Fußball: Oberliga
Rätselhafter Einbruch der zunächst starken Preußen-Reserve gegen Siegen

Münster -

Eine bemerkenswert reife Vorstellung konnte die zweite Mannschaft von Preußen Münster nicht mit einem Sieg oder wenigstens einem Punkt krönen. Das 1:3 gegen die Sportfreunde Siegen tat weh, weil am Ende ein echter Einbruch erfolgte.

Sonntag, 18.08.2019, 18:28 Uhr aktualisiert: 19.08.2019, 14:03 Uhr
Profi-Leihgabe Naod Mekonnen (l.) springt im Kopfballduell höher als Okay Yildirim.
Profi-Leihgabe Naod Mekonnen (l.) springt im Kopfballduell höher als Okay Yildirim. Foto: fotoideen.com

Noch reicht es nicht für 90 Minuten – bei allem dokumentierten Potenzial. Im Stadion an der Hammer Straße fing sich Preußen Münster II bei der heimischen Oberliga-Premiere vor 300 Zuschauern eine 1:3 (1:0)-Niederlage durch späte Treffer der durch Personalwechsel wirkungsvoll aufgefrischten Sportfreunde Siegen. Auf ein solches Resultat hätte in der Pause kaum einer gewettet. Da gab es nur Anerkennung für eine reife Vorstellung des Aufsteigers. Trainer Sören Weinfurtner bekrittelte nicht zum ersten Mal, „dass uns aktuell am Ende individuelle Fehler in entscheidenden Situationen unterlaufen – wir werden dafür in dieser Liga hart bestraft.“ Der Lernprozess müsse aber zügig greifen: „Hohes Niveau über 90 Minuten ist Pflicht.“

Der Dauerbrenner-Coach nutzte die taktische Flexibilität des Kaders und baute die Elf mit den Jung-Profis Marian Prinz im Tor und Naod Mekonnen im Mittelfeld im 3-5-2-Format auf. In dem fühlte sich die schnell akklimatisierte Auswahl wohl, stand souverän in der Abwehr und wählte hieraus den einfachen Pass im Aufbau. Mekonnen, der anfangs nicht nur durch Fleiß bestach, und seine enorm wertvolle Absicherung Dominik Klann trugen das Spiel weiter. Zum Beispiel auf den starken Zehner Nicolai Remberg oder die lauffreudigen Fabian Kerellaj und Julius Hölscher.

Den wollte Remberg bei einem Schnellangriff bedienen, Siegen blockte vor die Füße des Vorbereiters ab und Remberg traf ins kurze Eck (21.). Allemal verdient für die klug variierende und in sich sattelfeste Elf, in der die Abstände stimmten. Siegen war zur Wirkungslosigkeit verurteilt. Drahtzieher Tolga Duran prüfte Prinz erstmals (30.).

Mehr war da nicht vor der Pause, weshalb SF-Trainer Dominik Dapprich per Doppelwechsel reagierte. Vor allem Berkan Koc sollte mit seiner Dynamik auf der rechten Seite zum Preußen-Problem avancieren. Allerdings war das 2:0 drin: Remberg setzte Lukas Frenkert ein, der scheiterte. Dann schob der eingewechselte Joel Grodowski, erstmals im SCP-Pflichtspiel am Ball, seinen Gegner ideal weg. Und den Ball aufs Tor statt ins Netz. Siegen hatte längst Lust entwickelt und profitierte davon, dass den Preußen der Zusammenhalt abhanden kam und Einzelne nicht mehr auf ihrem Niveau agierten. Wo zuvor die Laufarbeit so hoch war wie die Konzentration, ließ nun beides nach. Koc rannte allen weg, und in der Folge dieser Szene wehrte Nils Burchardt im Liegen einen Schuss wohl mit der Hand ab. Per Elfer traf Björn Jost (77.). Weinfurtner wechselte offensiv, aber Münster beschwor keine Szenen mehr herauf. Anders die Gäste: Unbehelligt durfte Ryo Suzuki am Fünfer aufschauen und zuspielen auf den 2:1-Torschützen Koc (84.), der in der Nachspielzeit erhöhte. SCP: Prinz – Woitaschek (85. Wald), Burchardt, Klauke (46. Ströker) – Mause, Klann, Mekonnen (73. Touray), Frenkert – Remberg – Hölscher, Kerellaj (66. Grodowski)

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