Fußball: 3. Liga
Preußens starker Auftritt in Ingolstadt wird nicht belohnt

Ingolstadt -

Wie bitter! Der SC Preußen Münster bleibt in der Fremde noch ohne Sieg in dieser Spielzeit. Beim FC Ingolstadt gab es am Samstag eine 2:3-Niederlage. 2:0 hatte der Außenseiter durch Treffer von Luca Schnellbacher und Maurice Litka geführt.

Samstag, 26.10.2019, 16:43 Uhr aktualisiert: 26.10.2019, 17:11 Uhr
Fußball: 3. Liga: Preußens starker Auftritt in Ingolstadt wird nicht belohnt
Foto: Marco Steinbrenner

45 Minuten lang zündeten nicht nur die Anhänger des SCP ein Feuerwerk, sondern auch die Protagonisten auf dem Grün im Audi-Sportpark vor 5490 Zuschauern. Letztlich ohne Fortune. Der Ex-Bundesligist leitete noch vor dem Wechsel mit dem 1:2 die Wende ein und feierte seinen dritten Heimerfolg. Münster ist derweil seit neun Spielen ohne dreifachen Punktgewinn und geht schweren Zeiten entgegen. Wenngleich: Die Leistung in Ingolstadt sollte ein Mutmacher sein.

Sven Hübscher hatte sein Team eine Woche nach dem mauen 1:1 gegen die SG Sonnenhof Großaspach auf Links gedreht. Gleich sechs Veränderungen nahm der Fußball-Lehrer vor. Für Max Schulze Niehues, der an einem Bandscheibenvorfall laboriert, kam wie erwartet Oliver Schnitzler zu seinem Saisondebüt im Kasten. Im Test gegen Groningen (1:2) hatte er bereits 90 Minuten gespielt. Ole Kittner, in der Vorwoche überraschend 90 Minuten ein Fall für die Bank, rückte für Simon Scherder in die Innenverteidigung. Nico Brandenburger rotierte für den gesperrten Fridolin Wagner auf die Doppel-Sechs und damit an die Seite von Kevin Rodrigues Pires.

Auch neu: Flügelspieler Philipp Hoffmann und die Offensivkräfte Maurice Litka und Luca Schnellbacher. Die Stamm-Prominenz mit Nationalspieler Rufat Dadashov, Niklas Heidemann und eben Eigengewächs Scherder sah sich zunächst zum Zuschauen verdammt. Wirbelwind Seref Özcan hatte es nicht mal in den Spieltagskader geschafft. Er war gegen Großaspach verletzt ausgeschieden und hatte unter der Woche im Training alles versucht. Es langte nicht. Spannend allemal, diese Formation.

FC Ingolstadt – SC Preußen Münster

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  • Zweikampf zwischen Preußens Luca Schnellbacher und dem Ingolstädter Tobias Schröck.

    Foto: Marco Steinbrenner
  • Dreimal bezwungen: SCP-Keeper Oliver Schnitzler.

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  • Tobias Schröck erzielt das 3:2 für die Hausherren.

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  • Oliver Schnitzler wirft sich in einen Schuss von Stefan Kutschke.

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  • Maurice Litkas 2:0-Führung für die Münsteraner.

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  • Sehen Sie im Folgenden zahlreiche weitere Impressionen aus Ingolstadt.

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Hübscher wollte es wissen. Er musste handeln. Das war klar. Acht Spiele waren die Preußen vor dem Duell ohne jeden Sieg. Der letzte datierte vom 3. August. 3:2 wurde der 1. FC Kaiserslautern im Rund an der Hammer Straße niedergekämpft. Damals beeindruckend. Inzwischen nur eine bloße Statistik. Die Abstiegsangst geht um. Auch nach der neunten Partie ohne Dreier.

Knapp 100 Fans hatte keine Kosten und Mühen gescheut und sich mit auf die lange Reise gemacht. Sie standen unmittelbar vor dem Anpfiff im Blickpunkt. Qualm zog aus der Kurve auf, die Preußen hatten mal wieder in ihrem Block gezündelt und sorgten für eine kurze Verzögerung, als sich der Audi-Sportpark in Rauch hüllte. Unmöglich.

Vernebelt wirkte der Gast in seinen ersten Aktionen darum nicht. Den Preußen gehörte die Anfangsphase. Nach nur sechs Minuten verpasste Heinz Mörschel eine Hereingabe von Luca Schnellbacher. Der FCI stand zwar eng am Gegner, aber Münster löste sich stets geschickt und spielte erstklassige Konter. Einer davon führte nach 18 Minuten zur Führung. Julian Schauerte setzte Heinz Mörschel auf der rechten Angriffsseite in Szene. Dessen Pass in den Rücken der Abwehr schloss Maurice Litka ab, abgefälscht. Das Spielgerät landete vor den Füßen von Schnellbacher, der lieb danke sagte: 1:0. Was für eine Freude.

Münsters beste Halbzeit der Saison

Nur sechs Minuten später nahm Hoffmann einen langen Ball von Schnitzler auf und steckte in die Tiefe auf Litka: 2:0 (24.). Was war denn hier los? „Wir haben phasenweise wie eine Schülermannschaft gespielt“, kritisierte Ingolstadts Vorstandvorsitzender Peter Jackwerth. Und Münster? Spielte rotzfrech seine bislang besten 45 Minuten in dieser Serie. An diesem Eindruck änderte auch der Anschlusstreffer nichts. Michael Heinloths Flanke landete auf dem Haupt von Stürmer Stefan Kutschke, der ablegte auf Fatih Kaya (28.). Das Glück spielte dem SCP denn doch in die Karten, als Kutschke unmittelbar vor dem Gang in die Kabinen in Schnitzler seinen Meister fand. Der Nachschuss von Kaya senkte sich knapp über das Tor. Durchatmen. „Wir müssen dranbleiben und nicht nachlassen“, das der Appell von Torschütze Litka zum Wechsel.

Genau das tat der Gast. Litka (50.) und Schnellbacher (51.) hätten für klare Verhältnisse sorgen können. „Einen davon müssen wir machen“, zeigte sich Schnellbacher nach der Partie enttäuscht. Und dann kam es, wie es kommen musste. Zunächst klärte Okan Erdogan nach einer Hereingabe von Tobias Schröck. Über Umwege fand die Murmel den Weg zu Marcel Gaus, der aus 17 Metern unhaltbar für Schnitzler ins rechte untere Eck traf (60.). Peng! Spiel gedreht.

Letztes Aufbäumen ohne Erfolg

Münster keinesfalls geschockt. Konterte frech weiter. Musste im Verlauf aber mit seinen Kräften haushalten. Die bange Frage? Kann der Gast das Remis über die Zeit retten? Er konnte es nicht. Eckball Nummer elf verlängerte der eingewechselte Caniggia Elva auf Schröck, der per Kopf einnickte. 3:2 (86.). Unfassbar! Hübscher versuchte alles, brachte mit Joel Grodowski für Rodrigues Pires noch einen Stürmer. Dadashov war bereits nach 78 Minuten für Litka in die Partie gekommen. Nur von Erfolg gekrönt war das letzte Aufbäumen nicht. Auch wenn Dadashov in der Nachspielzeit das Leder fein runternahm, aber der Abschluss war zu harmlos. Aus und vorbei. 

Die Diskussionen um Trainer Hübscher werden trotz des ordentlichen Auftritts im Süden nicht abreißen. Münster kann bei einem Chemnitzer Punktgewinn am Sonntag gegen Kaiserslautern auf Rang 19 abrutschen. Der CFC ist übrigens am kommenden Samstag zu Gast an der Hammer Straße. Das Kellerduell des 14. Spieltags. 

FC Ingolstadt: Buntic – Heinloth, Schröck, Antonitsch, Büch (29. Kurzweg) – Krauße, Thalhammer – Kaya (79. Bilbija), Gaus (69. Elva) – Kutschke, Eckert

SC Preußen: Schnitzler – Schauerte, Erdogan, Kittner, Rossipal – Brandenburger, Rodrigues Pires (87. Grodowski) – Litka (78. Dadashov), Mörschel, Hoffmann (84. Heidemann) – Schnellbacher

Tore: 0:1 Schnellbacher (18.), 0:2 Litka (24.), 1:2 Kaya (28.), 2:2 Gaus (60.), 3:2 Schröck (86.)

Schiedsrichter: Patrick Kessel (Nordheim)

Zuschauer: 5490

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