer vom BVB im Preußenstadion auflaufen wird: Dortmunds Leonardo Balerdi (v.l.), Marius Wolf, Mats Hummels oder Manuel Akanji?
Abzuwarten ist, wer vom BVB im Preußenstadion auflaufen wird: Dortmunds Leonardo Balerdi (v.l.), Marius Wolf, Mats Hummels oder Manuel Akanji? Foto: dpa

Was ist nur mit den Fußballfans in Münster los? Diese Frage drängt sich zumindest vordergründig beim Vergleich der Zuschauerzahlen im Preußenstadion an den ersten beiden Heimspieltagen mit dem erwarteten Besuch am Samstag zur Testpartie gegen Borussia Dortmund auf?

Kamen gegen Carl Zeiss Jena nur gut 6000 und den 1. FC Kaiserslautern (der vielleicht attraktivste Name der 3. Liga) gerade mal gut 8000 Menschen an die Hammer Straße, rechnen die Vereinsverantwortlichen für den Auftritt des BVB, der aber allenfalls seine zweite Garde aufbieten wird, mit einer fünfstelligen Zahl.

Viele Borussia-Fans werden erwartet

Interessiert die Leute etwa ein Freundschaftskick gegen eine Reservisten-Elf – die A-Formation spielt ja schon am Freitagabend im DFB-Pokal beim KFC Uerdingen – mehr als die wichtigen Punktpartien? Vermutlich muss man da unterscheiden, wie Holger Wissing betont. Der Fanbeauftragte des SCP rechnet nicht mit einem klassischen Heimvorteil. „Ich schätze mal, dass bis zu zwei Drittel Borussia-Fans sein werden“, sagt er. „Klar ist das etwas seltsam, aber viele sehen mal die Chance, Karten für ein BVB-Spiel zu kriegen.“

Ticketingchefin Bianca Sikorski hat im Moment vor allem mit den Ferien zu kämpfen. Die kosteten in den zwei Punktspielen Zuspruch, und die verhindern wohl auch gegen die Borussen ein volles Haus. „Es ist aber nicht so, als käme da die U 23“, sagt sie. „Es ist für Dortmund schließlich ganz klar und bewusst als Generalprobe vor dem Ligastart deklariert. Außerdem sind elf Wechsel erlaubt. Und einen besseren Testspielgegner können wir eigentlich nicht bekommen.“

Die SCP-Anhänger müssten wohl einiges aufbieten, um die stimmliche Hoheit zu behalten. „Die, die immer da sind, werden auch diesmal kommen. Ob auch 90 Minten angefeuert wird, wird sich zeigen“, sagt Wissing, der aber darauf verweist, dass das auch beim eher mittelmäßig attraktiven Pokalspiel in Reken am Mittwoch der Fall war.

Nah am Geschehen

Dennis Walter ist Fan des Vizemeisters und regelmäßig im Signal Iduna Park zu Gast, aber auch immer wieder mal beim SCP. Am Samstag kommt er mit drei Freunden und nimmt auf der Haupttribüne Platz – hauptsächlich wegen der Dortmunder. „Wir wollten einfach mal nah dran sein. Im Preußenstadion kann man auch mal die Anweisungen der Trainer und Spieler verstehen. Das geht auf der Südtribüne nicht“, sagt der 35-Jährige.

Die Farben des Vizemeisters wird er nicht tragen – die dürfen im Stadion nur in der Kurve der Auswärtsfangs getragen werden, worauf der Gastgeber speziell achtet. Im Zweifel werden Anhänger des Bundesligisten Richtung Gästeblock verwiesen – sollte der voll sein, müssten sie in dieser Kluft sogar komplett draußen bleiben.

Sitztribüne ausverkauft

Bis Donnerstagabend waren knapp 7000 Karten verkauft, über 1100 der 1500 für den Auswärtsrang reservierten Tickets waren vergeben, auch der Heimblock K ist dicht. Die Sitzplätze waren bereits vor zwei Wochen im Prinzip vergriffen. Ob der SCP in absehbarer Zeit zu einer Ligapartie auch mal wieder auf einen ähnlichen Wert hoffen darf?

„Die ersten beiden Heimspiele haben doch Appetit gemacht“, sagt Wissing. „Die Leistungen sprechen dafür. Irgendwann wird es auch bei uns wieder richtig voll.“ Auch Sikorski ist guter Dinge: „Ein Spiel wie das 3:2 gegen Lautern ist doch das, was Fußball ausmacht.“

Bis dahin tut es zumindest der Vereinskasse auch nicht weh, wenn Teile des Runds am Samstag schwarzgelb eingefärbt ist.

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