Fußball: 3. Liga
Preußen Münster hofft auf Krisenbewältigung ohne Worte – aber mit Hübscher

Münster -

Der Sportdirektor steht hinter dem Trainer. Dieses unmissverständliche Signal hat Malte Metzelder Preußen-Coach Sven Hübscher für die Partie gegen Waldhof Mannheim mit auf den Weg gegeben. Ansonsten aber setzt der Club allein auf die interne Aufarbeitung der größten Krise seit der Drittliga-Zugehörigkeit.

Mittwoch, 27.11.2019, 06:15 Uhr aktualisiert: 27.11.2019, 06:52 Uhr
Schwere Zeiten: Trainer Sven Hübscher (l.) setzte auf die Trendwende gegen Mannheim, Sportchef Malte Metzelder stärkt ihm weiter den Rücken.
Schwere Zeiten: Trainer Sven Hübscher (l.) setzte auf die Trendwende gegen Mannheim, Sportchef Malte Metzelder stärkt ihm weiter den Rücken. Foto: Sebastian Sanders

Am späten Montagabend meldete sich Malte Metzelder dann doch noch zu Wort. Über die Vereinskanäle ließ der Geschäftsführer des SC Preußen wissen, dass Trainer Sven Hübscher am Samstag (14 Uhr) gegen Waldhof Mannheim auf der Bank sitzen werde. Damit sei die „hitzige Trainerdebatte“, die der 37-Jährige offenkundig genervt zur Kenntnis genommen hatte, nun beendet. Zumindest fürs Erste. Hoffnung auf die große Wende gegen den Aufsteiger scheint durchaus gegeben an der Hammer Straße.

Für Klarheit hätte der Sportchef schon am Samstag sorgen können. Nach dem 2:4-Debakel in Zwickau wich er jeder Frage zum Coach aber aus. Am Sonntag sei auch nichts zu erwarten. Die von Bernhard Niewöhner, dem anderen Geschäftsführer, angekündigte Zusammenkunft von Clubverantwortlichen am Montag wurde mehr oder minder einkassiert. Erreichbar war Metzelder schließlich zu Wochenbeginn bislang nicht – eine acht Zeilen knappe Meldung, das war’s aus der Preußen-Zentrale. Auch Aufsichtsratschef Frank Westermann ist nicht vor Ort.

Reaktionen in sozialen Medien

Die Mitteilung sorgte nach gut 48 Stunden, in denen wenig zu erfahren war, immerhin für Gewissheit. Auch wenn nicht explizit erwähnt wurde, was zur Entscheidung zugunsten des zweifellos engagierten, aber maximal glücklosen Trainers führte. In den sozialen Medien, also dort, wo der Verein seine Zeilen gezielt verbreitete, herrschte in großen Teilen blankes Entsetzen zum Erscheinungsbild von Mannschaft und Club. Diese Form der öffentlichen Kommentierung ist zwar nicht zu Unrecht längst fragwürdig, doch sogenannte „Bots“ und „Fake Accounts“ waren dort kaum zu registrieren – hier spricht zumindest ein Teil der treuen Fan-Szene.

Es wird also spannend zu beobachten sein, wie die Reaktionen am Samstag ausfallen. Es gibt viele Stimmen, die zwar deutliche Kritik an allem üben, aber auch gleichzeitig zur Geschlossenheit und bedingungslosen Unterstützung in diesem nächsten „Endspiel“ aufrufen. Auch wie es danach weitergeht, bleibt Geheimnis der Clubführung. Längst ist allerdings bekannt, dass es hier um mehr als den bloßen Klassenerhalt geht, sondern die Zukunft des Bundesliga-Gründungsmitgliedes.

Nicht nur viele Herzen der ganzen Region hängen am Adlerclub. Auch Arbeitsplätze im Verein sind schwer bedroht, wenn der Abstieg in die Viertklassigkeit nicht mehr verhindert wird.

Schmales Budget

Wer in all der vermeintlichen Ausweglosigkeit Strohhalme sucht, dem sei immer wieder der Blick in die vergangene Saison ans Herz gelegt. Eintracht Braunschweig hatte zum gleichen Zeitpunkt, also nach 16 Partien, sogar neun Zähler Rückstand auf das rettende Ufer, selbst nach 18 Runden waren es noch so viele Punkte. Die spät geretteten Niedersachsen schlugen im Januar allerdings auch intensiv auf dem Transfermarkt zu, holten acht teure wie hochkarätige Neue.

Das ist in Münster nicht möglich. Ebenso wenig wie ein Winter-Trainingslager, das Hübscher schon ausgeschlossen hat. Aber immerhin soll es aktuell unter den altgedienten Sponsoren vermehrte Bemühungen geben, ein Budget für die eine oder andere Verstärkung zur Rückrunde zu sammeln.

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