Fußball: 3. Liga
Blutleerer Preußen-Auftritt gegen die Bayern beim desaströsen 1:4

Münster -

Was für eine Schmach. Peinlich und desaströs. Preußen Münster mimte am Samstag das Kaninchen, das gegen die Schlange aus München vor Angst erstarrte. Der Auftritt gegen die Reserve des Rekordmeisters am zehnten Spieltag in Liga drei war blutleer, ideenlos, nicht drittligareif. 

Samstag, 28.09.2019, 16:27 Uhr aktualisiert: 28.09.2019, 17:02 Uhr
Fußball: 3. Liga: Blutleerer Preußen-Auftritt gegen die Bayern beim desaströsen 1:4
Geschlagen: Julian Schauerte, Ole Kittner und Simon Scherder. Foto: Jürgen Peperhowe

Heillos überfordert in der Defensive, harmlos in den Angriffsbemühungen. Das war schon fast ein Offenbarungseid. Durch das 1:4 (0:4) gegen den Aufsteiger rutschte Münster auf Rang 17 ab, nimmt erstmals einen Abstiegsrang ein. Mit mageren neun Pünktchen. Das dürfte für Spieler und Trainer eine unangenehme Woche werden. Was nun, Herr Hübscher? Es wird eng. 

Dabei schickte der FC Bayern München bei seinem Gastspiel mit der Reserve an der Hammer Straße nicht die klangvollen Namen ins Rennen, weil der Bundesligist beinahe zeitgleich im ostwestfälischen Paderborn die Fußballstiefel schnürte. Christian Früchtl im Kasten, die Nummer drei hinter Manuel Neuer und Sven Ulreich, gehörte noch zu den bekanntesten Südstädtern. Das 19-jährige Talent zählte mehrfach zum Profikader und war mit zarten 15 Lenzen bereits mit im Trainingslager in Doha.

Es reichte trotzdem, um den Preußen beizukommen. Münsters Defensive mit der Dreierkette um die im ersten Abschnitt neben sich stehenden Ole Kittner und Simon Scherder auf den Außenpositionen und Fridolin Wagner im Zentrum wirkte anfällig wie nie. Trainer Sven Hübscher am Rand sah das alles mit Schaudern. Münsters Fußball-Lehrer hatte nur eine Änderung gegenüber dem forschen Auftritt in Halle (2:2) vorgenommen, ließ Okan Erdogan draußen. Dafür durfte Scherder nach seiner wenig ruhmreichen Ampelkarte in der Schlussphase gegen Viktoria Köln wieder aufs Parkett. Seltsam, dass die Jungs aus dem Adlerhorst nach dem wirklich ordentlichen Gastspiel an der Saale so komplett versagten. Ohne Worte.

SC Preußen Münster – FC Bayern München II

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  • Bayerns Kwasi Okyere Wriedt trifft gegen Preußens Keeper Maximilian Schulze Niehues.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heinz Mörschel bei einer „Schwalbe“ vor Bayerns Torwart Christian Früchtl.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ratlos: SCP-Coach Sven Hübscher und Sportchef Malte Metzelder.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Matchwinner Wriedt freut sich über einen seiner Treffer.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sehen Sie im Folgenden zahlreiche weitere Fotos von der Partie.

    Foto: Jürgen Peperhowe
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  • Foto: Jürgen Peperhowe

Münchens Trainer Sebastian Hoeneß hatte dagegen gut lachen. Der Sohn von Dieter Hoeneß, ja, jener Turban-Bayer, der im DFB-Pokalfinale 1982 gegen den 1. FC Nürnberg mit Alois Reinhardt übel zusammenstieß und mit dem blutgetränkten Verband mit seinem Treffer zum 4:2 per Kopf ein Stück Fußballgeschichte schrieb, ist eigentlich nicht um seinen Job zu beneiden, weil er nicht selten erst kurzfristig erfährt, welche Spieler an den amtierenden Deutschen Meister abgestellt werden. Die Truppe jedenfalls, der er am Samstag sein Mandat gab, spielte einen feinen Streifen. Was nicht schwer war, weil es Kittner und Co. den Gästen einfach machten.

Es dauerte keine fünf Minuten, da zappelte das Leder erstmals im Gebälk von Max Schulze Niehues. Sarpreet Sing hatte sich im Mittelfeld behauptet und setze den ehemaligen Osnabrücker Kwasi Okyere Wriedt in Szene. Der Torschützenkönig der Regionalliga Bayern 2018/19 (24 Treffer) ließ sich nicht lange bitten und sorgte für die frühe Führung (5.). Münster schüttelte sich kurz. Und kassierte das 0:2. Leon Dajaku wirbelte über die rechte Flanke und spielte den Ball in den Rücken der Preußen-Abwehr. Oliver Batista Meier bedankte sich artig (12.). Was war denn hier los?

Eine fußballerische Katastrophe

Keine Reaktion der Preußen, keinerlei Aufbäumen. Das war schon eine fußballerische Katastrophe, die im 0:3 von Wriedt mündete (33.). Das Tor wurde von heftigen Protesten begleitet, weil sich der Ghanaer in der Szene vor seinem Abschluss nicht sauber gegen Simon Scherder behauptet haben soll. Den Gästen war es wurscht. Die endgültige Entscheidung und der letzte Tiefpunkt vor dem erlösenden Gang in die Kabinen: das 0:4 durch Wriedt, der mal flugs einen Dreierpack schnürte. Maximilian Welzmüller verdiente sich den Assist. Das Ding war durch.

Hübscher betreibt Schadensbegrenzung

Münsters Übungsleiter Hübscher versuchte mit dem Doppelwechsel (Maurice Litka für Kevin Pires Rodrigues, Okan Erdogan für Heinz Mörschel) Schadensbegrenzung zu betreiben. Bloß nicht untergehen. Das 0:4 war blamabel genug. Das gelang. Münster erspielte sich zumindest im zweiten Abschnitt ein leichtes Übergewicht, hatte gute Chancen durch Seref Özcan (53.) und Rufat Dadashov. 82 Minuten mussten die Zuschauer warten, bis Münsters Bemühungen denn doch von Erfolg gekrönt wurden. Özcans Freistoß fiel Dadashov vor die Füße: 1:4. In der Schlussminute testete der eingewechselte Joshua Zirkzee Münsters linken Außenpfosten auf seine Stabilität. Das war´s. Nach dem 2:3 gegen Viktoria Köln gab es die nächsten Prügel gegen einen Aufsteiger. Die Preußen sind nunmehr sechs Spiele ohne Sieg und müssen sich in den kommenden Wochen ernsthaft fragen, ob diese Elf in der dritten Liga mithalten kann. Zugänge im Winter scheinen aktuell unausweichlich.

SC Preußen Münster: Schulze Niehues - Kittner, Wagner, Scherder - Schauerte, Brandenburger, Rodrigues Pires (46. Litka), Heidemann - Özcan, Dadashov, Mörschel (46. Erdogan)

Bayern München II: Früchtl - Richards, Feldhahn, Mai, Köhn - Welzmüller, Singh (80. Will), Dajaku, Batista Meier (74. Nollenberger), Zylla (65. Zirkzee) - Wriedt

Tore: 0:1 Wriedt (5.), 0:2 Batista Meier (12.), 0:3 Wriedt (33.), 0:4 Wriedt (42.), 1:4 Dadashov (82.)

Zuschauer: 7623

Schiedsrichter: Johann Pfeifer (Hameln)

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