Fußball: 3. Liga
Münsters Auswärtsschwäche hält an: 0:1-Niederlage bei Hansa Rostock

Rostock -

Nichts Neues im Osten: Der SC Preußen bleibt auf dem Grün des Gegners ein gern gesehener Sparringspartner. Auch im vierten Auswärtsspiel steht der Gast aus Westfalen ohne Sieg da. 0:1 (0:0) hieß es nach faden 90 Minuten beim Gastspiel in Rostock.

Samstag, 31.08.2019, 16:38 Uhr aktualisiert: 01.09.2019, 19:39 Uhr
Fußball: 3. Liga: Münsters Auswärtsschwäche hält an: 0:1-Niederlage bei Hansa Rostock
Foto: Sebastian Sanders

Aaron Opoku brach den Bann aus Sicht der Platzherren in der 76. Minute, als er den Ball völlig freistehend vor Münsters Nummer eins, Max Schulze Niehues, in die Maschen drosch. Ein Treffer, der längst überfällig war. Hansa war im zweiten Abschnitt das dominierende Team, belagerte den SCP-Kasten und landete mit dem zweiten Saisonsieg einen Befreiungsschlag. Preußen dagegen muss in den kommenden Wochen wohl oder übel den Blick in die untere Tabellenregion richten.

Keine Überraschungen gab der Blick auf die Aufstellungen preis. Und erst recht keine Veränderungen. Gäste-Trainer Sven Hübscher vertraute jenen elf Jungs, die schon im Glutofen an der Hammer Straße unlängst gegen den KFC Uerdingen ein 1:1 erspielten. Außen vor: Ole Kittner (Bänderriss) und Jannik Borgmann (Zeh-Luxation). Dafür im Spieltagsaufgebot: Alexander Rossipal, unter der Woche vom Zweitligisten SV Sandhausen ausgeliehen für die letzte Planstelle auf der defensiven linken Abwehrseite. Dort, wo Niklas Heidemann in Rostock begann. Bei den Platzherren schaffte es Neuzugang Osman Atilgan in die Startelf. Der Stürmer kam vom Zweitligisten Dynamo Dresden auf Leihbasis.

Ja, die ganz großen Zeiten liegen hinter den Ostseestädtern. In der Spielzeit 2007/08 legte sich der Erstliga-Glanz ein vorerst letztes Mal über die schmucke Arena. Als 17. ging es zusammen mit Schlusslicht MSV Duisburg und dem 1. FC Nürnberg zurück in Liga zwei. Bitter für all jene Anhänger, die nach der Wiedervereinigung ihren Club über so viele Jahre mit kleinen Unterbrechungen durch das Oberhaus begleitet haben. Unvergessen die zahlreichen Duelle mit den großen Bayern, in 24 Partien setzte sich der Außenseiter gleich sechsmal durch und avancierte zum Schreck des Rekordmeisters. Alles Schnee von gestern. Inzwischen gehört die Hansa-Kogge zum Establishment der 3. Liga. Seit Jahren.

Hansa Rostock – SC Preußen Münster

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  • Maurice Litka bekommt es mit gleich drei Rostockern zu tun.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Mit Köpfchen: Kai Bülow kommt vor Kevin Rodrigues Pires an den Ball.

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  • Preußen-Coach Sven Hübscher.

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  • Münsters Okan Erdogan gegen Rostocks Osmann Atilgan.

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  • Rufat Dadashov im Duell mit Nico Rieble.

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  • Sehen Sie im Folgenden viele weitere Impressionen aus Rostock.

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Der ganz große Fußball ist aktuell aber meilenweit entfernt. Der Start in die neue Serie verlief ernüchternd. Viel Luft nach oben beim Team von Trainer Jens Härtel, der in seiner Karriere als Fußball-Lehrer jetzt achtmal auf die Preußen traf. Und achtmal gewann. Der Mann weiß, wie Münster zu packen ist.

Schiedsrichter gibt Litka-Treffer nicht

Bei 30 Grad im Schatten tat sich in der ersten Hälfte indes viel zu wenig. Die Trinkpause nach 20 Minuten kam genau passend. Zeit zum Luftholen. Bis dato hatte Korbinian Vollmann nach sieben Minuten eine gute Möglichkeit vergeben. Seinen Schuss aus 14 Metern blockte Münsters Innenverteidiger Simon Scherder. Zehn Minuten später spielte Vollmann Aaron Opoku sensationell frei, seinen Schuss wehrte SCP-Tormann Max Schulze Niehues mit der Wade zur Ecke ab. Glück gehabt. Das war es schon an Höhepunkten in den ersten 45 Minuten.

Stimmen zum Spiel

Sven Hübscher (Trainer SCP): „Ich bin heute nicht zufrieden. Mit Rostock hat die bessere Mannschaft gewonnen. Ich hatte vor dem Spiel gesagt, dass die Mannschaft das Spiel gewinnt, die es mehr will. Das waren wir heute nicht."

Jens Härtel (Trainer Hansa): „Das sehe ich genauso wie Sven (Hübscher). Wir haben den Sieg heute mehr gewollt. Max Schulze Niehues war überragend, deswegen ist das Spiel so lange spannend geblieben.“

...

Als hätte es Lukas Scherff, Rostocks verletzter Abwehrspieler, geahnt. Im Halbzeitinterview lehnte er sich weit aus dem Fenster, traute den Seinen zu, im zweiten Abschnitt ein Feuerwerk abzubrennen. Nun: Die ganz großen Funken sprühten nicht, aber die Hansa-Kogge nahm mehr und mehr Fahrt auf. Hatte aber auch Glück, dass der Unparteiische Robin Braun (Wuppertal) und seine Assistenten in der 49. Minute auf Zack waren. Beim besten Angriff der Gäste bediente Luca Schnellbacher den flinken Maurice Litka, der das Leder aus 14 Metern in den Rostocker Giebel drosch. Ein feines Ding, das nicht gegeben wurde. Zurecht. Schnellbacher hatte beim Assist seine Hand zu Hilfe genommen.

Rostocks Tor nur eine Frage der Zeit

Auf der anderen Seite verpasste Atilgan beim Debüt nach einem Eckball von Vollmann die Führung, sein Kopfball landete in den Armen von Schulze Niehues (50.). Die Situationen, in denen Münster tief durchatmen musste, häuften sich. Es war nur eine Frage der Zeit, wann die Kräfte nachlassen und Rostock endlich den entscheidenden Nadelstich setzen würde. Einen langen Einwurf verlängerte Pascal Breier auf Opoku, der völlig blank aus sechs Metern keine Mühe hatte. 1:0. Jubel im Rostocker Rund. Die Erlösung. Münster fällt auf Platz zwölf ab, Rostock klettert auf 13.

Weiter geht es für den SC Preußen nach der Länderspielpause mit dem Heimspiel gegen Aufsteiger Viktoria Köln am 14. September (14 Uhr).

Hansa Rostock: Kolke - Butzen, Sonnenberg, Rieble (72. Reinthaler), Neidhardt - Pepic, Bülow - Atilgan, Vollmann (65. Breier), Opoku - Verhoek (65. Königs)

Preußen Münster: Schulze Niehues - Schauerte, Erdogan, Scherder, Heidemann - Wagner, Rodrigues Pires (75. Brandenburger) - Özcan (78. Mörschel), Litka, Schnellbacher (63. Hoffmann) - Dadashov

Tor: 1:0 Opoku (76.)

Zuschauer: 11.373

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