Fußball: 3. Liga
In Würzburg läuft für die Preußen eine Menge schief

Würzburg -

Einzig und allein an der unglücklichen Besetzung der Linksverteidiger-Position war die 2:3-Niederlage von Preußen Münster bei den Würzburger Kickers nicht festzumachen. Ugur Tezel erwischte einen schwarzen Tag, doch auch im Kollektiv bot der Gast zu wenig an.

Sonntag, 18.08.2019, 14:54 Uhr aktualisiert: 18.08.2019, 14:58 Uhr
Okan Erdogan (unten links) ersetzte Abwehrchef Ole Kittnerr, hier bekämpft er Dominic Baumann.
Okan Erdogan (unten links) ersetzte Abwehrchef Ole Kittnerr, hier bekämpft er Dominic Baumann. Foto: Jürgen Peperhowe

Kurz angebunden war Sven Hübscher, was auch irgendwie verständlich war. Gerade hatte Preußen Münster verloren. Nach dem dritten Auswärtsspiel der Saison trat der Drittligist mit leeren Händen und vermutlich auch Kopfschmerzen die Heimreise an. Denn am 3:2 (2:1)-Erfolg der Würzburger Kickers gab es nicht so viel zu deuteln. Vielleicht wäre alles ganz anders gekommen, wenn Luca Schnellbacher die durchaus gute Startphase der Gäste nach elf Minuten mit dem 1:0 abgerundet hätte.

„Hätte, hätte. Damit beschäftige ich mich nicht“, so Hübscher. Er daran keinen Gedanken verschwenden. Vielmehr sah er das so: „Wir waren als Mannschaft schlecht, zu emotionslos gegen Ball.“ Was nicht mehr oder weniger heißen sollte, als dass der SCP in den Zweikämpfen zu oft das letzte Quäntchen Aggressivität vermissen ließ.

Würzburger Kickers – SC Preußen Münster

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  • Der 1:0-Führungstreffer für die Würzburger durch Dave Gnaase.

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  • Luca Schnellbacher mit einer Großchance vor Würzburgs Keeper Eric Verstappen.

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  • Simon Scherder im Duell mit Dave Gnaase.

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  • Luca Schnellbacher gegen Hendrik Hansen.

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  • Schauerte und Schnellbacher bejubeln den 1:1-Ausgleichstreffer der Preußen.

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  • Schauertes Torerfolg mit Köpfchen.

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  • Sehen Sie im Folgenden zahlreiche weitere Impressionen aus Würzburg.

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Die Kickers waren da auf Strecke einfach besser. Hübscher forderte keine Serie von Fouls und harten Tacklings, aber dauerhaft mehr Leidenschaft und Einsatzwillen bei der Verrichtung der Basisarbeit im Fußball. Wie schon in Duisburg erreichte der SCP nicht die entsprechende Betriebstemperatur. Hübscher nahm das Kollektiv in die Pflicht, zusammen habe Münster das nicht gestemmt bekommen, er als Cheftrainer hing da mit drin.

Schauertes drittes Tor

Schon wieder Julian Schauerte. Der Neuzugang von KAS Eupen entwickelt mit 31 Jahren einen Riecher. Sein Treffer zum 1:1 war bereits sei drittes Saisontor. Zuvor hatte der Rechtsverteidiger in 100 Drittliga-Partien einmal gejubelt. Damit jagt der nicht als Goalgetter bekannte Schauerte vielleicht seine eigene Bestmarke aus der Saison 2008/09, als er für Bayer Leverkusen II in der Regionalliga West in 33 Partien immerhin sechs Treffer markierte.

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Aber vielleicht versuchte der Fußballlehrer auch nur seinen Unglücksraben zu schützen und aus dem Fokus zu nehmen: Ugur Tezel. Der junge Rechtsverteidiger hatte erstmals den Sprung in die Startelf der Preußen geschafft, seitdem er im Sommer 2018 von Hertha BSC II nach Münster gekommen war. Nur war der 22-Jährige, der Niklas Heidemann verdrängte, an allen drei Gegentoren maßgeblich beteiligt, die linke Seite der Preußen war von den Hausherren als Angriffspunkt auserkoren worden, mit Macht und Wucht wurde diese Region bearbeitet. Ein kluger Schachzug von Kickers-Coach Michael Schiele, sein Gegenüber Hübscher fand nicht den Hebel zum Gegensteuern, Tezel wurde zudem an diesem schwarzen Tag nicht durch eine Auswechselung erlöst, da musste der junge Mann durch. Abwehrchef Ole Kittner verletzte sich auch noch. Eines kam zum anderen.

Schweers eingewechselt

Ex-Preuße Lion Schweers gehörte dieses Mal der Siegermannschaft an, den Würzburger Kickers. Aber richtig glücklich konnte der Innenverteidiger, hier im Gespräch mit seinem langjährigen Teamkollegen Simon Scherder, nicht sein. Schweers wurde erst in der 87. Minute reingeworfen. Und dann das: Die Kickers wechselten im Gefühl des sicheren Sieges auf eine Dreierkette – und kassierten prompt den Anschlusstreffer zum 2:3-Endstand.

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Zur Chronologie: Als Schnellbacher das Führungstor versagt blieb, gelang Würzburg praktisch im Gegenzug das 1:0 durch Luca Pfeiffer (13.). Kittners Ausfall nach einer halben Stunde beantwortete der SCP noch trotzig mit dem Ausgleich durch Julian Schauerte (37.), weil der agile Seref Özcan und Schnellbacher die gelungene Vorarbeit leisteten. Als alle schon mit dem Gedanken in der Pause waren, folgte der Wendepunkt der Partie. Tezel foulte Fabio Kaufmann an der Strafraumgrenze. Elfmeter, Albion Vrenezi verwandelte sicher zum 2:1 (45.+2). Das war der psychologischer Keulenschlag.

Als die Hausherren in der 52. Minute durch Kaufmann das 3:1 markierten (erneut sah Tezel dabei schlecht aus), schien alles geklärt. In Serie vergaben die Kickers weitere Chancen. Münsters Anschlusstreffer durch Schnellbacher wenige Minuten vor dem Abpfiff sorgte für frische Dramatik. In der Tat gaben die Preußen nicht auf, aber es war nur eine kurze Hoffnung auf das 3:3. Den Preußen fehlte einfach der Punch in vielen Bereichen. „Das war kein gutes Spiel von uns, obwohl wir versucht haben den Ball laufen zu lassen. Aber insgesamt waren das zu viele einfache Ballverluste. Es war ein Rückschritt“, meinte Tormann Max Schulze Niehues, er verhinderte noch eine höhere Niederlage.

Chance zur Wiedergutmachen? Samstag im Heimspiel gegen den KFC Uerdingen.

Drei Fragen an Malte Metzelder

Sportchef Malte Metzelder sprach nach der Pleite in Würzburg die Schwächen an, wollte aber nichts Grundsätzliches hinterfragen.Gehört so ein Spiel zur Lernkurve des SCP?Metzelder: Unter dem Strich schon. Wir kamen nicht so ins Spiel wie geplant. Gegen den Ball waren wir zu lieb. Und Würzburg hat das gut gemacht.Ugur Tezel stand erstmals in der Startelf, war aber an allen drei Gegentoren beteiligt. Ein Fehlgriff?Metzelder: Sein Einsatz war erst einmal ein Beleg dafür, dass er in der letzten Zeit gute Leistungen im Spiel und im Training gezeigt hat. Er hat ins Team gedrängt. Mit Fabio Kaufmann hatte er einen Gegenspieler, der das sehr gut gemacht hat. Zudem hat er oft Zwei-gegen-Eins-Situationen gegen sich gehabt, als Mannschaft haben wir das nicht gut gemacht. Ihn wird auch so ein Spiel weiterbringen.Wie lautet die aktuelle Zwischenbilanz?Metzelder: Das ist ein Prozess, in dem wird es immer wieder Dellen geben. Es gab auch in Würzburg gute spielerische Momente, die Mannschaft gibt nie auf. Das 2:3 auch Beleg für die gute Einstellung.

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